Günther Jauch ist vor allem als Moderator im deutschen Fernsehen bekannt. Von der Quizz – Show Wer wird Millionär? ist er nicht mehr wegzudenken. Vor ein paar Jahren fällte er eine überraschende Entscheidung, er ging unter die Winzer und kaufte ein Weingut.

Eine lange Familientradition

Seit dem Jahr 2010 sind Günther Jauch und seine Ehefrau Dorothea stolze Besitzer des Weinguts von Othegraven. Das Gut befindet sich im rheinland – pfälzischen Kanzem an der Saar, in idyllischer Lage am Ortsrand. Das Weingut befindet sich seit 1805 im Familienbesitz, nachdem Emmerich Grach, der zweiter Bürgermeister von Trier war, das Weingut erstanden hatte. Günther Jauchs Großmutter war eine geborene Othegraven, die den Besitz von ihrem Bruder Maximilian geerbt hatte. Dieser wiederum hatte es im Jahr 1925 von seinen Vorfahren Grach-Weissebach übernommen. Die Jauchs kauften es schließlich Frau Dr. Heidi Kegel, der Nichte Maximilians, ab. Seit dem 16. Jahrhundert existiert das Weingut bereits und ist inzwischen in der siebten Generation im Familienbesitz der Jauchs.

Weshalb kaufte Günther Jauch das Weingut?

Schon als Kind besuchte Günther Jauch oftmals seinen Onkel und seine Tante auf dem Weingut Othegraven. Dort half er auch bei den alltäglichen Arbeiten mit, die in einem Weingut anfallen. Als Weinkenner bezeichnet er sich dennoch nicht, auch wenn er sich bemüht und schon vieles gelernt hat, fehlt ihm die Erfahrung. Viele Aufgaben überlässt er dem Geschäftsführer Andreas Barth und dem Gutsverwalter Swen Klinger. Das Weingut kaufte er nur, weil es in der Hand der Familie war und seine Verbundenheit zu seiner Familie ein Pflichtgefühl in ihm aufkommen ließ. Inzwischen schätzt er Kanzem, die wunderbare Landschaft und sein Weingut sehr. Dieser Ort stellt einen Kontrast zu Berlin dar. In dem beschaulichen Ort genießt er die Ruhe, die Weite der Landschaft, das andere Tempo und den anderen Zyklus. Alles ist von der Natur abhängig, nicht kontrollierbar, wie in der Medienwelt, ein Hagelschauer kann zum Beispiel die ganze Ernte zerstören.

Das Weingut Othegraven

Das herrschaftliche Gutsgebäude wurde, zusammen mit dem Park und dem Kanzemer Altenberg, zum denkmalgeschützten Kulturdenkmal erklärt. Das Wohnhaus der Jauchs hat 1300 Quadratmeter. Die Gestaltung mit Säulen, Sandsteintreppe und Rosenbeet wirkt sehr imposant. Der Park ist im Stil englischer Landschaftsgärten gehalten. Er bietet ausreichend Platz für seltene und exotische Gehölze, fast 50 verschiedene, teilweise Jahrhunderte alte Baumarten. Der Kanzemer Altenberg ist der, direkt an das Grundstück angrenzende, 15 Hektar große Weinberg. Die Steillage ist mit 250 Metern Länge die längste Steillage der Welt. Weitere Lagen des Weinguts heißen Wiltinger Kupp und Ockfener Bockstein.

Die Weine und deren AusbauBild:Joujou / pixelio.de

Der Schieferboden, das Klima, die Ausrichtung des Hangs Richtung Süden und das Microklima, denn der Weinberg liegt direkt hinter einem Seitenarm der Saar und garantieren eine absolute Spitzenlage. Perfekte Voraussetzungen für qualitativ hochwertige Weine. Die Pflege der Weinberge und der Ausbau des Weins werden in Handarbeit durchgeführt. Die Beeren werden per Hand gelesen und nach Reifegrad sortiert, weshalb sich die Erntezeit im Weingut von Othegraven auch bis November zieht. Zum Ausbau des Weines werden ausschließlich natürliche Hefen verwendet. Die Reifung des Mosts im Keller wird sich selbst überlassen, bei der sogenannten Spontangärung. Der Schwerpunkt des Guts liegt in der Produktion von Riesling und Riesling Sekt (Riesling Sekt von Othegraven brut und Riesling Sekt von Othegraven brut natur). Der Sekt wird nach traditionellem Verfahren in der Flasche gegoren, von Hand gerüttelt und degorgiert.

