Früher waren sie der Mittelpunkt von Städten und waren den Menschen ein wichtiger Ort für Andachten, Gottesdienste und Lehrstätten. Heute sind sie, neben ihrer Funktion als Gotteshäuser auch beliebte Reiseziele in Deutschland. Denn Kirchen in Deutschland sind heute auch beeindruckende Zeugnisse früherer Baukunst und oftmals kleine Wunder der Technik. Zu den bekanntesten Kirchen in Deutschland gehört der Kölner Dom. Er wurde erst nach rund 630 Jahren fertiggestellt.

Besucht bei eurem nächsten Städtereise die eindrucksvollsten und sehenswertesten Kirchen im gesamten Bundesgebiet. Welche Kirchen in Deutschland ihr bei eurem nächsten Urlaub in Deutschland unbedingt gesehen haben müsst, verraten wir euch hier. Entdeckt ihre spannenden Geschichten und lasst euch von der Ehrwürdigkeit der Bauwerke verzaubern, egal, ob ihr an himmlische Mächte glaubt oder nicht.

1. Frauenkirche in Dresden

Sie ist das Wahrzeichen und eine beliebte Sehenswürdigkeit von Dresden und steht wahrscheinlich wie keine andere Kirche in Deutschland für den Wiederaufbau vieler Gotteshäuser nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Dresdner Frauenkirche wurde in den Jahren 1726 bis 1743  erbaut und gilt als prachtvolles Zeugnis des protestantischen Sakralbaus.

Während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg auf Dresden wurde die Kirche fast komplett zerstört und in den Jahren 1994 bis 2005 wieder aufgebaut. Im Inneren der Kirche findet ihr heute den originalen Altar, der den Krieg mit einigen Schäden überstanden hat. Die Kriegsschäden wurden bewusst am Kernstück des Altars belassen. So bildet er ein rohes Gegenstück zur sonstigen Ausstattung im Stile des Barock. Im Kuppelgewölbe sind auf insgesamt acht Gemälden die Evangelisten und den vier christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung, Liebe und Barmherzigkeit dargestellt.

 

Kirche in Dresden

2. Kölner Dom

Er ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von ganz Deutschland und eines der beeindruckenden sakralen Bauwerke in Deutschland.

Der Grundstein für den Kölner Dom wurde bereits 1248 gelegt und seit dem, mit Unterbrechungen, bis 1880 an dem Bauwerk gearbeitet. Obwohl an der Kirche nahezu alle Baustile der vergangenen Jahrhunderte zu finden sind, sehen Experten ihn als einmalig geglückten Kirchbau, der alle Stile perfekt in sich vereint.

Bis 1884 war der Kölner Dom das höchste Gebäude der Welt. Bereits in frühen Jahren wurde der Vorgängerbau des Kölner Doms ein wichtiger Wallfahrtsort, denn hier werden die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt.

Der Dreikönigenschrein ist im Chorraum zentral aufgestellt und gilt als die größte mittelalterliche Goldschmiedearbeit. Sie ist mit vielen Bildern und Edelsteinen und Perlen verziert. Seit 1996 gehört der Kölner Dom zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Unser Tipp: Um den großen Dom und seine vielen spannenden Highlights zu erfassen, solltet ihr an einer Führung teilnehmen. Die Führungen könnt ihr online buchen.

3. Berliner Dom

Die nächste schöne Kirche in Deutschland findet ihr in der deutschen Hauptstadt Berlin auf der Spreeinsel. Bereits im 15. Jahrhundert gab es auf der Spreeinsel eine Kirche, die über die Jahre immer weiter verändert, bzw. ausgebaut wurde, um sie an die Gegebenheiten anzupassen. Der heutige Dom wurde nach längeren Bauverzögerungen ab 1894 errichtet und 1905 fertiggestellt.

Nachdem der Berliner Dom im Zweiten Weltkrieg erheblichen Schaden genommen hatte, wurde er ab 1975 wieder aufgebaut.

