Eine gewisse Ungeduld im Vorfeld des bevorstehenden Urlaubs ist verständlich – sie ist aber kein Problem, das ihr exklusiv habt. Selbst wenn ihr also unterwegs seid zu eurer ganz persönlichen Entspannung, werdet ihr als Fluggäste nun einmal nicht alleine reisen. Damit nicht schon die Anreise für alle Mitreisenden in unnötigen Stress ausartet, solltet ihr einfach die wenigen, aber dennoch wichtigen Benimmregeln für Flughafen und Flieger beherzigen – danach könnt ihr euch Gedanken wegen des korrekten Verhaltens im Urlaubsland machen.

Do’s und Dont’s am Flughafen

Zugegeben, am Flughafen ist Hektik keine Seltenheit. Aus diesem Grund solltet ihr euch nach Möglichkeit gar nicht von anderen Reisenden anstecken lassen, die noch den richtigen Schalter für die Gepäckaufgabe suchen, ihre Reiseunterlagen nicht zusammenbekommen oder mit der Gesamtsituation überfordert sind. Tragt euren Teil zu einer Deeskalation bei, indem ihr ruhig bleibt.

Punkt 1: Pünktlichkeit bei der Anfahrt

In eurer Reiseplanung solltet ihr unbedingt die Anreise zum Flughafen berücksichtigen – und zwar mit einem ausreichend großen Zeitfenster. Das heißt, bei der Ankunft am Flughafen solltet ihr noch mindestens zwei Stunden bis zum Abflug haben, um den Anzeigen und Durchsagen zu entnehmen, zu welchem Check-In-Schalter ihr euch begeben müsst.

Bei Langstreckenflügen empfehlen sich unter Umständen sogar bis zu drei Stunden, so lautet auch die Empfehlung der Flughafenbetreiber von Tegel und Schönefeld. An anderen Flughäfen dürfte dieser Rat genauso Gültigkeit besitzen. Entsprechend frühzeitig gilt es daher, in Richtung des Flughafens aufzubrechen, damit nicht auf der Fahrt dorthin oder bei der Parkplatzsuche die ersten Stresssymptome auftreten.

Punkt 2: Gute Vorbereitung am Check-In-Schalter

Vorbereitung am Check-In-Schalter

Eine gute Vorbereitung ist natürlich generell das A und O einer gelungenen Urlaubsreise, hier geht es aber in erster Linie um ein reibungsloses Einchecken. Die einfachste Lösung ist es natürlich, diese Check-In-Prozedur schon vorab online zu erledigen, so dass ihr nur noch euer Gepäck aufgeben müsst. Das ist vor allem bei Airlines praktisch, bei denen ihr Koffer und Taschen selbst an einem Automaten aufgeben könnt.

Ansonsten ist es wünschenswert, wenn ihr Personalausweise, Reisepässe oder sonstige notwendige Reiseunterlagen schon griffbereit habt und nicht erst am Schalter mit einer hektischen Suche quer durch alle mitgebrachten Gepäckstücke beginnen müsst. Die dadurch entstehenden Verzögerungen sind schließlich nicht nur für euch ein Ärgernis, das leicht verhindert werden kann.

Punkt 3: Abschied nehmen von Familie und Freunden

Möglicherweise haben euch Familienmitglieder oder Freund zum Flughafen begleitet, dann ist vor der Sicherheitskontrolle der Zeitpunkt gekommen, sich von ihnen zu verabschieden. „Vor“ ist hier auf den Zeitpunkt und nicht auf den Ort bezogen. Rührselige Gruppenumarmungen im unmittelbaren Zugangsbereich der Sicherheitsschleuse dürften Mitreisende eher stören, als ihr Herz zu erwärmen.

Jetzt ist außerdem die Zeit gekommen, sich von all den Dingen in eurem Handgepäck zu verabschieden, die laut Sicherheitsbestimmungen (also in erster Linie Flüssigkeiten in zu großen Füllmengen) dort nicht mehr hingehören. Damit erspart ihr dem Sicherheitspersonal eine Menge Arbeit und allen anderen Fluggästen eine Menge Zeit.

Punkt 4: Vorausdenken beim Sicherheitscheck

Sicherheitscheck

Apropos Sicherheitskontrolle: Da sie ein unvermeidlicher Bestandteil der Flugvorbereitungen sind und je nach Flughafen sehr gründlich ausfallen können, solltet ihr hierbei vorausschauend agieren. Zieht also zum Beispiel rechtzeitig eure Jacke und euren Gürtel aus und wartet nicht erst die Aufforderung durch das Sicherheitspersonal ab.

