In der Theorie klingt es so einfach: Zu zweit in den Urlaub fahren und sich endlich einmal ausruhen. Doch in der Praxis ist es dann leider alles andere als einfach: Schnell entsteht Krach im Partnerurlaub und statt der Erholung gibt es Streit, stressige Auseinandersetzungen und unangenehme Situationen in rauen Mengen – dabei wollte man doch bloß einmal ein bisschen Erholung!

Allerdings gibt es glücklicherweise mehr als genug Möglichkeiten, mit ein wenig Selbstreflexion und ehrlichem Willen vor und im Partnerurlaub zur Besserung beizutragen.

Wir stellen Dir in diesem Artikel vor, wie Du ganz einfach mit Deinem Partner oder Deiner Partnerin ohne großen Aufwand eine wesentlich bessere Stimmung erzielst!

Weshalb im Urlaub oft Konfliktsituationen entstehen

Wieso entstehen überhaupt ausgerechnet im Urlaub oft und gern Konfliktsituationen? Müssten wir nicht gerade dort in Harmonie und Einklang unsere Zeit verbringen und tiefen-entspannt Arm in Arm liegen? In der Theorie vielleicht. Aber die Praxis sieht ganz anders aus.

Doch warum ist das so?

Nun, zunächst muss man sich vor Augen führen, dass die zeitliche Dimension eine ganz andere ist als die, die wir im Alltag erleben. Das heißt: Unsere Partnerinnen und Partner sehen wir höchstens kurz morgens und etwas länger abends. Viel geht im Alltagsstress unter, gegen den man sich ohnehin schützen sollte!

Im Urlaub aber sehen wir uns die allermeiste Zeit, und das durchaus auch in den stressigen Phasen der An- und Abreise. Hier geht es darum, pünktlich fertig zu sein und den Flug nicht zu verpassen, aber auch um die Orientierung, die für den Transfer von Nöten ist.

Dass man die ganze Zeit miteinander verbringt, ist allerdings auch nicht unkompliziert. Viele fragliche Themen und Auseinandersetzungen werden ja quasi vom Arbeitsleben in die Freizeit verschoben. Dort allerdings kollidieren unsere verborgenen Wünsche, Ängste und Unzufriedenheiten völlig mit unserem Partner. Entsprechend kann man davon ausgehen, dass all diese Dinge gerade im Urlaub zu Tage kommen, wann sonst?

Partner am Flughafen

Rücksicht aufeinander nehmen

Was tun wir also, um besser miteinander klar zu kommen? Nun, zuallererst das, was wir im Alltag auch tun sollten: Rücksicht aufeinander nehmen.

Was heißt das aber nun konkret?

Nun, es bedeutet, dass man im Urlaub Kompromisse sucht und nicht immer auf den eigenen Wünschen besteht. Das geht zum Beispiel schon los mit den Aufstehzeiten im Hotel. Bist Du selbst eher der Langschläfer bzw. die Langschläferin und Dein Partner ein wahrer Frühsportler, so trefft Euch doch einfach in der Mitte. Es gibt keinen Grund, hier stur auf dem eigenen Recht zu bestehen.

Am ersten Tag, an dem Ihr nach Abmachung aufsteht, könnte es durchaus sein, dass Ihr Euch etwas müde fühlt, aber schon schnell gewöhnt Ihr Euch an die neue Zeit – und das Beste daran: Es gibt keinen größeren Streit mehr und der Haussegen hängt nach wie vor nicht schief.

Rücksicht ist aber nicht nur mit Blick auf die Aufstehzeiten wichtig, sondern auch mit Blick auf die Aktivitäten.

Strand oder Kultur?

Ein immer wiederkehrender Streitpunkt ist die Frage, ob nun Strand oder Kulturprogramm auf dem Plan stehen. Nicht selten gibt es da diesen diametralen Gegensatz der Interessen. Während die eine Partei am liebsten bei minimaler Bewegung am Strand liegen würde, versucht die andere lieber, die Kultur des jeweiligen Landes für sich zu entdecken. Während der einzige Blick, den Du suchst, der auf das unendliche und blaue Meer ist, möchte Dein Partner lieber die langweiligen Tempelanlagen sehen – ätzend, oder? Hier gilt es zunächst einmal, tolerant zu sein.

