Wenn Deutschland seinen Besuchern etwas bieten kann, dann sind es auf jeden Fall imposante und geschichtsträchtige Bauwerke. Wundervolle Burgen und Schlösser zieren die traumhafte deutsche Landschaft. Eines dieser sehenswerten Schlösser befindet sich in der Nähe von Dresden. Das Schloss Moritzburg geht auf ein Jagdhaus des 16. Jahrhunderts zurück. Seinen heutigen Anblick verdankt das Bauwerk August dem Starken. Eine wechselhafte Geschichte, die lohnenswerten Ausstellungen und viele weitere Besonderheiten – hier erfährst du, was dich bei einem Besuch des Schloss Moritzburg erwartet!

Das Schloss und seine faszinierende Historie

Bewundere das fantastische Bauwerk in der gleichnamigen Gemeinde Moritzburg in Sachsen. Das Schloss Moritzburg erhebt sich auf einer künstlichen Insel direkt im Schlossteich. Der barocke Vierflügelbau ist mit seinen vier Türmen direkt mit dem Hauptbau verknüpft. Eingerahmt wird das Schloss von acht ehemaligen Wachhäuschen. Harmonisch vervollständigt wird die Landschaftsintegration des Bauwerks durch die idyllische Gartenanlage. Nicht weniger eindrucksvoll ist das etwa zwei Kilometer östlich befindliche Fasanenschlösschen mit einer kleinen Hafenanlage. Es ist durch eine direkte Sichtachse mit dem Schloss Moritzburg verbunden und darf bei einem Aufenthalt auf keinen Fall verpasst werden.

Im Inneren zeugen im Steinsaal zahlreiche Jagdtrophäen aus der Zeit August des Starken. Die Wurzeln des Schlosses gehen jedoch auf ein Jagdschloss im Stil der Renaissance zurück. Dieses wurde im Auftrag von Herzog Moritz von Sachsen im Jahre 1542 im wildreichen Friedwald errichtet. Wenig später genoss das reizvolle Bauwerk bereits die volle Aufmerksamkeit der sächsischen Jagdgesellschaft. Im Jahre 1661 folgte unter der Leitung von Kurfürst Johann Georg II. der Bau der Schlosskapelle. Katholisch geweiht wurde diese schließlich im Zuge der Krönung von August dem Starken zum König von Polen. In der Kapelle finden werden noch bis heute regelmäßige Gottesdienste veranstaltet.

Die Moritzburg

Dank den Plänen des Kurfürsten August der Starke begannen im Jahre 1723 die großen Umbauarbeiten. Von einem erstaunlichen Renaissancebau verwandelte sich das Bauwerk zu einem barocken Jagd- und Lustschloss. Ausschweifende Feste und Jagden sollten hier gefeiert werden. Um seine Gäste zu begeistern, veranstaltete der Kurfürst opulente Bankette und inszenierte auf dem Schlossteich fabelhafte Seeschlachten.

Weitere exotische Vorstellungen wurden von dem Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann ausgeführt. Neue Teiche und Tiergehege für reizvolle Tierarten wurden angelegt. Heute zeugt in erster Linie die Fasanerie im Osten des Schlosses davon. Damit die Innenausstattung so pompös wie nur möglich wirkte, wurden die besten Handwerker und Künstler von Sachsen für die sieben Säle und über 200 Räume beauftragt. Zwar wurde der Umbau nach dem Tod Augusts des Starken nie vollendet, doch bis heute erstrahlt das Schloss Moritzburg als ein Gesamtkunstwerk von großartiger baulicher Klarheit und einer malerischen Landschaft.

Der Schlosspark – die Vision des Kurfürsten

Bei einem Besuch des Schloss Moritzburg ist der Schlosspark definitiv ein Blickfang. Die Vielzahl von Sandsteinskulpturen, die die Balustrade der Terrasse zieren, zeugen von den Zeiten des Bauwerks als Jagd- und Lustschloss. Zwar wurde der Park hinter dem Schloss nie fertiggestellt, einen prachtvollen Anblick stellt er dennoch dar. August der Starke hatte ursprünglich den Plan, den Garten nach dem französischen Grundrissschema zu gestalten. Sein Tod stoppte jegliche Umbauarbeiten. Im Laufe der Zeit hatte der Schlosspark kaum Chancen, sich komplett zu entfalten.

Im 19. Jahrhundert konnte der Schlossgarten schließlich zu einer romantischen Parkanlage umgebaut werden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde dem Park jedoch kaum Beachtung geschenkt. Eine Rekonstruktion nach einem Entwurf aus dem Jahre 1740 begann ab 1990. Obwohl die Parkanlage bis heute rekonstruiert wird, rundet sie das Gesamtbild des Schlosses ideal ab.