Wenn ihr ein Laptop mitnehmt, legt ihr das für eine zügige Kontrolle gleich separat zum Durchleuchten auf das Band. Unter Umständen führt die Flughafen-Security noch einen Test auf Sprengstoff an eurem Laptop durch, also verstaut diesen auch erst wieder, wenn ihr die Kontrolle vollständig hinter euch gebracht habt.

Schaut im Zweifelsfall einfach auf der Homepage des Flughafens nach, von dem ihr abfliegt. Dort findet ihr wahrscheinlich, wie auf der Seite des Frankfurt Airports, die wichtigsten Hinweise zur Personen- und Handgepäckkontrolle.

Punkt 5: Pünktlichkeit am Gate

Nach dem Passieren der Sicherheitskontrolle habt ihr, eine frühzeitige Anreise vorausgesetzt, noch genügend Zeit, um in Ruhe für das leibliche Wohl zu sorgen oder ein paar Einkäufe in den Shops zu erledigen. Lasst es dabei aber nicht zu gemütlich angehen, immerhin müsst ihr rechtzeitig zum Boarding an eurem Gate sein. Rechtzeitig heißt dabei mindestens 30 Minuten vor dem Abflug, das ist aber auch der späteste Zeitpunkt für euch, um einzutreffen – üblicherweise beginnt dann nämlich bereits das Boarding.

Haltet zwischendurch Augen und Ohren offen, falls es kurzfristige Änderungen gibt. Verzichtet hier – wie überall – auf Drängeln, falls es euch nicht schnell genug geht. Die Airlines folgen meistens einem festen Schema und rufen daher zunächst die Passagiere der First- und Businessclass auf, bevor die nachfolgenden Reihen ins Flugzeug dürfen.

 

Allgemeine Hinweise zum Verhalten am Flughafen

Pünktlichkeit am Gate

Unabhängig vom Flughafen solltet ihr euch einige Punkte immer vor Augen halten, mit denen ihr zu einem entspannten Urlaubsbeginn für alle Fluggäste beitragen könnt:

  • Selbst wenn ihr nicht in Eile seid, andere sind es vielleicht schon. Bleibt deshalb nicht einfach abrupt stehen und haltet euch an die „Rechts-stehen-links-gehen“-Regel für Rolltreppen.
  • Für die weniger stressigen Momente, in denen die Reisenden am Flughafen einmal durchschnaufen können, solltet ihr nicht unnötig die vorhandenen Sitzgelegenheiten blockieren, indem ihr euch dort hinlegt oder euer Gepäck zwischenlagert. Wie überall gebietet es auch hier die gute Erziehung, älteren oder weniger mobilen Reisenden einen Platz anzubieten.
  • Gestattet es euch und euren Mitreisenden, die Lautsprecherdurchsagen zu verstehen und übertönt diese nicht. Das ist aufgrund der allgemeinen Lautstärke ohnehin schwer genug, selbst wenn die Durchsagen in der Muttersprache gemacht werden.
  • Haltet wichtige Dokumente und Reiseunterlagen immer griffbereit. Im ungünstigsten Fall führen fehlende Papiere (Ausweis, Reisepass, gegebenenfalls Visum) dazu, dass die Reise bereits am Check-In endet. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt/Main ( 16 U 122/14) hat die Fluggesellschaft in einer solchen Situation das Recht, euch die Beförderung zu verweigern.

Do’s und Dont’s im Flieger

Mit vielen Leuten in einem einigermaßen beengten Raum und das über mehrere Stunden hinweg: Das ist schon am Boden keine sonderlich verlockende Aussicht und sie wird es im Flugzeug umso weniger, weil hier die Ausweichmöglichkeiten fehlen. Ein harmonisches, gemeinsames Flugerlebnis ist trotzdem möglich.

Punkt 1: Das Handgepäck verstauen

Platzvergabe

Besonders bei Billigfliegern ist es aufgrund der Zuzahlungen für größere Gepäckstücke ein regelrechter Sport geworden, möglichst viele Utensilien und Klamotten im Handgepäck zu transportieren. Im Flieger führt das oft zu unschönen Szenen, weil der Rucksack dann doch nicht in das für ihn vorgesehene Fach passt. Um euch und anderen hektisches Stopfen und versperrte Durchgänge zu ersparen, solltet ihr euch im Vorfeld mit den gültigen Freigrenzen für Gepäckstücke vertraut machen – und diese sowohl bei Koffern als auch beim Handgepäck einhalten.

Punkt 2: Die Platzvergabe

Der eine bevorzugt die etwas größere Freiheit am Gang, der andere die Aussicht während des Fluges: Bei reservierten Sitzplätzen solltet ihr daher grundsätzlich davon ausgehen, dass die Wahl des Sitzplatzes ganz bewusst getroffen wurde. Habt ihr ein Auge auf einen bestimmten Platz geworfen, findet diesen aber besetzt vor, sind eure Optionen daher vergleichsweise gering, zumindest wenn ihr der Höflichkeit Genüge tun möchtet.

