Sie wirken wie Landschaften von einem anderen Planeten und doch findet ihr sie mitten in Deutschland. Wir zeigen euch kleine Naturwunder in Deutschland, die ihr so vielleicht nicht erwartet hättet. Wenn ihr dachtet, um einen Geysir zu sehen, müsstet ihr bis nach Island reisen, dann klären wir euch auf.

Diese Naturwunder sind die perfekten Urlaubsziele in Deutschland für euren nächsten Wochenendtrip. Wandert durch tiefe Schluchten, begebt euch tief unter die Erde und badet in malerisch gelegenen Bergseen.

Wir zeigen euch die schönsten Orte Deutschlands, die die Natur in unserer Heimat geschaffen hat.

1. Königssee, Bayern

Fast könntet ihr glauben an einem norwegischen Fjord gelandet zu sein. Denn der Königssee im Berchtesgadener Land schlängelt sich, eingebettet zwischen steilen Berghängen, durch die Landschaft.

Mit einem leisen Elektroboot könnt ihr auf die im See liegende Halbinsel übersetzen und die dort stehende Wallfahrtskirche St. Bartholomä besichtigen. Ihr markantes Äußeres mit den weißen Wänden und den roten Dächern macht sie zu einem beliebten Ausflugsziel und zu einer der schönsten Kirchen in Deutschland. Insgesamt erstreckt sich der smaragdgrün schimmernde See über eine Länge von acht Kilometern und wird bis zu 192 Metern tief. Er bleibt so auch im Sommer recht kühl und bietet sich,  wenn nur für kurze Bäder an.

Besonders sehenswert sind zudem der Röthbachfall und der Landtalgraben-Wasserfall am Obersee.

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See in Bayern

2. Lüneburger Heide, Niedersachsen

Das nächste Naturwunder in Deutschland findet ihr südlich von Hamburg. Die Lüneburger Heide ist die größte zusammenhängende Heidefläche in ganz Europa und lockt jedes Jahr unzählige Touristen an. Ihr könnt die Heide nicht nur auf unzähligen Wanderwegen durchstreifen, sondern auch ihre einzigartige Naturschönheit erleben. Knochige Wacholdersträucher, die ihr überall findet erheben sich in bizarren Formen über die Heidelandschaft.

Bis ins 19. Jahrhundert rankten sich viele Legenden um die mysteriöse Landschaft und die Leute mieden den Landstrich, so gut sie konnten. Besonders schön ist es, wenn ihr bei Tagesanbruch durch die Heide streift und die Nebelschwaden noch über der Landschaft hängen.

Auf eurer Tour könnt ihr auch die ein oder andere Heidschnucken-Herde sehen. Die Schafrasse ist vor allem in der Lüneburger Heide verbreitet, ihr findet sie mittlerweile aber auch im gesamten Rest von Europa.

Heide Landschaft in Niedersachsen

3. Felsenmeer, Hessen

Wie ein gigantischer Strom aus Steinen scheint sich das Felsenmeer eins seinen Weg vom Felsenberg hinab ins Tal gesucht zu haben. Der Sage nach soll das Felsenmeer in Lautertal entstanden sein, als zwei dort hausende Riesen sich gegenseitig mit Felsbrocken bewarfen. Einer der beiden Riesen wurde bald unter den Steinen des anderen begraben. Angeblich soll man ihn auch heute noch gelegentlich unter den Steinen brüllen hören.

Schon die Römer bauten am Felsenmeer Steine ab. So findet ihr insgesamt 300 unfertige Stücke auf 15 Werkplätzen verteilt, die die Römer hier unvollendet zurückließen.

Heute ist das Felsenmeer im Odenwald eine beliebte Sehenswürdigkeit und ein Ziel vieler Wanderer. Im Geopark Informationszentrum der Gemeinde Lautertal könnt ihr euch über die Geschichte des Steinmeeres informieren.

Felsenmeer im Odenwald

4. Kreidefelsen auf Rügen

Sie sind das Wahrzeichen der Insel Rügen und sind nicht nur ein beliebtes Ziel für Aktivurlauber, sondern auch ein besonders romantischer Ort in Deutschland. Die Kreidefelsen von Rügen schaffen ein einzigartiges Farbspiel, das sie so einzigartige macht. Das Weiß der Felsen und das Grün der Bäume vermischen sich im Wasser zu einem schönen türkisblau.