Bestaune den einzigen Leuchtturm von Sachsen

Wie passt ein Leuchtturm in das Bild des Schloss Moritzburg rein? Die maritimen Bauten rund um die Moritzburg beherbergen den einzigen Leuchtturm von ganz Sachsen. Im 18. Jahrhundert dienten die Bauwerke dem kurfürstlichen Hof als eine eindrucksvolle Kulisse bei Fahrten über den Schlossteich. Damals wurde die Schlacht bei den Dardanellen aus dem Jahr 1770 des Russisch-Türkischen Krieges inszeniert. Als Russland den Sieg über den „Erzfeind“ erringen konnte, wurde dieser in ganz Europa gewürdigt.

Schloss Moritzburg, Hafenanlage am Groteich mit Mole und Leuchtturm

Die Inszenierung der Seeschlacht wurde so eindrucksvoll wie möglich durchgeführt. Die zweimastige Fregatte der kurfürstlichen Gesellschaft, die Mole und die sogenannte Dardanellen zwischen den Großteich und dem Kanal wurden dabei mit kleinen Kanonen versehen. Mit dem Abschuss von feuerwerksartigen Geschossen konnten die adeligen Gäste leicht erfreut werden.

Das prachtvolle Fasanenschlösschen

Am Rande des Schlossteiches befindet sich in idyllischer Lage das hübsche Fasanenschlösschen. Bereits zu den Lebzeiten des August den Starken wurde das schicke Bauwerk für aufregende Feste genutzt. Hier finden sich ebenfalls der einzige Leuchtturm von Sachsen sowie ein eigener Miniaturhafen. Das Fasanenschlösschen gilt als eines der letzten erhaltenen Schlösser, die im Original-Stil des Dresdner Rokoko erbaut wurden.

Johann Daniel Schade gelangt damit auf den knapp 13,4 Quadratmetern ein wahrliches architektonisches Meisterwerk. Trotz seiner Winzigkeit befinden sich hier Antichambre, Wohnkabinett, Arbeitskabinett, Toilettenzimmer sowie das Vorzimmer und das Schlafzimmer. Im Obergeschoss des schönen Bauwerks wurden sogar ein Speisesaal und ein Appartement eingebaut. Es handelt sich um ein sehr außergewöhnliches Highlight bei deinem Besuch des Schloss Moritzburg!

Schloss Moritzburg, Fasanenschlsschen

Der Grundstein des Rokoko-Bau wurde im Jahre 1728 von dem Kurfürsten August der Stark gelegt. Eine Reihe von vorgelagerten Vogelvolieren folgte schließlich im Jahre 1770. Die exotischen und weltweit einzigartigen Wandbespannungen aus Federn, Perlen, Stroh und chinoischen Stickereien wurde mit den aufwändigen Restaurierungen in den Jahren 2010 bis 2013 wieder komplett hergestellt. Damit zählt das fantastische Fasanenschlösschen auf Schloss Moritzburg zu den wohl bedeutsamsten deutschen Denkmälern von hohem kunsthistorischen Wert! Entdecke in diesem winzigen Bauwerk immer wieder neue amüsante Einbauten, die das fürstliche Leben erleichtert haben.

Unweit des Schlösschens liegt das ehemalige Hofküchengebäude. Heute können interessierte Gäste dort das Besucherzentrum finden. Erwerbe Tickets für das Fasanenschlösschen und durchstöbre einen Museumsladen oder mache es dir in dem Gartencafé gemütlich.

Stroh zu Gold – fantastische Ausstellungen

Absolut sehenswert am Fasanenschlösschen ist die Sonderausstellung Stroh zu Gold. Im Fokus der Aufmerksamkeit steht hier das fast vergessene Handwerk der Strohflechtkunst. Auf diese Weise kannst du im benachbarten Besucherzentrum von Mai bis Oktober über 200 einmalige, kunsthandwerkliche Schätze bestaunen. Diese stammen dabei aus sächsischen Sammlungen und dem Strohmuseum Wohlen in der Schweiz.

Das Erzgebirgsvorland um Dresden war im 18. Jahrhundert ein relevanter Strohhutproduzent. Ebenso erfolgreich wurden noch viele andere kunstvolle Gegenstände gefertigt, wie etwa Borten, Schnüre und beklebte Strohgegenstände. Ein wohl besonders faszinierendes Fabrikat aus dem 18. Jahrhundert bildet die Strohtapete im Moritzburger Fasanenschlösschen. Letztendlich war es auch diese Tapete, die den Anstoß für die nähere Beschäftigung mit dem fast vergessenen Kunsthandwerk der Strohproduktion gegeben hat. Der Grund dafür war zum Teil, dass das für die aufwändige Restaurierung der originalen Strohtapete verwendete Material aus dem schweizerischen Wohlen stammt. Denn auf diese Weise entstand erst der Kontakt zu dem Schweizer Strohmuseum Wohlen, dem Hauptleihgeber für die aktuelle Sonderausstellung.