Von euch aus einen Tausch vorzuschlagen, wäre in jedem Fall nicht angemessen. Die einzige Ausnahme von dieser Regel wäre das offenkundige Desinteresse eines Fluggastes auf einem begehrten Fensterplatz, nachfragen solltet ihr trotzdem unbedingt in der gebotenen höflichen Art und Weise.

Punkt 3: Der richtige Umgang mit Arm- und Rückenlehnen

Platzmangel im Flugzeug

Jedem Fluggast ist daran gelegen, es während des Fluges so komfortabel wie möglich zu haben. Wiederkehrender Streitpunkt sind dabei die wenigen verfügbaren Armlehnen. Wenn ihr außen sitzt und eine eigene Armlehne habt, solltet ihr Mitreisenden auf den Mittelplätzen die übrigen Armlehnen überlassen. Das ist eine allgemeine Gepflogenheit, von der ihr möglicherweise auch einmal profitiert.

Ebenfalls heikel ist der Umgang mit der Rückenlehne, weil diese einerseits etwas mehr Bewegungsfreiheit bzw. eine entspanntere Sitzposition erlaubt, andererseits aber die Passagiere dahinter einschränkt. Falls ihr euch also etwas zurücklehnen möchtet, solltet ihr vor dem Verstellen des Sitzes Bescheid geben und möglichst behutsam vorgehen. Ruckartige Bewegungen führen in ungünstigen Momenten nur zu verschütteten Getränken oder angestoßenen Köpfen.

Außerdem ist die Rückenlehne des Vordermanns oder der Vorderfrau für euch Tabu. Sie ist keine Aufstehhilfe, an der ihr euch hochziehen könnt, sie ist keine Stütze für eure Knie und schon gar nicht ist sie das geeignete Mittel, um durch heftiges Rütteln auf eine allzu beengende Platzsituation aufmerksam zu machen.

Punkt 4: Bewegungsdrang

Langstreckenflüge sind anstrengend und bergen aufgrund des langen Sitzens zusätzlich die Gefahr einer Thrombose. Aus diesem Grund ist es absolut legitim, wenn ihr euch während des Fluges gelegentlich die Beine vertreten möchtet. Die Betonung liegt hierbei auf „gelegentlich“, denn obwohl es grundsätzlich – außer während der Startphasen und Landeanflüge – gestattet ist, sich im Flugzeug zu bewegen, solltet ihr die Platznachbarn nicht durch ständiges Aufstehen und Hinsetzen nerven. Ganz zu schweigen davon, dass es während der Servicezeiten denkbar ungünstig ist, den Gang zu blockieren.

Allgemeine Hinweise zum Verhalten im Flieger

Die genannten Punkte sind nur eine kleine Auswahl von Verhaltensweisen, bei denen ein Mindestmaß an Rücksichtnahme gegenüber anderen Reisenden wünschenswert ist. Die Liste ließe sich ohne Frage noch verlängern.

Unter den Dingen, die Fluggäste im Flieger am meisten nerven, sind unter anderem starker Körpergeruch – auch wenn einige Transavia-Reisende unlängst mit einem extremen Härtefall zu tun hatten – oder ebenfalls stark riechende Speisen. Gar nicht gern gesehen und damit auf jeden Fall zu vermeiden ist übermäßiger Alkoholkonsum, genauso wie übertriebene Lautstärke (das betrifft vor allem Gespräche, Schlafgeräusche und Musik).

Nervig, aber trotzdem nicht wegzudenken aus den Fliegern: Der Beifall der Passagiere für den Piloten, sobald das Fahrwerk den Boden berührt. Besser wäre es stattdessen, den Flugkapitänen Folge zu leisten, wenn sie euch Anweisungen erteilen. In einem weiteren Urteil des Frankfurter Oberlandesgerichts wurde den Flugkapitänen polizeiliche Befugnisse zugestanden, um eine sichere Beförderung gewährleisten zu können. Der Aufforderung zum Anschnallen solltet ihr deshalb unbedingt nachkommen, wenn ihr nicht frühzeitig eure Maschine wieder verlassen und den Urlaub abblasen wollt.

 

 

Ein Kommentar zu “Verhalten am Flughafen und im Flieger: Do’s und Dont’s für Fluggäste

  1. Ich achte darauf, dass die Anreise zum Flughafen möglichst angenehm ist. Meine Freundin meinte, dass sie gern mit einem Flughafentaxi anreist. Das habe ich mir mittlerweile auch angewöhnt.

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