Sie gilt als eine der schönsten Städte der Welt und erstreckt sich gleich über zwei Kontinente. Als Stadt zwischen Orient und Okzident wird sie aufgrund dieser besonderen geografischen Lage auch gerne bezeichnet. Istanbul ist geprägt von seiner langen Geschichte, die schon immer zwischen den Kontinenten lag. Fast 1600 Jahre lang diente sie nacheinander dem Römischen, dem Byzantinischen und dem Osmanischen Reichs als Hauptstadt. Heute findet ihr in der Stadt an der Meerenge zwischen Schwarzem und Mittelmeer eine große Zahl an historischen Bauwerken und Besonderheiten, die aus diesen Zeiten übrig sind. Wir zeigen euch die besten Istanbul Sehenswürdigkeiten und verraten euch, was ihr bei einem Urlaub in Istanbul nicht verpassen dürft.

1. Blaue Moschee

Innenraum der Blauen Moschee Istanbul

Eigentlich heißt sie Sultan-Ahmed-Moschee, aber die meisten kennen sie wohl als Blaue Moschee. Diesen Namen verdankt das Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert den blau-weißen Fliesen die im Inneren des Gebäudes dominieren. Die Sultan-Ahmed-Moschee ist ein Meisterwerk der osmanischen Baukunst und gehört zu den schönsten Bauwerken weltweit. Schon deswegen ist ein Besuch in dieser Sehenswürdigkeit von Istanbul Pflicht.

Im Inneren werdet ihr von kunstvoll und detailreich verzierten Kuppeln und Wänden empfangen, gegen die so manch reich verzierte katholische Kirche nicht mithalten kann. Die Hauptkuppel ist rund 43 Meter hoch und insgesamt 260 Fenster lassen Licht von außen in die Moschee hinein.

Das Besondere an der Blauen Moschee in Istanbul sind ihre sechs Minarette. Die Anzahl geht angeblich auf ein Missverständnis zwischen Architekt und Sultan zurück. Dieser hatte gefordert die Minarette aus Gold, also „altin“ errichten zu lassen. Der Architekt verstand „alti“, was sechs bedeutet und errichtete sechs Minarette.

Unser Tipp: Nutze für deinen Besuchereingang. Beachte außerdem die Kleiderordnung. Ihr solltet unbedingt eure Schultern bedecken, Männer müssen lange Hosen tragen und Frauen sollten einen langen Rock tragen und ihren Kopf bedecken. Wenn ihr keine derartige Kleidung bei euch habt, könnt ihr diese am Besuchereingang ausleihen. Eure Schuhe müsst ihr ausziehen. Für diese erhaltet ihr Plastiktüten.

Öffnungszeiten: Diese richtigen sich nach den Gebetszeiten. Wenn ihr den Muezzin rufen hört, ist die Moschee ab da für etwa 30 Minuten geschlossen. Außerdem am Freitag zum Mittagsgebet sind Touristen in der Blauen Moschee nicht erwünscht.

2. Hagia Sophia

Sophienkirche in Istanbul

Die zweite weltberühmte Sehenswürdigkeit in Istanbul ist die Hagia Sophia. Sie wurde im 6. Jahrhundert nach Christus als Kuppelbasilika durch den römischen Kaiser Justinian errichtet. Nach dem die Osmanen Byzanz erobert hatten, machten sie aus der Kirche eine Moschee. Seit 1935 ist die Hagia Sophia ein weltliches Gebäude und wird als Museum genutzt.

Das imposante Bauwerk steht nur rund 500 Meter entfernt von der Blauen Moschee und dominiert gemeinsam mit dieser die Skyline von Istanbul. Im Inneren der ehemaligen Kirche, beziehungsweise Moschee findet ihr heute Spuren sowohl der byzantinischen als auch der osmanischen Nutzung. So soll der Charakter und die lange Geschichte des sakralen Bauwerks zwischen den verschiedenen Religionen für alle sichtbar gemacht werden.

In der Spätantike und im Mittelalter galt die Hagia Sophia als achtes Weltwunder. Welche die anderen sieben Weltwunder der Antike sind, lest ihr hier

3. Topkapi Palast

Innenansicht Topkapi Palast

Erbaut wurde der Topkapi-Palast ab etwa 1459 auf der Landesspitze zwischen Goldenem Horn und Marmarameer. Er diente jahrhundertelang als Wohn- und Regierungssitz für die Sultane und war Verwaltungssitz des Osmanischen Reiches.

Insgesamt verfügt die mächtige Anlage heute über vier Höfe und wird als Museum genutzt. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Insgesamt verfügt der Topkapi-Palast über eine Fläche von 69 Hektar, inklusive Gebäude und Gärten. Zeitweise lebten hier rund 5000 Menschen.