Einen besonders schönen Ausblick habt ihr vom bekanntesten und höchsten Aussichtspunkt auf den Kreidefelsen, dem Königsstuhl. Bestaunt die einzigartige Naturlandschaft Deutschlands und lasst euch den Wind der Ostsee um die Nase wehen. Die Kreidefelsen von Rügen liegen im kleinsten  der 16 deutschen Nationalparks, dem Nationalpark Jasmund.

Steilküste auf Rügen

5. Blautopf, Baden-Württemberg

Intensiv blau schimmert der See Blautopf bei Blaubeuren am Rande der Schwäbischen Alb. Besonders schön strahlt die blaue Farbe, wenn die Sonne scheint. Der Blautopf ist die zweit-wasserreichste Karstquelle Deutschlands

Um den See, der rund 19 Meter tief ist, ranken sich eine Menge Sagen und Legenden. So soll eine Wassernixe Versuche den Grund des Sees mit einem Lot zu erreichen vereitelt und das Gewicht gestohlen haben. Außerdem soll hier eine verstoßene Wassernixe aus dem Schwarzen Meer leben, die nicht lachen kann.

Am Grund des Sees gibt es übrigens noch die Blauhöhle. Diese kann allerdings nur von erfahrenen Höhlentauchern erreicht werden. Rund um den See könnt ihr euch ein historisches Hammerwerk anschauen oder das Kloster Blaubeuren, das zu den schönsten Klosteranlagen in Deutschland zählt.

See Schwäbische Alb

6. Wattenmeer, Niedersachsen und Schleswig-Holstein

In den hohen Norden von Deutschland führt uns das nächste Naturwunder. Das Wattenmeer in der Nordsee ist eine etwa 9000 Quadratkilometer große Landschaft, die von den Gezeiten geprägt ist. Seit 2009 gehört das Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe. Das Wattenmeer der Nordsee ist das größte Wattenmeer der Welt und somit eine echtes Naturwunder.

Zweimal am Tag zieht sich das Wasser zurück und ihr könnt das Wattenmeer bei einem Spaziergang, einer Kutschfahrt oder einer Führung erleben. Es ist der Lebensraum für viele unterschiedliche Pflanzen und Tierarten. Viele Zugvögel machen hier Halt. Im Sommer könnt ihr außerdem Robben beobachten.

Ihr wollt Strände mit Wasser? Wir zeigen euch die schönsten Strände Deutschlands

Wattwanderung in der Nordsee

7. Spreewald, Brandenburg

Im Südosten des Bundeslandes Brandenburg findet ihr die wunderschöne Landschaft des Spreewaldes. Dieses ausgedehnte Niederungsgebiet wird vor allem durch die natürliche Flussverzweigung der Spree dominiert.

Der Spreewald ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet und Urlaubsziel in Deutschland. Ihr könnt hier lange Wanderungen unternehmen oder auf den vielen Wasserwegen die Region erkunden. Geprägt ist der Spreewald von der Kultur der Sorben. Diese ist im gesamten Bundesgebiet vor allem wegen der farbenfroh gestalteten Ostereier bekannt.

8. Laacher See, Rheinland-Pfalz

In der Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz findet ihr den Laacher See. Er ist nicht nur der größte See des Bundeslandes, sondern auch fast kreisrund.

Die Form hat er seinem vulkanischen Ursprung zu verdanken, denn eigentlich ist er ein vollgelaufener Vulkankrater. Ausgebrochen ist der Vulkan übrigens das letzte Mal 10930 v. Chr. Heute ist er ein beliebter Badesee in Deutschland und bietet darüber hinaus noch weitere Freizeitmöglichkeiten. Ihr könnt ein Boot mieten, Minigolf spielen oder die nahegelegene Benediktiner Abtei Maria Laach besichtigen.

