Sie sind seit vielen Jahrhunderten ein wichtiger Teil der deutschen Kultur- und Wirtschaftlandschaft. Auch wenn es nicht mehr viele sind, leben Mönche und Nonnen in Klöstern in Deutschland und haben ihr Leben ganz auf Gott eingestellt.

Für viele Menschen sind sie nicht nur beliebte Reiseziele in Deutschland, sondern auch Orte des Rückzugs und des zur Ruhe Kommens. Ihr könnt die Klöster in Deutschland nicht nur besichtigen und mehr über ihre spannende Geschichte erfahren, sondern auch einen Urlaub im Kloster verbringen. Völlig abgeschieden von Medien und dem Zwang immer erreichbar zu sein.

Wir zeigen euch die schönsten Klöster in Deutschland. Viele werden bis heute als Klöster bewohnt, andere haben ihre Funktion verloren und dienen einem anderen Zweck. Viele Klöster in Deutschland wurden im Zuge der Reformation oder um 1800 aufgelöst. Die meisten von ihnen findet ihr heute noch im Süden von Deutschland vor allem Bayern und Baden-Württemberg. Besucht bei eurem nächsten Wochenendtrip eines der schönen Klöster.

1. Abtei Maria Laach, Rheinland-Pfalz

Majestätisch erhebt sich die Klosteranlage der Abtei Maria Laach über den Laacher See in der Eifel. Gegründet wurde das Benediktinerkloster zwischen 1093 und 1216. Ihr könnt das Kloster nicht nur im Rahmen eines Tages besichtigen, sondern auch in einem Gästeflügel übernachten und euch an Gottesdiensten beteiligen und mit den Nonnen und Ordensbrüdern ins Gespräch kommen.

Ein besonderes Highlight ist die große Bibliothek der Abtei Maria Laach. Sie umfasst etwa 260.000 Titel, von denen rund 9000 vor 1800 gedruckt wurden. Sie zählt damit zu den größten Privatbibliotheken in Deutschland.

Das Kloster ist außerdem ein kleines Wirtschaftsunternehmen. Es verpachtet ein Stück Land an einen Biobauernhof, verfügt über eine Klostergärtnerei, einen Verlag sowie einen Buch- und Kunstladen und weitere wirtschaftliche Standbeine.

Ein Ausflug an einen der schönsten Seen von Deutschland, den Laacher See, könnt ihr von hier ebenfalls unternehmen.

Kloster in Rheinland-Pfalz

2. Kloster Plankstetten, Bayern

Das nächste der Klöster in Deutschland liegt in Bayern und wird ebenfalls von Benediktiner-Mönchen bewohnt. Die Gründung des Klosters liegt im Jahr 1129 und bereits seit dem 15. Jahrhundert wird in der Abtei eigenes Bier gebraut und verkauft.

Heute ist das Kloster ein kleines Wirtschaftsunternehmen mit eigener Metzgerei, Gärtnerei, Brennerei, Bäckerei, Hofladen, Restaurant und Imkerei. Viele der Produkte sind zertifizierte Bioprodukte. Besonders schön ist auch die Klosterkirche, die Elemente aus Barock, Gotik und Rokoko vereint.

KLoster in Bayern

3. Abtei St. Hildegard, Hessen

Idyllisch gelegen in mitten von Weinbergen findet ihr die Abtei St. Hildegard in Rüdesheim am Rhein. Das Kloster wurde 1904 gegründet und von Fürst Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg gestiftet. Es wurde im neoromantischen Stil neu erbaut und verfügt über eine schön gestaltete Abteikirche.

Das Kloster steht in der Nachfolge der von der heiligen Hildegard von Bingen gegründeten Klöstern Rupertsberg und Eibingen.

Ihr könnt euch das Kloster ansehen und tagsüber die Klosterkirche besichtigen. Außerdem könnt ihr als Gäste im Kloster übernachten oder an einem der angebotenen Kurse teilnehmen.

