Bis 1996 war das Museum unter dem Namen Museum für Verkehr und Technik geöffnet. Der Nachfolger, das Deutsche Technikmuseum in Berlin zeigt über 100 technische Sammlungen, die es in Berlin gab. Eine Ausstellungsfläche von 26.500 Quadratmetern befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Eisfabrik und dem Anhalter Güter- und Postbahnhof. Schwerpunkte der Ausstellung sind die Wasserstraßen, der Schienenverkehr, Energiegewinnung, die Bier- und Schmuckproduktion.

Luft- und Raumfahrt im Technikmuseum

Der Ausstellungsbereich Luft- und Raumfahrt dokumentiert die Entwicklung auf diesem Gebiet während des 20. Jahrhunderts. Unter den Exponaten befindet sich auch die einzige erhaltene Jeannin-Stahltaube aus dem Jahr 1914. Sie zeigt die Anfänge der militärischen Luftfahrt. Ein Highlight der Ausstellung ist das Verkehrsflugzeug Junkers Ju 52, das auch als Tante Ju bekannt ist. Gezeigt werden auch Erinnerungsstücke eines Flugkapitäns der Deutschen Lufthansa und eines bekannten Sportfliegers. Zu sehen ist auch die Entwicklung des Zivilflugzeugs vor dem Zweiten Weltkrieg.

Ausstellungsbereich Maschinen

Ein separater Ausstellungsbereich wurde den Maschinen des Zweiten Weltkrieges gewidmet. Ausgestellt wird hier der Aufbau und Untergang der deutschen Luftwaffe und die damit einhergehende missbraucht Faszination für das Fliegen der Nationalsozialisten. Zu sehen ist unter anderem ein Wrack eines Junkers Ju 87, ein Sturzkampfbomber mit hohem Zerstörungspotential. Eine Medienstation beschäftigt sich auch mit 6 Biografien Luftwaffen Angehöriger während des Krieges.

Ausstellungsbereich Flugzeugtechnik

Eine weitere Ausstellung Einheit präsentiert die Flugzeugtechnik von der Entwicklung und Funktionsweise der einzelnen Komponenten, wie Motoren, Fahrwerke und Propeller. Besonders anschaulich wird die Technik im gläsernen Flugzeug einer Arado Ar 96 aus dem Jahr 1943. Wer sich für Raumfahrt interessiert, sollte sich im Deutschen Technikmuseum die Entwicklung der Raketentechnologie ansehen. Thematisiert wird an dieser Stelle auch der Rüstungsplan der Nationalsozialisten.

Schifffahrtsgeschichte

Auch die Schifffahrtsgeschichte der vergangenen 10.000 Jahren wird mit rund 1500 Exponaten dokumentiert. Schwerpunkte sind unter anderem die Binnenschifffahrt mit mehreren Großobjekten die dem märkischen Schlepper Kurt Heinz aus dem Jahr 1901 oder den 33 Meter langen Kaffenkahn aus dem Jahr 1840, mit dem die internationale Hochseeschifffahrt dokumentiert wird.

Ausstellungsbereich Schienenverkehr

In einer Ausstellung zum Schienenverkehr dürfen Besucher des Deutschen Technikmuseums unter anderem eine Eisenbahn-Abteilung, die bereits seit 1988 existiert, bewundern. Untergebracht ist die Abteilung in dem historischen Lokschuppen der ehemaligen Betriebswerk des Anhalter Bahnhofs von 1874. Auf 33 Gleisen warten rund 40 Schienenfahrzeuge im Originalzustand. Daneben dürfen die Besucher hier eine Fülle von Modellen und kleineren Objekten bewundern.

Präsentiert wird die Entwicklung der Eisenbahn in ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Teil der Dauerausstellung ist auch der Bereich “Judendeportation mit der Deutschen Reichsbahn 1941 bis 1945”. Präsentiert werden seit 1988 zwölf Berliner Schicksale. Im Lokschuppen befindet sich auch eine Modelleisenbahn, die auch die Gebäude des Anhalter-Personenbahnhofs, des Güterbahnhofs und des Bahnbetriebswerkes in einem Maßstab von 1:87 darstellt – Besucher können hier das Modell mit dem heutigen Originalzustand vergleichen.

Ausstellungsbereich Prokukttechniken

Im Bereich Produkttechniken wird die manuelle und industrielle Produktionstechnik des 19. und 20. Jahrhunderts demonstriert. Wie eine Prägen-Pressen-Stanzen, die Ziehen-Walzen, das Gießen, das Schleifen-Polieren, das Guillochieren-Gravieren, die Kettenherstellung und die handwerklichen Techniken des Goldschmiedeberufs funktionieren wird in der manufakturellen Schmuckproduktion gezeigt. So wurde bereits in der Vergangenheit kostbarer Schmuck wie Armreifen, Ringe, Broschen, Manschettenknöpfe und vieles weitere hergestellt.