Seit 1923 wird der Topkapi-Palast als Museum genutzt. Ihr könnt euch Porzellansammlungen, Handschriften, Porträts, Juwelen und Gewänder sowie Waffen aus dem Osmanischen Reich anschauen. Außerdem findet ihr hier die islamischen Reliquien, wie die Waffen Mohammeds, eines der ältesten Koranexemplare und auch Barthaare des Propheten Mohammed.

4. Großer Basar

Gewürze auf dem Markt in Istanbul

Wenn ihr einmal einen echten türkischen Basar erleben wollt, dann solltet ihr euch unbedingt den Großen Basar in Istanbul angucken. Seit dem 15. Jahrhundert, kurz nach der Eroberung durch die Osmanen ist er der wichtigste Einkaufs- und Handelsplatz in Istanbul. Auf rund 20.000 Quadratmetern tummeln sich fast täglich bis zu einer halben Million Menschen. Rund 4000 Geschäfte warten hier täglich auf Kundschaft. Begebt euch in das Getümmel und erkundet das bunte Markttreiben.

5. Cisterna Basilica

ehemaliger Wasserspeicher in Instanbul

Diese Istanbul Sehenswürdigkeit bringt euch unter die Erde der Millionenstadt. Im alten Byzanz wurde sie als unterirdische Zisterne genutzt und war der Wasserspeicher für den Großen Palast. Sie ist rund 138 Meter lang und 65 Meter breit. Insgesamt wird die zwischen 532 und 542 angelegte Cisterna Basilica von 336 rund acht Meter hohen Säulen.

Der Eingang zu der beeindruckenden Unterwelt liegt in der Nähe der Hagia Sophia und wirkt von außen etwas unscheinbar. Umso beeindruckender ist der Anblick, wenn ihr in den Yerebatan Sarayi – den versunkenen Palast hinuntersteigt.

Besonders sehenswert sind die zwei aus Stein gemeißelten Medusen Köpfe. Sie wurden als Sockel für zwei der Säulen verwendet. Eigentlich hatten sie eine andere Bestimmung, da sie aber fehlerhaft waren, wurden sie beim Ausbau der Säulenhalle als Baumaterial verwendet.

Übrigens: „Liebesgrüße aus Moskau“ machten die Cisterna Basilica in den 1960er Jahren bekannt, als James Bond hier durch ruderte. Das Wasser stand deutlich höher und erst nach einer Sanierung in den 1980er Jahren wurde die Zisterne für das Publikum geöffnet.

6. Yildiz Park

Stadtpark in Istanbul

Wenn ihr vom Trubel der Touristenströme rund um die Istanbul Sehenswürdigkeiten eine kleine Pause braucht und etwas Platz zum Durchatmen sucht, dann empfehlen wir euch einen Besuch im Yildiz Park. Dieser „Stern-Park“, wie er auf Deutsch heißt, ist mit einer Fläche von 160 Hektar einer der größten Parks in der Metropole am Bosporus. Ihr findet ihn auf der europäischen Seite der Stadt direkt am Ufer des Bosporus.

Flaniert vorbei an wunderschönen Blumenbeeten und unter exotischen Bäumen. Im Park findet ihr verschiedene Pavillons aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die ihr besichtigen könnt und die teilweise als Cafés und Restaurants dienen. Ursprünglich war der Park nur dem Sultan vorbehalten und nicht für das Volk zugänglich, seit der Gründung der Republik.

Im Park findet ihr außerdem einen künstlich angelegten See mit Wasserspielen und Fontänen. So entsteht eine ganz besondere Atmosphäre. Nutzt euren Besuch im Yildiz Park für eine kleine Auszeit und erholt euch in der grünen Lunge der Stadt Istanbul.

7. Dolmabahce-Palast

Ehemaliger Sultanspalast in Istanbul

Den prunkvollen Palast findet ihr direkt am Ufer des Bosporus auf der europäischen Seite von Istanbul. Der „Palast der vollen Gärten“, wie das Gebäude übersetzt heißt, war ab 1856 Sitz der osmanischen Sultane. Zuvor lebten sie im Topkapi-Palast, aber durch die immer enger werdenden Beziehungen zum Rest von Europa schien es dem Sultan angemessen, sich hinsichtlich seiner Hauptresidenz an die europäischen Standards anzupassen.

Der Dolmabahce-Palast misst in der Länge 600 Meter und hat eine Fläche von 45.000 Quadratmetern. 46 Säle, 285 Zimmer, sechs Hamam und 68 Baderäume standen dem Sultan und seinem Gefolge zur Verfügung.

Heute könnt ihr einen Teil der Räume besichtigen, die in prunkvoller und moderner Ausstattung nicht zu übertreffen war. So gab es hier bereits wassergespülte Toiletten und Gasbeleuchtung. Diese Technik wurde damals aus Großbritannien importiert. Besichtigt die einmalig schön ausgestatteten Zimmer und Säle. Auch von außen ist der Palast eine Besichtigung wert. Von hier habt ihr einen wunderschönen Ausblick über die Istanbuler Altstadt.