Unterhalten wird das Kloster durch die Vermarktung und den Verkauf des Weines vom eigenen Weingut. Diesen könnt ihr online oder vor Ort kaufen. Außerdem verfügt das Kloster über eine Restaurierungswerkstatt, Keramikwerkstatt und Goldschmiede. Im Klostercafé könnt ihr bei einer Erkundung der Wanderwege durch die Weinberge einkehren und ein Stück Kuchen genießen.

Kloster in Hessen

4. Erzabtei Beuron, Baden-Württemberg

Diese beeindruckende Klosteranlage findet ihr malerisch gelegen an der Donau, nur rund eine Autostunde vom Bodensee entfernt gelegen. Seit 1863 wird die Erzabtei als Benediktinerkloster betrieben. Zuvor war das Kloster von der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts bis 1803 ein Augustiner Chorherrenstift.

Zu der Anlage gehört eine beeindruckend ausgestattete Kloster- und Wallfahrtskirche im Stile des Barock. Sie ist geprägt durch ihre vielen kunstvollen Deckengemälde der Beuroner Kunstschule. Diese entstand aus einer Gruppe von Künstlern, die sich 1868 in der Abtei zur Erneuerung der katholisch-kirchlichen Kunst zusammenschlossen. Ihre Vorbilder waren vor allem die ägyptischen, altchristlichen und byzantinischen Künste.

Die Erzabtei Beuron bietet für Gäste Übernachtungsmöglichkeiten und Seminare an. Ihr könnt hier in der Klosterbuchhandlung stöbern oder Obstbrände und Kräuterschnäpse aus der eigenen Brennerei erwerben. Außerdem bietet das Kloster Tees und kosmetische Produkte an.

5. Kloster Maulbronn, Baden-Württemberg

Zwischen Heilbronn und Pforzheim gelegen findet ihr das Kloster Maulbronn. Die Klosteranlage ist die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen. Im Zuge der Reformation und den folgenden geschichtlichen Umbrüchen war das Kloster zeitweilig verlassen und immer mal wieder von Mönchen bewohnt. Heute sind im Kloster Maulbronn, das in der Stadtmitte von Maulbronn liegt, die Polizei, mehrere Restaurants, das Rathaus, mehrere Verwaltungsämter und ein evangelisches Gymnasium mit Internat untergebracht.

Ihr könnt das Kloster heute im Rahmen einer Führung besichtigen und mehr über die Geschichte des Baus erfahren. Besondere Highlights sind dabei die Vorhalle der Klosterkirche im Stil der frühen Gotik und das Brunnenhaus mit seinem dreischaligen Brunnen.

Einen Ausflug zum Kloster Maulbronn könnt ihr wunderbar mit einem Besuch in der Therme Bad Schönborn verbinden. Sie gehört zu den besten Thermen in ganz Deutschland.

Ehemaliges Kloster in Baden-Württemberg

6. Kloster Ottobeuren, Bayern

Seit 764 findet ihr das Kloster Ottobeuren zwischen Kaufbeuren und Memmingen in Oberschwaben. Heute wird das Kloster von rund 19 Benediktinermönchen bewohnt.

Besonders beeindruckend ist die Basilika St. Alexander und St. Theodor, die zwischen 1737 und 1766 als Klosterkirche erbaut wurde. Zur der Ausstattung der Kirche gehören prächtige Kuppel- und Deckenfresken, Altarbilder und Stuckarbeiten.

Die Architektur des Klosters könnt ihr als Gesamtkunstwerk betrachten. Denn weitere Räume des Klosters wie der Kaisersaal zeugen von der Schönheit des Barock. Sehenswert ist auch die Bibliothek des Klosters Ottobeuren. Hier findet ihr viele mittelalterliche Handschriften, hunderte von Inkunabeln und frühe Drucke.

Im Kloster Ottobeuren könnt ihr euch im Museum die Geschichte und Kunstgegenstände des Klosters anschauen, außerdem könnt ihr euch im Klostercafé stärken oder eine Führung durch die Räume des Klosters buchen.