Ausstellung zum Straßenverkehr und Kommunalverkehr

Eine Ausstellung im Bereich Straßen- und Kommunalverkehr zeigt die spannende Entwicklungsgeschichte des Autos anhand verschiedener Konstruktionen. Dreirad-, Kleinwagen-, Stromlinien-, Elektro- oder Amphibienfahrzeuge sind Teil der Ausstellung. Fast 70 Automobilen, Motorrädern, Kutschen und Leichenwagen aus zwei Jahrhunderten sind im ehemaligen Anhalter Güterbahnhof untergebracht. Als Dauerleihgabe befinden sich einige Fahrzeuge auch in ausländischen Partnermuseen.

Eine Ausstellung zum Thema Kommunalverkehr soll in den nächsten Jahren im Deutschen Technikmuseum Berlin aufgebaut werden. Bitte reichen die Räumlichkeiten nicht für alle historische Straßenbahn, Oberleitungsbusse, Busse und sonstige Fahrzeuge aus. Die Werke, die bisher nicht ausgestellt werden können, dürfen Besucher an einem Tag der offenen Tür im etwas abgelegenen Museumsgelände besichtigen.

Die Textilausstellung

Ein weiterer Bereich des Deutschen Technikmuseums in Berlin ist die Textilausstellung, in der die verschiedenen Arten der Textilherstellung mit unterschiedlichen Maschinen verarbeitet wird. Dass die Industriearbeit der Textilherstellung zunehmend in die südlichen Regionen der Welt zieht, wird im Museum am Beispiel von Indien demonstriert. Demgegenüber steht die Entwicklung von modernsten Technologien zur Stoffherstellung im Norden. Dokumentiert wird ebenfalls die Geschichte der Hutmacherei, Seidenblumenmanufaktur und der Filzherstellung.

Das fesselnde Lebenswerk von Konrad Zuse wird in den Bereichen der Rechen- und Automationstechnik sowie Nachrichtentechnik verarbeitet. Fast alle Rechner, die Zuse in seiner Lebenszeit erbaute, sind hier zu sehen. Auch abstrakte und expressive Gemälde des Technikers sind ausgestellt. Wer sich für die Geschichte der Nachrichtentechnik interessiert, wird im gleichnamigen Themenschwerpunkt einen Querschnitt über die Entwicklung und Anfänge des deutschen Rundfunks, der 1931 präsentierten elektronischen Fernsehanlage und der schwarz-weiß-Fernsehstudios bekommen.

Ausstellung zur Geschichte der Druck- und Papiertechnik

Hölzerne Pressen aus dem 17. Jahrhundert und gusseiserne Stücke aus dem 19. Jahrhundert werden in einer Ausstellung zur Geschichte der Druck- und Papiertechnik gezeigt. Eine umfangreiche Sammlung von Büromaschinen dürfen die Besucher sogar selbst ausprobieren. In der Papiertechnik dürfen die Gäste einen Blick in die Papierherstellung im asiatischen und europäischen Raum werfen. Die “weiße Kunst des Papierschöpfen” dürfen Besucher in Gruppen unter Voranmeldung auch selbst testen.

Ausstellung Energietechnik

Bereits in der Eingangshalle des deutschen Technikmuseums in Berlin wartet ein echtes Highlight: Eine Dampfmaschine, die eine ganze Reihe Werkzeugmaschinen antreibt. Dieses Stück ist ein Teil der Ausstellung Energietechnik – die Dampfmaschine ist dabei eine Art Symbol für den Beginn der Energietechnik. Wie sich die Industriearbeit nach der Erfindung der Dampfmaschine weiterentwickelt, wird ebenfalls in dieser Ausstellung zum Thema. Schwerpunkt ist dabei die Elektrotechnik, in der die Aspekte Kraft – Wärme – Strom und historischen Gesichtspunkten dargestellt werden.

Natürlich werden auch die alternativen Stromerzeugungsmethoden der Neuzeit mit einbezogen: Ein Teil der Ausstellung befindet sich im Freigelände des Museums. Zwei historische Windmühlen, eine Holländermühle und eine Bockwindmühle der vorindustriellen Energieumsetzung werden demonstriert. Eine moderne Solaranlage setzt ein Wasserspiel in Gang.
Pläne, Gemälde, Landkarten und monumentale Geräte, die zum Wasserbau des ehemaligen Verkehrs- und Baumuseum im Hamburger Bahnhof gehörten, werden im Bereich Verkehrs- und Ingenieurbau ausgestellt. Brückenformen, Wasserregulierungs- und -hebebauten oder auch Hafenanlagen zeigen die Ingenieurbaukunst des Kanal-, Schleusen-, Straßen- und Brückenbaus.

