Bei der Urlaubsplanung denkt man normalerweise an wunderschöne Sandstrände, die idyllische Natur, historische Altstädte oder an ein beeindruckendes Bergpanorama. Konzentrationslager, Massengräber, Mordhäuser und andere Orte, an denen Katastrophen geschehen sind, haben als Reiseziele nicht viel mit Erholung und Entspannung zu tun.

 


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Bild: Flickr.com/Kate Brady
Bild: Flickr.com/Kate Brady

Die dunkle Seite des Tourismus

Langsam hat sich ein Trend entwickelt, der nichts mit den üblichen Urlaubsgewohnheiten zu tun hat. Dieser „Dark Tourism“ führt Touristen an Orte, die wenig mit Vergnügen und Erholung zu tun haben. Bereits Millionen von Reisenden nutzten ihren Urlaub, um sich mit der bitteren Geschichte eines Landes zu konfrontieren. Ground Zero, Auschwitz, der Wald der Selbstmörder in Japan, Tschernobyl, Kambodschas „Killing Fields“, Fukushima oder auch Reisen an Schauplätze, an denen der Krieg aktuell noch wütet, wie Syrien oder Nordkorea. Diese Orte wecken bei den meisten ein tiefes Unwohlsein hervor, andere werden von ihnen fast magisch angezogen.

Bild: Flickr.com/Rodrigo Paredes
Bild: Flickr.com/Rodrigo Paredes

Die Faszination am Schrecklichen

Allein Auschwitz wird jährlich etwa von 1,5 Millionen Reisenden besucht. Aber warum gehen Urlauber freiwillig an solche Orte? Möchte man das Leid anderer etwa nachempfinden? Die Menschen schienen schon immer fasziniert vom Schrecklichen zu sein. Früher wurden die Menschen noch mit Hexenverbrennung und Gladiatorenkämpfen belustigt. Nun nimmt das Phänomen scheinbar zu, denn durch die Globalisierung werden die Menschen schnell durch das weltweite ähnliche Angebot gelangweilt. Der Markt funktioniert also, weil die Neugier nach Authentizität beim Urlauber gestillt wird.

Bild: Flickr.com/ Gérard Colombat
Bild: Flickr.com/ Gérard Colombat

Das große Angebot der Reiseveranstalter

Weltweit gibt es viele Gedenkstätten, die von Reisenden besucht werden. Die einen erhoffen sich etwas Nervenkitzel, die anderen möchten die Geschichte des Ortes erfassen. So bereisen Millionen von Touristen mit Hilfe von Reiseanbietern Länder, in denen Konflikte sind oder waren. Der Tourismus profitiert enorm davon und die Reisen werden immer komfortabler. Wer also beispielsweise Lust auf einen zweitägigen Ausflug ins Sperrgebiet von Tschernobyl  hat, der bezahlt bei einigen Anbietern inklusive Flug und Unterkunft etwa 500 Euro.

Du musst aber gar nicht so weit reisen. Mehr zu den Lost Places in Bayern>>

Bild: Flickr.com/ Maria Eklind
Bild: Flickr.com/ Maria Eklind

Welche Orte werden bereist?

Neben Urlaubern aus dem Ausland reisen auch lokale Besucher an Orte, die an ein vergangenes Unheil erinnern. Besonders häufig werden Mahnmäler von internationalen und einheimischen Reisenden besucht. In Europa zieht es die Menschen für einen Kurztrip an Orte des Zweiten Weltkriegs, des Nationalsozialismus, des Kalten Kriegs und des DDR-Regimes. Hunderttausende Touristen genießen die vielen Bunkeranlagen, stillgelegte Einrichtungen von Militär und Staat sowie andere ehemalige Sperrzonen. Die Tourismusbranche stellt eine Vielzahl an Orten des Schreckens zur Verfügung und jeder Ort besitzt eine gewisse Einzigartigkeit an Horror.

Du möchtest wissen, ob Dark Tourism etwas für dich ist? Besuche erstmal eine ehemalige Kinder-Euthanasie in NRW und schau, ob sich dir der Magen umdreht.

Mehr über die Lost Places in NRW>>

Bild: Flickr.com/xiquinhosilva
Bild: Flickr.com/xiquinhosilva

Die Variation von Schrecken

Viele Orte sind unbehaglich für die Menschen und leider gibt es weltweit zahlreiche und vielfältige Orte, an denen der ehemalige Schrecken besichtigt werden kann. Die Reisenden bezahlen beispielsweise Geld dafür, in das ehemalige Haus von Serienmördern hinein spazieren zu dürfen. Dies bietet sich besonders in den USA an, wo man bereits für 30 Dollar an einer 90-minütige Führung durch die Häuser und die Nachbarschaft von Serienkillern, wie Dorothea Puente oder Jeffrey Dahmer teilnehmen kann.

In Japan pilgern jährlich etwa eine Million Besucher in den Friedenspark von Hiroshima, um den Opfern zu gedenken und über die Auswirkungen einer Atombombe nachzudenken. Einer der meistbesuchten Orte in Italien liegt in der Nähe von Neapel. Millionen von Reisenden besuchen die Destination, an der sich früher die Stadt Pompeji befand und in welcher über 20 000 Menschen starben. Interessierte besichtigen hier die Überreste der Stadt und die Abdrücke der Opfer, die dem Vulkanausbruch nicht entfliehen konnten.

Bild: Flickr.com/Hardo Müller
Bild: Flickr.com/Hardo Müller

Der „Dark Tourism“ zeichnet sich als Gegenstück zum „normalen“ ab. Egal aus welchen Beweggründen Ihr Euch auf eine Reise an Orte mit einer düsteren Vergangenheit begeben wollt, agiert würdevoll und mit nötigem Respekt. Diese Ausflüge werden Euch mit der harten Realität konfrontieren, die sowohl lehrreich als auch furchteinflößend sein kann.

Josefine Baumann

Seit August 2016 schreibe ich für das Reisemagazin von voucherwonderland. In meinen Beiträgen nehme ich euch gerne mit an die schönsten Orte Europas – von manchen hast du vorher vielleicht noch gar nichts gehört ;)

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