Auszeichnungen

Die guten Grundvoraussetzungen, die Verwendung von natürlichen Stoffen und die harte Arbeit, insbesondere der Mehraufwand der Handarbeit zahlen sich aus. Das Gut wurde mehrfach als Spitzenweingut für seine qualitativ hochwertigen Weine ausgezeichnet: im Eichelmann 2010, bei Fine Wines International, im Gault Millau, beim Merano Wine Festival, in Robert Parker’s Wine Guide, im Wein Plus und im Wine Spectator. Im Jahr 2011 gewann das Weingut den Red Dot Design Award für das Design seiner Flasche. Die Erfolgsgeschichte des Weinguts Othegraven begann schon vor sehr langer Zeit. Bereits um das Jahr 1900 waren die Weine teurer als Champagner und die Weine aus Bordeaux. Der edle Rebensaft war so sehr gefragt, dass er sogar an den Höfen des europäischen Hochadels getrunken wurde.

Günther Jauchs persönliche Note

Seitdem Günther Jauch das Weingut übernahm, hat er einiges investiert. Er kaufte neue Weinberge, erweiterte den Weinkeller und besorgte eine neue Abfüll – Anlage. Zu den umliegenden Winzern pflegt er einen sehr guten Kontakt. Mit den anderen Winzern trifft er sich regelmäßig zu gemeinsamen Weinproben. Trotz anfänglicher Skepsis, da Jauch eher als Quereinsteiger einzuordnen ist, hat sich eine gute Gemeinschaft entwickelt. Den Kanzemern wurde schon bald bewusst, dass Günther Jauch eine gute Werbung für die Weinregion Saar ist. Seit 2007 gehört sie zum Anbaugebiet der Mosel, vorher zum Mosel – Saar. Ruwer Kreis. Die Saar – Weine sind in Deutschland kaum bekannt, sie werden eher in den USA und in Asien geschätzt. Seitdem Jauch das Gut übernommen hat, kommen mehr Touristen in die Saar Region. Das Interesse an der idyllischen Landschaft und den guten Weinen wächst.

Julian Senft

Das Schreiben und Reisen gehören schon lange Zeit zu meinen Hobbys. Beim Reisemagazin von voucherwonderland kann ich beides bestens vereinen.

4 Kommentare zu “Das Weingut von Günther Jauch

  1. Lieber Herr Jauch,
    mit der Aldi-Aktion haben Sie sich keinen Gefallen getan, diese Cuvet‘s egal ob rot oder weiß sind definitiv keine 6€ wert!! Ob Ihre anderen Weine besser sind kann ich nicht beurteilen, aber bei dieser Nummer muss ich sagen: Schuster bleib bei deinen Leisten!!
    Beste Grüße Susanne Auer

  2. Sehr geehrter Herr Jauch,

    in der Ausgabe Vivanty Januar 2018 bin ich auf Ihr Weingut aufmerksam geworden.
    Sie haben dieses Weingut 2010 gekauft um die Familientradition fortzusetzen.
    Sie haben viel Mühe und Herzblut in die Sanierung gesteckt.
    Ihnen ist Nachhaltigkeit und Zeit beim Weinanbau wichtig und nicht
    die Schnelllebigkeit der Quote wie im TV – Geschäft. Sie wollten auch nicht das das Weingut mit Ihrem Namen geschmückt wird und auch nicht der Wein
    um nicht zu werben oder zu vermarkten.
    Nun mußte ich aber feststellen das Sie Wein mit Ihrem Namen bei Aldi anbieten.
    Ich frage Sie: Warum machen Sie das? Sind Sie wortbrüchig?
    Ich habe Sie als bodenständig eingeschätzt und nicht dem schnellen Profit hinterher jagend.
    Ich bin daher etwas enttäuscht von Ihnen.

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