8. Taksim Platz

Hauptverkehrsplatz in istanbul

Er gehört ebenfalls mit auf die Liste der Istanbul Sehenswürdigkeiten, die ihr bei einem Besuch in der türkischen Millionenstadt nicht auslassen dürft. Der Taksim Platz ist auf der europäischen Seite der Türkei der Hauptverkehrsknotenpunkt und Standort des Denkmals der Republik. Im Ausland ist er vor allem bekannt, weil hier vor einigen Jahren Proteste gegen den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan stattfanden.

Der Taksim Platz war schon immer ein wichtiger Ort in der Geschichte Istanbuls.  Früher kam hier eine 23 Kilometer lange aus dem Norden kommende Fernwasserleitung, die hier zu einer Wasserverteilanlage wurde.

Im westlichen Teil des Platzes findet ihr das Denkmal der Republik, welches 1928 errichtet wurde und an die Gründung der türkischen Republik im Jahr 1923 erinnert. Außerdem findet ihr hier den Gezi-Park. Dieser Stadtpark ist einer der wenigen grünen Flächen in der Istanbuler Innenstadt und war 2013 Symbol der landesweiten Protestbewegungen gegen Erdogan.  Alles begann damit, dass auf der Fläche des Gezi-Parks ein Bauprojekt entstehen sollte.

9. Leanderturm

Leuchtturm in Istanbul

Er gehört zu den Wahrzeichen der Stadt Istanbul – der Leanderturm. Der Turm stammt aus dem 18. Jahrhundert und befindet sich rund 180 Meter auf dem Wasser vor der Küste des Stadtteils Üsküdar. Im Laufe der Jahre diente der Turm als Leuchtturm, optischer Telegraf, Quarantänestation, Zollstation und Alterssitz für Seeoffiziere.

Angeblich soll hier das eine Ende der Kette angebracht gewesen sein, die bei Angriffen auf Byzanz über den Bosporus gespannt worden sein soll.

Der Name Leanderturm geht zurück auf die Sage des Leander, der jede Nacht zu seiner Geliebten schwamm, bis eines Nachts die Fackel erlosch, die ihm den Weg wies. Er verirrte sich und ertrank. Als seine Geliebte Hero ihn am nächsten Tag tot am Ufer fand, stürzte sie sich ebenfalls in die Fluten des Meeres.

Im Türkischen wird der Turm als „Mädchenturm“ bezeichnet. Dieser Name leitet sich von der Geschichte einer Prinzessin ab. Ein Wahrsager sagte ihr den Tod durch Vergiftung voraus. Um sie zu schützen, sperrte ihr Vater sie in den Turm. Dort wurde sie von einer Schlange gebissen und starb. Die Schlange war in einem Obstkorb in den Turm gelangt.

10. Troja

Archäologische Funde in der Türkei

Auch wenn nur wenige einen Urlaub in Istanbul mit der sagenumwobenen Stadt Troja in Verbindung bringen, ist die Ausgrabungsstätte Trojas nicht weit von Istanbul entfernt und ist durchaus einen Abstecher wert. Ihr braucht allerdings eine gute Vorstellungskraft, um aus den wenigen Mauerresten, die ihr dort seht, euch die historische Stadt Troja vorzustellen. Dennoch lohnt sich ein Ausflug an diesen wichtigen Ort.

Auch wenn niemand so genau weiß, ob es sich bei der archäologischen Stätte auf dem Hügel Hisarlik wirklich um das historische Troja handelt. Dennoch gilt der heutige Ausgrabungsort als der wahrscheinlichste. Gefunden wurde die antike Stadt, die schon Homer als sagenhaft beschrieb, gegen Ende des 19. Jahrhunderts vom deutschen Archäologen Heinrich Schliemann. Aber schon Schliemann selbst wusste, dass er nicht das gesamte Troja, sondern die Pergamos-Burg der Stadt ausgrub.

11. Bosporus

Goldenes Horn Istanbul

Natürlich darf eine Fahrt über den Bosporus bei eurem Trip nach Istanbul nicht fehlen. Die Meerenge verbindet das Schwarze Meer mit dem Marmarameer und ist gleichzeitig eine Meerenge zwischen Europa und Asien. Wo sonst habt ihr die Chance euch zwischen zwei Kontinenten zu bewegen?

Genießt bei einer Fahrt mit der öffentlichen Fähre oder einer der geführten Bootstouren den Ausblick auf die Ufer der Stadt Istanbul sowohl auf der asiatischen und auf der europäischen Seite. Unterwegs legen sowohl die öffentlichen als auch die privaten Bootstouren verschiedenen Fähranlagern an, sodass ihr auch unterwegs Zeit habt an Land zu gehen und euch verschiedene Viertel und Gegenden von Istanbul anzuschauen.

Karte Istanbul Sehenswürdigkeiten

 

 

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