Es geschieht nicht selten, dass die Interessen schon mal etwas weiter auseinandergehen. Das macht aber nichts, man muss sie einfach akzeptieren und auch hier wieder Kompromissbereitschaft zeigen. So ist es als Paar doch locker möglich, in einem zweiwöchigen Urlaub an einem Tag Museen, Städte, Tempel und andere Sehenswürdigkeiten anzusehen und am anderen Tag einfach am Strand zu liegen – oder je nachdem, ob es logistisch möglich ist, sogar beide Disziplinen an einem Tag zu vereinen. Theoretisch ist es also keineswegs schwierig, sich hier miteinander abzusprechen.

Pärchen dass die Stadt entdeckt

Themen aus dem Alltag

Immer wieder ist es so, dass der Alltag einen bis in den Urlaub verfolgt – kein Wunder, ist es doch so, dass er die meiste Zeit unseres Lebens einnimmt. Es heißt aber auch automatisch, dass die Themen, die wir daraus mitnehmen, nicht immer erfreulich sind. Egal, ob es dabei um den Stress auf der Arbeit, Haushaltsthemen oder Investitionen geht – man wird nie drum herum kommen, diese Fragen ganz auszuklammern. Schließlich sind wir immer noch dieselben Personen, die wir auch ansonsten sind, wenn statt der gleißenden Sonne das Grau Deutschlands unsere Umgebung ist.

Hier gilt es individuell, einen guten Mix zu finden zwischen diesen Themen und den prinzipiellen Fragen, für die man ja oft genug gar keine Zeit hat, wenn man im Alltagsgewühl steckt. Wichtig ist, dass beide mit dem Anteil an Gesprächsthemen zufrieden sind. Es bringt nichts, wenn man sich völlig nervt, weil Alltagsfragen dauernd diskutiert werden, obwohl man einfach mal gar nicht daran denken möchte.

Streit kann schnell entstehen, wenn hier ein Ungleichgewicht existiert, daher sollte man diese Frage gleich ganz am Anfang des Urlaubs klären.

1. Streit über das Reiseziel vermeiden

Streit über das Reiseziel gehört zu den grundlegendsten und wichtigsten Ursachen für den Streit im Urlaub. Denn obgleich das Thema schon in der Urlaubsplanung von einiger Wichtigkeit ist, ist es trotzdem so, dass es sich bei Ungemach mit bis in den Urlaub verschleppt. Bist Du oder Dein Partner mit dem Reiseziel unzufrieden, werdet Ihr Euch darüber garantiert streiten. Deshalb ist es so wichtig, dass Ihr Euch gleichberechtigt auf ein Ziel einigt. Wie schon gesagt, schließen sich Kultur und Erholung am Strand keineswegs aus. Und wenn man sich da schon nicht in der Mitte trifft, gelingt es ja vielleicht, sich gemeinsam ein ganz anderes Ziel auszusuchen, denn Möglichkeiten für Trips in jeder Länge und Art gibt es zum Beispiel hier oder bei mydays.

2. Urlaub zu zweit gönnen

Gerade als Paar mit Kindern ist es wichtig, sich ab und zu Zeit zu zweit zu gönnen, sonst gerät die Beziehung sehr schnell aus dem Gleichgewicht. Natürlich lieben wir alle unsere Kinder, aber ab und an brauchen wir auch als Eltern etwas Zeit für uns. Den Urlaub fortan nur noch mit den Kleinen zu machen, ist daher eher kontraproduktiv. Sind die Eltern unentspannt, wird sich dies früher oder später auch im Verhalten gegenüber den Kindern niederschlagen – das ist leider meistens unvermeidlich.

Also am besten einfach die Gelegenheit nutzen, und ein paar Verwandte bitten, sich um die Kleinen zu kümmern. Ab einem gewissen Alter ist auch denkbar, dass sie selbst auf eine Jugendfreizeit fahren und sich dort weiterentwickeln können. Das heißt aber selbstverständlich nicht, dass es ansonsten nicht schön ist, gemeinsam mit den Liebsten an einem schönen Ort Freizeit zu verbringen.

Partnerurlaub mit Auto

3. Unzufriedenheit mit dem Urlaub

Je nachdem, wer den Trip gebucht hat, kann es schnell zu Unzufriedenheit und damit zu Spannungen zwischen den Partnern kommen. Egal, ob das Hotel nicht passt oder die Buffetmöglichkeiten nicht den Erwartungen entsprechen: Alles kann ein Anlass sein, um einen Streit ausbrechen zu lassen. Gerade dann, wenn nur ein Partner des Duos die Urlaubsplanung übernommen hat, lauern hier Konfliktpotenziale.