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Kloster in Bayern

7. Kloster Blieskastel, Saarland

Das Kloster Blieskalstel ist seit dem 17. Jahrhundert ein beliebter Wallfahrtsort für Gläubige. Diese werden von dem Vesperbild „Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“ aus dem 14. Jahrhundert angelockt. Aufbewahrt wird dieses in der Heilig-Kreuz-Kapelle, die 1682 erbaut wurde. Der Pfeilmadonna werden heilende Kräfte nachgesagt.

Da die Kapelle den Zustrom der Pilger schon bald nicht mehr fassen konnte, wurde 1925 eine größere Klosterkirche eingeweiht. Seit 2005 wird das Kloster Blieskastel von Franziskaner-Minoriten betreut und bewohnt.

Kloster im Saarland

8. Kloster Loccum, Niedersachsen

Zwischen Weser und Steinhuder Meer gelegen erwartet euch das Kloster Loccum. Gegründet wurde es 1163 als Zisterzienserkloster und gilt wie das Kloster Maulbronn als das am besten erhaltene Zisterzienserkloster nördlich der Alpen. Nachdem das Kloster nicht mehr zur katholischen Kirche gehörte entstand hier zu Beginn des 19. Jahrhunderts das neue Predigerseminar für 12 Kandidaten.

Der deutsche Pilgerweg Loccum-Volkenroda verbindet es mit dem Kloster Volkenroda in Thüringen. Heute wird das Kloster von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover betreut und wird als Predigerseminar, Tagungshaus und Ausflugsziel genutzt.

Die Klosterkirche wurde wahrscheinlich in den Jahren 1230/40 bis 1280 errichtet und gehört damit zur ältesten Bauperiode der Klosteranlage.

Kloster in Niedersachsen

9. Abtei Neresheim, Baden-Württemberg

Ein weiteres Kloster in Baden-Württemberg, das wir euch nicht vorenthalten möchten ist die Abtei Neresheim. Sie wurde 1095 gegründet und 1106 in eine Benediktinerabtei umgewandelt.

Die 1750 erbaute Abteikirche gilt als geistliches und architektonisches Zentrum der Klosteranlage und ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in ganz Baden-Württemberg. Die Kirche ist mit einer großen Zahl von beeindruckenden Fresken geschmückt. Diese wurden von Martin Knoller geschaffen und gehören zu den wichtigsten Fresken des späten Barock. Der Innenraum der Kirche erstrahlt ansonsten in hellem Weiß. Die Hauptorgel stammt aus den Jahren 1794 bis 1797 und ist bis heute weitestgehend im Originalzustand erhalten.

Heute könnt ihr im Klosterhospiz übernachten und die Ruhe und Zurückgezogenheit des Klosters genießen. Besucht das Klostermuseum und erfahrt mehr über die Abtei Nersheim. Im Klostergutladen könnt ihr Produkte aus eigener Herstellung erwerben oder in der Kloster-Buchhandlung stöbern. Außerdem könnt ihr euch das Kloster im Rahmen einer Führung zeigen lassen.

Kloster in Baden-Württemberg

10. Kloster Lehnin, Brandenburg

Von 1180 bis 1542 existierte das Kloster Lehnin als Zisterzienserabtei im Ort Lehnin. Heute wird es als Einrichtung der evangelischen Kirche genutzt. Ihr könnt dort Urlaub machen, während eurer Pilgerreise übernachten oder das Museum besuchen. Außerdem wird es als Tagungsstätte für verschiedenen Anlässe genutzt.

Die Klosterkirche ist eine spätromantisch-frühgotische Backsteinkirche. Die Innenausstattung der Kirche ist anders als bei katholischen Kirchen recht schlicht gehalten. Bei einer Führung über das Klostergelände könnt ihr noch mehr über die Geschichte der einzelnen Gebäude und ihre Architektur erfahren.

Ehemaliges Kloster in Brandenburg

11. Kloster Blaubeuren, Baden-Württemberg

Direkt neben dem Naturwunder Blautopf gelegen findet ihr das Kloster Blaubeuren. Von 1085 bis zur Reformation war das Kloster Wohn- und Wirkungsstätte von Mönchen des Benediktinerordens. Danach wurde es zum evangelischen Seminar und wird heute als altsprachliches Gymnasium genutzt. Schüler der 9. bis 12. Klasse leben hier im Internat.