See in der Vulkaneifel

9. Triberger Wasserfälle, Baden-Württemberg

Sie sind die höchsten Wasserfälle in ganz Deutschland und stürzten über rund 163 Meter in die Tiefe. Über insgesamt sieben Fallstufen sucht sich das Wasser seinen Weg nach unten. Besonders wenn Schmelzwasser und starke Regenfälle die Wassermassen anschwellen lassen, zeigen sich die Wasserfälle in besonderer Aktion. Ein errichteter Steg mit Aussichtsplattform lässt euch so nah an die Wasserfälle herankommen, dass ihr die Gischt auf der Haut spüren könnt.

Die Triberger Wasserfälle liegen nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt und sind das ganze Jahr über zu besichtigen. Abends ab 22 Uhr werden sie außerdem stimmungsvoll beleuchtet.

Sie sind allerdings nicht die einzigen Wasserfälle in Deutschland. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 500 Wasserfälle, die meisten davon in Bayern und Baden-Württemberg. Wir zeigen euch die 14 schönsten Wasserfälle in diesem Beitrag.

Wasserfälle in Deutschland

10. Kaltwassergeysir Andernach, Rheinland-Pfalz

Im Geopark Laacher See wartet noch ein zweites Naturwunder auf euch, das wir euch nicht vorenthalten wollen. Auf einer Halbinsel im Rhein befindet sich der höchste Kaltwassergeysir der Erde. Der Geysir Andernach spuckt rund alle zwei Stunden bis zu acht Minuten lang eine Wasserfontäne in die Höhe. Der Strahl wird bis zu 60 Metern hoch.

Zu dem Geysir gehört außerdem das Erlebniszentrum Geysir Andernach. Hier erfahrt ihr alles über die Funktionsweise eines Geysirs. Diese könnt ihr sonst nur bei einem Urlaub in Island bestaunen.

Bereits 1903 wurde der Geysir durch eine Bohrung freigelegt und das Wasser konnte an die Oberfläche dringen. Nach einer Unterbrechung wurde der Geysir Andernach ab 2005 wieder touristisch erschlossen und ist heute eine beliebte Attraktion in der Region. Er gehört außerdem zu den 15 Meisterwerken zwischen Rhein und Mosel.

Andernach Geysir am Rhein

11. Sächsische Schweiz, Sachsen

Malerische Felsformationen und einen wundervollen Ausblick auf die Elbe. All das findet ihr in der Sächsischen Schweiz, dem deutschen Teil des Elbsandsteingebirges. Besonders bekannt ist die Bastei mit ihrer Basteibrücke. Schon seit dem mehreren Jahrhunderten ist die Sächsische Schweiz eine beliebte Wanderregion und diente schon vielen Künstlern als Vorlage für Bilder und Gedichte.

Seit 1990 existiert der Nationalpark Sächsische Schweiz. Somit ist er der einzige Felsennationalpark. Eine Vielzahl von Wanderwegen durchziehen den Park. Ihr lauft vorbei an zerklüfteten kreidezeitlichen, Erosionslandschaften.

Ganz in der Nähe findet ihr Schloss Moritzburg. Es war nicht nur Drehort für den Weihnachtsklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, sondern gehört auch zu den schönsten Burgen und Schlössern in ganz Deutschland.

Elbsandstein Gebirge

12. Lange Anna vor Helgoland, Schleswig-Holstein

Sie trotzt Wind und Wetter, obwohl ihr schon oft vorausgesagt wurde, dass sie wohl nicht mehr lange halten wird. Die Lange Anna ist ein rund 47 Meter hoher Brandungspfeiler am äußersten Nordwesten der Insel Helgoland.

Bis 1860 war die Lange Anna Bestandteil eines Brandungstores, das durch eine natürlich Felsenbrücke mit der eigentlichen Insel verbunden war. Seit 1976 hat die Lange Anna auch eine kleine Schwester. Bei einem Felsabbruch bildete sich die Kurze Anna rund 50 Meter weiter östlich.

Die Lange Anna könnt ihr nur vom Wasser aus oder von der Insel aus bestaunen. Betreten kann man die Lange Anna nicht. Sie besteht aus porösem Helgoländer Buntsandstein.