Also: Einfach alles gemeinsam planen, sodass klar ist, dass beide die volle Verantwortung für alles übernehmen müssen. Darüber hinaus gilt es hier aber auch, realistische Erwartungen zu haben, worauf wir später noch eingehen.

4. Tour oder lieber individuell erkunden?

Unsere Partner stehen total darauf, dass sie bei Städtetouren Führungen bekommen und man ihnen die schönsten Wahrzeichen der City präsentiert. Dabei wollen sie möglichst alle Sehenswürdigkeiten mitnehmen und bewundern, zu jeder davon ein paar Infos bekommen und diese nach Möglichkeit auch fotografieren.

Wir selbst aber wollen lieber alles selbst erkunden. Ob dabei alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert werden, ist uns egal. Statt in der isolierten Touristengruppe herumzulaufen, wollen wir lieber spüren, wie die Stadt tickt und uns nicht von einem Guide herumführen lassen. Uns geht es mehr um den Vibe der Stadt und weniger um das Schießen von Fotos und Festhalten von Erinnerungen. Sehenswürdigkeiten sind für uns eben auch nur Bauwerke.

Hier stehen sich natürlich einmal mehr die diametralen Interessensgegensätze gegenüber. Und wie immer hilft auch hier wohl kaum das sture Festhalten an den eigenen Vorstellungen. Stattdessen ist der Kompromiss die richtige Antwort.

Wie das gehen soll? Ganz einfach! Warum schließt man sich nicht zwischendurch Führungen an, statt beispielsweise im Rundreisebus die ganze Stadt zu erkunden? So kann man zwischen einzelnen Führungen die Stadt frei erkunden und bekommt sich darüber auch garantiert nicht in die Haare.

5. Beziehung statt Sightseeing

Gerade, wenn es in der letzten Zeit eher gekriselt hat, sollte man sich übrigens nicht so auf das Sightseeing und das Urlaubserlebnis konzentrieren, sondern es eher als Kulisse verstehen und sich miteinander auseinandersetzen – schließlich kann man das kaum in den Alltag verschieben. Die entspannte Atmosphäre drum herum sollte man daher gut und mit Bedacht nutzen. Welche Probleme hat man miteinander? Hat man konstruktive Kritik vorzubringen? Diese sollte stets in „Ich“-Botschaften vorgebracht werden, damit sich der Partner oder die Partnerin nicht angegriffen fühlt. Denn das kann schnell zu Streit führen. Stattdessen solltest Du lieber über Deine eigenen Gefühle sprechen, statt Vorwürfe zu machen – so kann ein wirklich sinnvolles Gespräch entstehen. Auf diese Weise können Probleme tatsächlich sogar im Urlaub gelöst werden. Somit entstehen nicht nur nachhaltige und schöne Erinnerungen an die kurze Zeit, sondern sogar Lösungen für den Alltag danach.

6. Die richtige Erwartungshaltung

Ohne die richtige Erwartungshaltung, die wir an den Urlaub und unsere Partner an den Tag legen, wird der Urlaub mit Garantie ein Reinfall. Denn wenn unsere Erwartungshaltung die Messlatte unglaublich hoch legt, können selbst die schönste Location und das schönste Hotel nicht für Zufriedenheit sorgen. Deshalb ist es wichtig, dass man sich auf den Gesamteindruck konzentriert, statt auf jede Kleinigkeit zu achten. Wenn natürlich zum Beispiel die Hygiene des Hotels nicht in Ordnung ist oder der festgebuchte Transit überhaupt nicht passt, ist das selbstverständlich immer noch ein Beschwerdegrund – nur sollte man nicht aus jeder Kleinigkeit gleich einen Elefanten machen.

Partner Urlaub


Insgesamt können wir festhalten, dass der Wille zur Gemeinsamkeit und zum Kompromiss sicherlich zu den zentralen Anforderungen für das Gelingen eines Beziehungsurlaubes gehört. Geduld gehört dabei ebenso zu den grundsätzlichen Notwendigkeiten wie Empathie für die Bedürfnisse der anderen Person. Sollten diese Bedingungen erfüllt sein, steht dem Urlaubs- und Beziehungsglück nichts mehr im Wege!


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Josefine Baumann

Seit August 2016 schreibe ich für das Reisemagazin von voucherwonderland. In meinen Beiträgen nehme ich euch gerne mit an die schönsten Orte Europas – von manchen hast du vorher vielleicht noch gar nichts gehört ;)

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