Im Inneren des nahezu quadratischen Bauwerks findet ihr eine Sauer-Orgel von 1905, außerdem könnt ihr hinauf in die Kirchenkuppel schauen. Dort befinden sich in der Mitte ein Heiliggeistfenster, Mosaike mit der Seligpreisung und ein Relief mit Szenen der Apostelgeschichten. Besucht den Berliner Dom bei einem Wochenendtrip nach Berlin.

Heute wird der Berliner Dom auch genutzt, wenn wichtige politische Ereignisse in der Bundesrepublik gefeiert werden oder Staatsakte stattfinden.

Kirche auf der Spreeinsel in Berlin

4. Aachener Dom

Der Aachener Dom wurde auf Geheiß von Karl des Großen errichtet und blickt zurück auf eine 1200-jährige Geschichte. Von 936 bis 1531 war der Dom Krönungsort der römisch-deutschen Könige. Auch wenn im Laufe der Zeit viele Baustile das Äußere der Kirche beeinflussten, gilt sie bis heute als bedeutendstes Beispiel für die karolingische Renaissance. Er gehört zum Welterbe der UNESCO und beherbergt eine Vielzahl von wichtigen Kunstgegenständen, die in der Domschatzkammer ausgestellt sind.

Unter den dort gezeigten Exponaten ist auch der Proserpina-Sarkophag. In diesem Marmorsarg soll Karl der Große nach seinem Tod 814 im Aachener Dom beigesetzt worden sein. Die Ausstellung in der Domschatzkammer unterteilt sich in die Bereiche Karl der Große, Liturgie, Krönungen, Marienverehrung, Wallfahrt und Reliquienschatz.

Kirche in Aachen

5. Erfurter Dom

Die nächste deutsche Kirche findet ihr in der wunderschönen Stadt Erfurt. Hier prägt das Ensemble aus Erfurter Dom und der Severikirche das Stadtbild der thüringischen Landeshauptstadt.

Bereits 752 soll an der Stelle des heutigen Doms eine erste Kirche gestanden haben. Erstmalig erwähnt wurde das Bauwerk 1117. Heute könnt ihr euch in der Kirche aus dem Mittelalter erhaltene Glasfenster und die weitgehend original erhaltene Raumausstattung des Chores ansehen. Außerdem ist der Hochaltar erhalten. Er wurde zwischen 1997 und 1707 angefertigt. Das Geläut der Kirche umfasst insgesamt 13 Glocken. Eine von ihnen, die Gloriosa, ist die größte freischwingende mittelalterliche Kirchenglocke der Welt.

Kirche in Erfurt

6. Hamburger Michel

Eigentlich heißt der Hamburger Michel Hauptkirche Sankt Michaelis, aber dieser Name wird so gut wie nie genutzt. Er ist eine der Sehenswürdigkeiten von Hamburg und das Wahrzeichen der Hafenstadt. Der Michel gilt als bedeutendste Barockkirche Norddeutschlands und ist dem Erzengel Michael geweiht.

Bereits im Jahr 600 soll an der Stelle des heutigen Michel eine Kirche gestanden haben. Sichere Erkenntnisse hat man darüber, dass der heutige Michel der dritte Bau an dieser Stelle ist. Nach einem Brand im Jahr 1906 wurde die Kirche wieder komplett neu aufgebaut.

Der Innenraum der Backsteinkirche ist lichtdurchflutet und das Deckengewölbe erstrahlt in hellem weiß. Ein besonderes Highlight ist der Kirchenturm, der rund 132 Meter hoch ist und schon immer ein wichtiger Orientierungspunkt für Schiffe mit Kurs auf Hamburg darstellte. Von der Besucherplattform in 83 Metern Höhe bietet sich euch ein weitläufiger Blick über das Hamburger Stadtgebiet.

Kirche in Hamburg

7. Bamberger Dom

Der Kaiserdom von Bamberg beeindruckt schon von außen mit seinen vier Türmen und liegt etwas erhöht auf dem Domberg in Bamberg. Bekannt ist der Dom vor allen für den Bamberger Reiter, ein Reiterstandbild im Inneren der Kirche aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Die Geschichte des Doms geht zurück bis in das Jahr 1004, als Kaiser Heinrich II. den Grundstein für den ersten Dom legte. Dieser Bau wurde allerdings 1081 von einem Feuer zerstört.