Besichtigt die Klosterkirche aus dem 15. Jahrhundert und bestaunt das Chorgestühl und den Hochaltar, die beide noch aus dem Mittelalter stammen und von Künstlern und Bildhauern der Ulmer Schule geschaffen wurden.

Im Rahmen einer Führung könnt ihr das Klostergelände kennenlernen. Ein Highlight ist dabei auch das historische Badehaus der Mönche. Die Führungen werden auch als Kostümführungen angeboten.

Kloster am Blautopf in Baden-Württemberg

12. Kloster Lorsch, Hessen

Begebt euch auf eine spannende Zeitreise und besucht bei eurem nächsten Urlaub in Deutschland das Kloster Lorsch zwischen Worms und Bensheim. Von 764 bis 1564 war es ein wichtiges Kloster und Geisteszentrum. Durch die Schenkung einer Reliquie durch den Papst nahm die Zahl der Pilger schlagartig zu und das Kloster konnte sich immer weiter vergrößern. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster Lorsch durch den Kurfürsten der Pfalz schließlich aufgelöst.

Im Kloster entstanden wichtige Handschriften. So etwa der Lorscher Codex, das Lorscher Evangeliar und der Lorscher Bienensegen.

Heute gehört die Klosteranlage zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Torhalle des Klosters ist eines der wenigen vollständigen erhaltenen Baudenkmale aus der Zeit der Karolinger. In der Zehntscheune ist ein Schaudepot untergebracht, wo ihr Ausgrabungsgegenstände aus dem 2. und 3. Jahrhundert bestaunen könnt. Außerdem werden karolingische Säulen und andere Fundstücke aus der Blütezeit des Klosters ausgestellt.

Im Museumszentrum auf dem Gelände findet ihr außerdem ein Tabakmuseum und eine klostergeschichtliche Abteilung. Ein angelegter Kräutergarten greift die Geschichte des Lorscher Arzneibuches auf. Dieses stammt vom Ende des 8. Jahrhunderts und stellt den Beginn der Medizin in der westlichen Welt dar.

Kloster in Hessen

13. St. Trudpert, Bayern

In der Nähe von Freiburg im Breisgau liegt das Kloster St. Trudpert. Heute wird es von der Kongregation der Schwestern vom Heiligen Josef betrieben. Die Spuren des Klosters St. Trudpert lassen sich zurückverfolgen bis in das Jahr 600. Ab dem 9. Jahrhundert wurde es bis zu seiner Säkularisierung 1806 als Benediktinerkloster betrieben. Ab 1919 zogen die ersten Schwestern vom heiligen Josef in das Kloster ein.

Ihr könnt das schön gelegene Kloster im Münstertal besichtigen oder dort als Gast übernachten. Außerdem könnt ihr das Kloster auf Zeit ausprobieren und den Tagesablauf in einem Kloster kennenlernen. Die Benediktinerabtei verfügte über einen großen Schatz mit bedeutendem Goldschatz. Einige der Stücke sind heute in der Eremitage in Russland und im Metropolitan Museum of Art in New York ausgestellt.

Kloster in Bayern

14. Kloster Drübeck, Sachsen-Anhalt

Das ehemalige Benediktinerinnenkloster in Ilsenburg (Harz) ist heute eine Tagungsstätte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Es wird als Pädagogisch-Theologisches Institut genutzt und  verfügt über ein Haus der Stille und ein Pastoralkolleg sowie Medienzentrum.

Erstmalig erwähnt wurde das Nonnenkloster 960. Die Wirren der Reformationszeit überstand das Klosterleben mit einer kurzen Unterbrechung und wurde danach bis 1946 als evangelisches Damenstift weitergeführt. Danach wurde es zu einem Erholungsheim und ab 1996 zogen die heutigen Einrichtungen in die Anlage ein.

Ihr könnt in dem ehemaligen Kloster auch übernachten und die Abgeschiedenheit der Anlage nutzen, um zur Ruhe zu kommen oder die Gegend bei einer Wandertour zu erkunden.

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Kloster in Sachsen-Anhalt

Karte Klöster in Deutschland


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