Seit 1994 befindet sich auf dem Gelände der früheren zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit eine Gedenkstätte in Hohenschönhausen, die über und zu den Formen und Folgen der politischen Unterdrückung der kommunistischen Diktatur informiert und forscht. Zwischen 1951 und 1989 wurden hier die politischen Gefangenen der DDR inhaftiert, physisch und psychisch gefoltert. Auf den Stadtplänen Berlins war der Gebäudekomplex, in dem sich grausame Geschichten zutrugen nicht verzeichnet. Die Gedenkstätte soll seit den 90er Jahren an der dieser Stelle an die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft in Deutschland erinnern.

Der Bau der Gedenkstätte Hohenschönhausen

Der Bau wurde 1992 unter Denkmalschutz gestellt. Zahlreiche Ausstellungen, Vorträge und Informationsmaterial thematisieren die Schicksale der Gefangenen, die kommunistische Diktatur und die Justiz der DDR. Das Gelände der späteren Haftanstalt in Hohenschönhausen gehörte bis 1938 dem Fabrikanten Richard Heike. Während des Zweiten Weltkrieges errichtete die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt an der Stelle einen Backsteinbau mit einer Großküche, in deren Nähen sich ein Barackenlager für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangen befand. Die sowjetische NKWD nutzte das Gelände nach dem Krieg als Speziallager in dem 1800 Häftlinge untergebracht waren. Von hieraus wurden die Gefangenen auf die anderen Speziallager verteilt. Inhaftiert wurden ehemalige Mitglieder der Gestapo, der NSDAP, Spione, Terroristen, Betreiber von illegalen Funkstationen oder Druckereien, Zeitungs- und Zeitschriftenredakteure, Autoren, die anti-sowjetische Schriften veröffentlicht hatten oder Jugendliche unter „Werwolf“-Verdacht. 1946 wurde das Lager aufgelöst, die Gefangenen wurden nach Sachsenhausen oder Buchenwald gebraucht.

Foltermethoden in der Haftanstalt

Im Lager- und Kühlraum der Großküche wurde ein Zellengefängnis errichtet – feuchte, unbeheizbare Kammern ohne Fenster wurden mit Holzpritschen und Kübeln ausgestattet. Bei den Verhören wurden die Häftlinge gefoltert: Schlafentzug, stundenlanges Stehen, Isolationshaft, Auspeitschen und Prügel mussten die Inhaftierten über sich ergehen lassen. Das Untersuchungsgefängnis in Hohenschönhausen war knapp 40 Jahre lang das wichtigste der Staatssicherheit – mehr als 10.000 Menschen wurden hier festgehalten. In den 50er Jahren wurde ein weiteres Gefängnis erbaut. Das Kellergefängnis diente dann nur noch zur Lagerzwecken. Auch ein geheimes Haftarbeitslager für die verurteilten Gefangenen gab es hier. Nach dem Bau der Mauer 1961 war das Gefängnis eine Haftanstalt für all jene, die aus der DDR fliehen oder ausreisen wollten. Um die öffentliche Wahrnehmung der DDR zu verbessern, wurde die körperliche Folter eingestellt und der Wille der Gefangenen wurde mit grausamen psychologischen Foltermethoden gebrochen. 1989 wurden schließlich alle Untersuchungsgefängnisse aufgelöst.

Die Schließung der Haftanstalt in Hohenschönhausen

Die Haftanstalt in Hohenschönhausen wurde am 2. Oktober 1990 geschlossen und der West-Berliner Justizverwaltung übergeben. Die Gebäude blieben nach der Friedlichen Revolution überwiegend in ihrem Originalzustand. 1994 wurde das ehemalige Gefängnis zu einer Gedenkstätte. Besucherreferenten, die meist selbst Inhaftierte waren, führen die Gäste durch die Gebäude und erzählen die furchtbaren Geschichten, die sich hier zutrugen. Im Keller des alten Gefängnisbaus wurde 2013 eine Dauerausstellung zur Geschichte des Ortes eröffnet. Neben der Dauerausstellung des ehemaligen Gefängnisses erwartet Besucher der Gedenkstätte auch eine Auswahl Wander- und Wechselausstellungen. Meist handelt es sich bei diesen um Ausstellungen, die in anderen Gedenkstätten, Vereinen und Stiftungen gezeigt werden. Sie beschäftigen sich alle mit der DDR-Geschichte und der politischen Verfolgung unzähliger unschuldiger Bürger.

Adresse:
Genslerstraße 66, 13055 Berlin

Telefonische Auskunft:
030 98608230

Öffnungszeiten:
Montag bis Sonntag von 09:00 bis 18:00 Uhr

Gedenkstätte Hohenschönhausen in der Karte

 

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Josefine Baumann

Seit August 2016 schreibe ich für das Reisemagazin von voucherwonderland. In meinen Beiträgen nehme ich euch gerne mit an die schönsten Orte Europas – von manchen hast du vorher vielleicht noch gar nichts gehört ;)

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