Heute ist der Bamberger Dom nicht nur ein beliebtes Touristenziel. Im Inneren der Kirche findet ihr eine große Zahl an historischen Figuren, beeindruckende Chöre und eine prunkvolle Ausstattung. Besonders sehenswert ist das Grab des Papstes Clemens II.. Es ist das einzige erhaltene Grab eines Papstes nördlich der Alpen. Ein weiteres beeindruckendes Grabmal im Inneren der Kirche ist das Kaisergrab. Dort liegen Kaiser Heinrich II. und die Kaiserin Kunigunde. Bamberg gehört zu den schönsten Städten von Deutschland.

Kirche in Bamberg

8. Bonner Münster

Die nächste schöne Kirche von Deutschland, die wir euch vorstellen möchten, ist das Bonner Münster. Bereits im 11. Jahrhundert wurde es als romanische Stiftskirche erbaut. Funde deuten aber darauf hin, dass bereits in der Römerzeit an dieser Stelle eine Kultstätte stand.

Dir Kirche vereint gotische und romanische Stilelemente, das Innere der Kirche stammt vor allem aus der Zeit des Barock und den letzten Jahrhunderten. So fügen sich alle Elemente und Stile im Bonner Münster zu einem passenden Gesamtpaket zusammen.

Im Inneren des Bonner Münsters findet ihr zwei Altäre aus Marmor, die aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen und eine Bronzestatue der Heiligen Helena. In der Krypta aus dem 11. Jahrhundert könnt ihr die Nachbildung eines historischen Schreins besichtigen. Das Original wurde 1587, genau wie der größte Teil des Kirchenschatzes gestohlen.

Unser Tipp: Jedes Jahr während des Stadtpatronenfestes könnt ihr am 10. Oktober die Gruft des Bonner Münsters besichtigen. Hier sollen die christlichen Märtyrer Cassius und Florentius sowie Malusius gelegen haben.

Kirche in Bonn

9. Ratzeburger Dom

Auf der Altstadtinsel von Ratzeburg erhebt sich die Silhouette des Ratzeburger Doms. Die Backsteinkirche wurde ab 1160 erbaut und ist ein wichtiges Zeugnis der romanischen Backsteinarchitektur. Im Inneren der Kirche findet ihr das älteste Chorgestühl Norddeutschlands und auch der Hochaltar von 1629 sowie das 1649 geschaffene Epitaph sind erhalten. Es zeigt August von Sachsen-Lauenburg und seine Ehefrau Gräfin Catharina zu Oldenburg und Delmenhorst.

Weitere alte Schätze sind der geschnitzte Flügelaltar aus der Spätgotik und die prächtige Renaissancekanzel aus dem Jahr 1576.

Kirche in Ratzeburg

10. Schlosskirche in Wittenberg

Sie gehört nicht nur wegen ihrer Architektur, sondern auch wegen ihrer historischen Bedeutung zu den schönsten Kirchen in Deutschland. Die Schlosskirche in Wittenberg war es, wo Martin Luther seine 95 Thesen am 31. Oktober 1517 an die Tür schlug. Die damals hölzerne Tür wurde von den Gelehrten und Angehörigen der Universität dazu genutzt, um Informationen auszuhängen und sie so der Bevölkerung und anderen Gelehrten Kund zu tun.

Im Siebenjährigen Krieg wurde die Tür leider ein Opfer der Flammen. Heute könnt ihr eine bronzene Tür aus dem Jahr 1858 bewundern. Sie wurde von König Friedrich Wilhelm IV. anlässlich Luthers 375. Geburtstag gestiftet. Auf ihr ist der Text der Thesen in lateinischer Schrift zu lesen.

Bereits 1340 wurden an der Stelle der heutigen Schlosskirche ein Schloss und eine Kirche erbaut. Seit 1996 gehört die Schlosskirche zu den UNESCO-Welterbestätten. Eine weitere Wirkungsstätte Martin Luthers war die Wartburg. Sie gehört bis heute zu den schönsten Burgen und Schlössern in Deutschland.