Ausstellung Pillen und Pipetten

Die Ausstellung Pillen und Pipetten zeigt seit 2010 wichtige Aspekte der historischen und gegenwärtigen chemischen und pharmazeutischen Industrie. Das Deutsche Technikmuseum Berlin ist dabei das erste Haus, das diesen Industriezweig präsentiert. Besucher kommen einen Einblick in die Arbeitstechnik des Labors, in die Arbeitsmittel, die hier verwendet werden, in die Arbeitsweise moderne Pipettierroboter, die Arzneimittelsicherheit und auch in die Pyrotechnik, bei der man ein virtuelles Feuerwerk zusammenbauen und zünden kann. Einer der Themenschwerpunkte ist hierbei die Entdeckung der Sexualhormone und die Anwendung als Verhütungsmittel. Die Pille, deren Folgen auf die Sexualität und die Familienplanung ist Teil der Ausstellung.

Filmtechnik

Der Bereich Geschichte und Filmtechnik entführt die Besucher in die Welt der historischen Filmproduktion. Neben modernen Filmprojektoren und dem mittelalterlichen Guckkasten werden weitere Spielereien des 19. Jahrhunderts zum Kino- und Videofilme gezeigt. Kameras, Schneideräume und viele weitere Geräte, die die Kinogeschichte prägten werden ausgestellt. Einen Teil davon dürfen die Besucher im Deutschen Technikmuseum in Berlin selbst austesten.

Der Außenbereich: Museumspark

Das deutsche Technikmuseum in Berlin verfügt auch über einen Museumspark. Hier befindet sich eine historische Brauerei, in einem ehemaligen Lagerhaus den Nürnberger Tucher Bräu AG. Ausgestellt wird der Übergang der Bierbrauerei als Handwerk bis hin zur industriellen Brauerei. Ein Highlight der Ausstellung ist das Sudhaus mit seinen Braugefäßen aus dem Jahr 1909. Im Park dürfen sich Besucher auch über eine einzigartige Pflanzenvielfalt freuen.

Bibliothek und Archiv

Das Historische Archiv, die Bibliothek und die Bildstelle dürfen Museumsbesucher und Mitarbeiter des Museums nutzen. Überwiegend finden sich hier Werke zur Technik- und Industriegeschichte mit dem Schwerpunkt Berlin: das AEG-, Borsig- oder Zündapp-Archiv, das Stiasny-, Feldhaus-Archiv sowie die VDI- und Kammer der Technik (KdT)-Bibliotheken sowie Teile der Bibliothek des ehemaligen Museums für Meereskunde.

Ausstellung Kommunikations- und Informationsnetze

Eine der neuesten Ausstellung ist die über Kommunikations- und Informationsnetze. Der 2015 eröffnete Bereich befindet sich in der Ladestraße und zeigt in der Dauerausstellung den Einfluss des Kommunikations- und Informationsnetzes auf das menschliche Leben, Denken und Handeln. Neben dem Internet wird auch die Geschichte, wie zum Beispiel die Telegrafie im 19. Jahrhundert thematisiert.

Eröffnet wurde das Deutsche Technikmuseum Berlin 1983. Hier wird die Tradition des vorherigen Technikmuseums fortgeführt, die bis zum Zweiten Weltkrieg in Berlin untergebracht war. Untergebracht sind die Ausstellungen in einem ehemaligen Gewerbe- und Bahngelände aus dem Jahre 1874 . Das geschichtsträchtige Ensemble der Ausstellungsräume zeigen ebenfalls wertvolle Objekte, wie eine Pferdetreppe und eine Alt-Berliner Kneipe. Zur Vergrößerung des Museums wurde 2001 ein Neubau an das Museum übergeben. Auf dem Dach des Gebäudes erkennt man schon von weitem den charakteristischen Rosinenbomber vom Typ Douglas C-47 B Skytrain, der 1999 angebracht wurde.

Adresse:
Trebbiner Str. 9, 10963 Berlin

Telefonische Auskunft:
030 902540

Öffnungszeiten:
Montag geschlossen, Dienstag bis Freitag von 09:00 Uhr bis 17:30 Uhr, Samstag und Sonntag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Das Deutsche Technikmuseum in der Karte

 

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Josefine Baumann

Seit August 2016 schreibe ich für das Reisemagazin von voucherwonderland. In meinen Beiträgen nehme ich euch gerne mit an die schönsten Orte Europas – von manchen hast du vorher vielleicht noch gar nichts gehört ;)

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