Felsen vor Helgoland

13. Feengrotte, Thüringen

Begebt euch für dieses Naturwunder in Deutschland unter die Erdoberfläche und entdeckt die geheimnisvolle Welt der Feengrotte in Saalfeld. Die Feengrotte ist eine ganz besondere Tropfsteinhöhle in Deutschland, denn sie ist sehr jung und die Tropfsteine wachsen hier wohl um das Tausendfache schneller als in anderen Gesteinsschichten. Bis 1860 wurde die heutige Tropfsteinhöhle als Stollen für den Abbau von Alaun und Vitriol benutzt.

Ab 1910 wurde der vergessene Stollen wiederentdeckt und man fand in den älteren Schichten die faszinierenden Tropfsteine, die sich in weniger als 300 Jahren hier gebildet hatten. Besonders schön sind in der Feengrotte die bunten Tropfsteine. Seit 1993 steht sie als „die farbenreichste Schaugrotte der Welt“ im Guinness-Buch der Rekorde.

Die Feengrotte und das dazugehörige Grottoneum und den Feenwald könnt ihr außerdem entdecken. Die Tropfsteinhöhle ist das perfekte Ziel für euren nächsten Familienurlaub.

Auch spannend: Tropfsteinhöhlen in Bayern>>

Tropfsteinhöhle in Thüringen

14. Breitachklamm, Bayern

Durchwandert die tiefste Felsenschlucht von Mitteleuropa und den tiefsten Klamm der Bayrischen Alpen. Auf einer 2,5 Kilometer langen Wanderung könnt ihr den Breitachklamm durchwandern und dabei in beeindruckende Tiefen schauen. Der Klamm ist bis zu 150 Meter tief. Klamm bezeichnet ein in Festgestein eingeschnittenes, schmales Tal.

Der Breitachklamm ist übrigens das ganze Jahr über ein spannendes Ausflugsziel. Im Sommer und Frühling findet ihr hier Abkühlung vor der Hitze, im Herbst, wenn der Wasserpegel durch Regen ansteigt oder im Winter, wenn sich die Schlucht in eine mystische Eislandschaft verwandelt.

Unser Tipp: im Winter könnt ihr von dienstags bis freitags an einer Fackelwanderung durch den Breitachklamm teilnehmen. Eine Voranmeldung ist dafür nicht notwendig.

Felsental in Bayern

15. Tüchersfeld, Bayern

Malerisch gelegen ist der kleine Ortsteil Tüchersfeld in der Fränkischen Schweiz. Der kleine Ort mit rund 250 Einwohnern gehört heute zur Gemeinde Plottenstein. Sehenswert ist in dem kleinen Ort, der zu den schönsten Kleinstädten von Deutschland zählen könnte, vor allem die typisch fränkische Architektur der Häuser. Sie sehen aus, wie aus einem Heimatroman entsprungen.

In beeindruckendem Gegensatz dazu steht die Felsformation, die sich über dem Dorf erhebt und scheinbar nichts von Schwerkraft und physikalischen Gesetzen hält. Das Dorf könnt ihr gut und gerne als Postkartenmotiv bezeichnen, denn auf eine Briefmarke der Deutschen Post hat es Tüchersfeld schon geschafft.

Kleinstadt in der Fränkischen Schweiz

16. Externsteine, Nordrhein-Westfalen

Rund 40 Meter hoch ragen die Sandsteine im Teutoburger Wald in die Höhe. Die Externsteine sind mit ihrer markanten Form eine echte Sehenswürdigkeit und stehen unter Natur- und Kulturdenkmalschutz.

Ihr könnt dieses Naturwunder in Deutschland nicht nur über angelegte Treppen besteigen, sondern auch in einige Grotten hineingehen. Bereits seit etwa 1663 trägt der Grottenfels einen Treppenaufgang. Wer diesen errichtet hat, ist bis heute ungewisse.

Die Externsteine liegen in einer großen und parkähnlichen Anlage direkt an einem See. Wie die Steine entstanden sind, darüber ist sich die Wissenschaft noch nicht ganz sicher. Man vermutet, dass die Steine bereits in vorchristlicher Zeit genutzt wurden. Es wird auch vermutet, dass Mönche der umliegenden Klöster die Steine im 11. und 12. Jahrhundert bearbeiteten und mit Reliefs und anderen Inschriften versehen.

Steinsformation in Deutschland

Karte Naturwunder Deutschland


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