11. Elisabethkirche in Marburg

Ab 1235 wurde die Elisabethkirche in Marburg am Fuß des Schlossberges errichtet. Sie wurde über dem Grab der heiligen Elisabeth von Thüringen errichtet, was sie im späten Mittelalter zu einem bedeutenden Wallfahrtsort machte.

Die Elisabethkirche ist die erste rein gotische Kirche im deutschen Kulturgebiet. Bis ins 16. Jahrhundert war die Kirche Grablege der Landgrafen von Hessen. Die Gebeine der Heiligen Elisabeth findet ihr heute übrigens nicht mehr in der Kirche zu finden. Um ein Zeichen gegen den Reliquienkult zu setzten, entfernte der damalige Landgraf 1539 alle Reliquien aus der Kirche. Ihr findet sie heute verteilt über Klöster und Museen in ganz Europa.

12. Dom zu Speyer

Der Dom zu Speyer ist die größte erhaltene romanische Kirche der Welt und gehört mit zu den schönsten Sehenswürdigkeiten unseres Landes. Seit 1981 zählt der Dom zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist Hauptanziehungspunkt der Speyrer Altstadt. Von seinem Kirchturm aus habt ihr einen tollen Blick über Speyer und die Region. Auf dem Weg zum Kirchturm hinauf passiert ihr den Kaisersaal. Er liegt über dem Eingangsportal des Doms. In dem Saal befinden sich neun monumentale Fresken des Malers Johann Baptist Schraudolph, die ehemals an den Wänden des Querhauses zu sehen waren. Als der Dom renoviert wurde, wurden sie abgebaut und eingelagert. Seit 2012 könnt ihr sie nun im Kaisersaal bestaunen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Krypta aus dem Jahr 1041. Sie befindet sich unter dem Dom und kann betreten werden.

Kirche in Speyer

13. Ulmer Münster

Das Ulmer Münster ist die größte evangelische Kirche von Deutschland und hat den höchsten Kirchturm der Welt. Dieser ist 161,53 Meter hoch und wurde 1890 fertiggestellt. Der Grundstein für die Kirche wurde bereits 1377 gelegt, als Ulm eine freie Reichsstadt wurde und noch römisch-katholisch war. Erst 1530 wurde Ulm evangelisch und somit auch die gotische Kirche.

Besonders sehenswert sind die Portale der Kirche. Sie zeigen detailreiche Darstellungen des Jüngsten Gerichts, die Schöpfungsgeschichte, inklusive eines Gottes mit einer runden Erde und anderen Planetenkugeln. Im Kircheninneren findet ihr weitere detailreich verzierte Kunstschätze, Kanzel, Fenster und Orgeln.

14. Gustav-Adolf-Stabkirche in Goslar

Die letzte Kirche, die es auf die Liste der schönsten Kirchen in Deutschland geschafft hat, unterscheidet sich optisch stark von den anderen vorgestellten Kirchen. Von 1907 bis 1908 entstand die Kirche nach Vorbild einer Stabkirche. Diese Kirchenbauweise wurde vor allem in den skandinavischen Ländern, aber auch in Norddeutschland zu Beginn der Christianisierung genutzt.

Der Stabbau ist ein Tragwerk aus senkrecht sehenden Masten, auf denen die gesamte Dachkonstruktion ruht. Die originalen Stabkirchen weißen häufig noch heidnische Symbole wie Drachenköpfe oder Schlangensymbole auf. Dies wurde in der Stabkirche von Goslar übernommen.

Auch das Innere der Kirche ist komplett aus Holz und bietet etwa 50 Menschen Platz. Viele Verzierungen findet ihr an den Wänden und an den Decken der Kirche.

Übrigens: Die Stabkriche liegt nicht weit entfernt vom Nationalpark Harz. Er gehört zu den insgesamt 16 Nationalparks, die es in Deutschland gibt.

Stabkirche in Goslar

Karte Kirchen in Deutschland


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