Was sich zu Beginn eher wenig spannend anhört, kann eine sehr reizvolle Erfahrung werden. Die Wandlungsfähigkeit dieses ungewöhnlichen Materials ist wahrlich beeindruckend. Die Vielzahl an einzigartigen Strohprodukten, die für die Sonderausstellung vom Wohlener Museum beigesteuert werden, trägt ihren bedeutenden Teil dazu bei! Weitere Exponate aus weiteren verschiedenen Sammlungen, Archiven, von privaten Leihgebern und Museen runden die Ausstellung ideal ab.

Landscape view of Moritzburg Castle in Saxony, Germany

So gewährt die Sonderausstellung Stroh und Gold einen Einblick in über 200 prächtige Exponate. Damit erhält man nicht nur einen umfassenden Überblick über das erhalten geblieben originale Strohkunstwerke, unter denen sich ebenfalls zahlreiche Hutvariationen und Strohintarsien befinden. Des Weiteren informiert die Schau auch über die fabelhafte Historie, Technologie und Kunstfertigkeit dieses fast in Vergessenheit geratenen Handwerks.

Barockausstellung und Federzimmer – eine Reise in die Vergangenheit

Neben vielen weiteren ausgezeichneten Ausstellungen sollte man sich einen Einblick in die prunkvollen Räume des Kurfürsten August I. von Sachsen nicht entgehen lassen. Die Säle werden von wertvollen Ledertapeten geschmückt. Verschiedene prächtige Jagdtrophäen und ein Porzellanquartier zeugen von den beiden ausgeübten Leidenschaften des bekannten Kurfürsten. Auf der Dauerausstellung Barockausstellung und Federzimmer tauchst du in die imposante Kulisse königlicher Lustbarkeit ein.

Neben dem historischen Stein- und Speisesaal stellen vor allem das Moritzburger Federzimmer und die Ledertapeten im Monströsensaal ein besonderes Highlight dar. Das legendenumwobene Federzimmer beherbergt einzigartige Wandverzierungen aus Federn, die man bei seinem Besuch definitiv bewundert haben sollte!

Dieses sogenannte Federzimmer auf Schloss Moritzburg ist auf der ganzen Welt einmalig. Es ist von daher nicht ungewöhnlich, dass sich um dieses Meisterwerk eine Menge an Legenden rankt. So soll sich dort zum Beispiel ein Thron eines mexikanischen Königs oder Teil eines indischen Hausrates befinden. Wie viel Wahrheit hinter diesen Geschichten steckt, wie etwa, dass Indianersklaven das Kunstwerk aus Millionen von südamerikanischen Vogelfedern hergestellt haben sollten, kann man letztendlich nicht sagen. August der Starke soll den Thron schließlich als Preis für seine Teilnahme an einem Stierkampf nach Moritzburg gebracht haben. Was ist damals wohl wirklich geschehen?

Nicht weniger eindrucksvoll ist der größte Bestand an barocken Ledertapeten, der sich auf Schloss Moritzburg befindet. Im Laufe seiner reizvollen Geschichte wurde das Innere des Bauwerks immer wieder mit prunkvollen Dekorationen geschmückt. Von daher weisen bis heute immerhin 11 von 60 Räumen eine hervorragend erhalten gebliebene barocke Wandgestaltung auf. Zu einem großen Teil werden auf diesen Szenen aus der antiken Mythologie dargestellt. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei immer die Göttin der Jagd, Diana. In einem aufwändig gestalteten Großprojekt werden die fabelhaften Darstellungen der antiken Mythologie und andere faszinierende Motive Millimeter für Millimeter restauriert.

Die interessante Ausstellung führt dich sodann in den prachtvollen Steinsaal. Zu bestaunen sind dort in erster Linie die zahlreichen Jagdtrophäen, die August der Starke zu seiner Zeit angesammelt hat. Bereits im 16. Jahrhundert präsentierte sich das Schloss Moritzburg als ein beliebter Ort für ausschweifende Jagden für den sächsischen Adel. Von daher ist es wohl nur wenig verwunderlich, dass sich eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen an Jagdtrophäen auf der Moritzburg befindet. Bewundere unter zahlreichen Trophäen beispielsweise neben dem legendären 66-Ender auch das Geweih eines leider bereits ausgestorbenen Riesenhirsches.


Ganz gleich, ob historisch interessierter Reisender oder Burgenliebhaber – das Schloss Moritzburg hält für jeden Besucher etwas zum Staunen bereit! Die umfangreichen Ausstellungen gewähren dir einen Einblick in ein großartiges Kunsthandwerk oder erzählen von einer prächtigen Vergangenheit. Hier entdeckt man sicherlich ein paar eindrucksvolle Schätze!

Josefine Baumann

Seit August 2016 schreibe ich für das Reisemagazin von voucherwonderland. In meinen Beiträgen nehme ich euch gerne mit an die schönsten Orte Europas – von manchen hast du vorher vielleicht noch gar nichts gehört ;)

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