Auf den Spuren von Goethe und Schiller wandeln oder von der Kunst des Bauhaus‘ faszinieren lassen: mit über 25 Museen und Ausstellungsorten repräsentiert Weimar ein kulturelles Erbe von nationalem und internationalem Rang. Doch die Weimar Sehenswürdigkeiten umfassen mehr als Literatur und Kunst.

Weimar bietet Dir auch imposante Schlösser, eindrucksvolle Kirchen, schöne Parks und Gärten und Zeitzeugen der deutschen Geschichte.

Wir haben für Dich die schönsten und interessantesten Weimar Sehenswürdigkeiten aufgelistet und informieren Dich über deren Geschichte, Eintrittspreise und Öffnungszeiten – Spoiler: Montag ist nicht der beste Tag für einen Besuch in Weimar.


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1. Goethes Wohnhaus

Die erste Weimar Sehenswürdigkeit bringt Dich dem großen deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe näher: sein Wohnhaus. Er bewohnte im Laufe seines Lebens mehrere Häuser in Weimar, doch als Goethes Wohnhaus ist das platzbeherrschende, langgezogene Gebäude an der Südostseite des Frauenplans gemeint. Fast 50 Jahre lang, bis zu seinem Tod, lebte er in diesem Haus.

Goethes Wohnhaus

Im Jahre 1782 mietete Goethe die westliche Hälfte des Hauses und wohnte die nächsten 10 Jahre immer mal wieder für einige Jahre dort.

1792 wurde es von der Herzoglichen Kammer gekauft und Goethe als Dienstwohnung überlassen. Von 1792 bis 1795 nahm er umfangreiche Umbauten an dem Haus vor. Ein Beispiel ist der Treppenaufgang, den er nach italienischem Vorbild bauen ließ.

1794 schenkte Herzog Carl August ihm das Haus, aber es dauerte noch bis 1807 bis es Goethe offiziell übereignet wurde.

1832 starb Goethe in seinem Schlafzimmer. Nach seinem Tod wohnte seine Familie weiterhin in dem Haus, 1886 wurde es als Memorialstätte eröffnet.

Die Räume sind nach seinen Kunstidealen und vielseitigen Interessen gestaltet, dennoch schlicht gehalten, was Goethes Vorliebe für das Einfache entsprach.

Heute sind in der Weimar Sehenswürdigkeit 18 Räume zugänglich, u.a. die Wohnräume der Familie, sein Arbeitszimmer, seine Bibliothek, die Empfangs- und Kunstsammlungsräume und der Hausgarten.

Goethe Hausgarten

Der Hausgarten diente in erster Linie der Versorgung des Haushaltes mit Obst und Gemüse. Dennoch schuf Goethe auch einen kleinen englischen Landschaftsgarten mit gewundenen Wegen und schattigen Ruheplätzen. Teilweise führte er in seinem Garten auch botanische Versuche durch.

Der heutige Zustand entspricht weitestgehend dem der 1820er Jahre, nur die Obst- und Gemüsebeete wurden durch Rasenflächen ersetzt.


Adresse: Frauenplan 1, 99423 Weimar
Öffnungszeiten: montags geschlossen, Sommer Di bis So: 9:30-18:00 Uhr, Winter Di bis So: 9:30- 16:00 Uhr
Eintrittspreise: regulär 12,50 Euro, ermäßigt 9 Euro, Kinder unter 16 Jahren frei
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2. Wohnhaus Schiller

Die nächste Weimar Sehenswürdigkeit zeigt Dir einen anderen deutschen Dichter ganz privat: Das Wohnhaus Friedrich Schillers, auch Schillerhaus genannt, hat der Dichter 1802 erworben. Um den Kaufbetrag aufbringen zu können, musste er sich hoch verschulden.

Wohnhaus Schiller

Er lebte in dem Haus die letzten drei Jahre seines Lebens und starb 1805 in seinem Arbeitszimmer. Die Schulden für das Haus waren mittlerweile abbezahlt.

Seine Familie wohnte noch bis 1826 in dem Haus, 1847 ging es in städtischen Besitz über.

1945 wurde das Haus durch Bombenangriffe schwer beschädigt, konnte aber 1946 schon wiedereröffnet werden.

Noch heute sind der originale Schreibtisch und das originale Bett zu besichtigen. An diesem Schreibtisch entstanden die Dramen „Die Braut von Messina“ und „Wilhelm Tell“.

Im Erdgeschoss kannst Du die Küche, die Dienerzimmer und eine Ausstellung zur Geschichte des Hauses sowie zur sozialen Situation Schillers besichtigen.

Im Obergeschoss folgen die Wohnräume Charlottes und der Kinder.

Im Dachgeschoss der Weimar Sehenswürdigkeit sind schließlich Schillers Arbeitszimmer und seine Gesellschafts- und Empfangszimmer mit teilweise originalem Inventar zu sehen.


Adresse: Schillerstraße 12, 99423 Weimar
Öffnungszeiten: montags geschlossen, Sommer Di-So 9:30-18 Uhr, Winter Di-So 9:30-16 Uhr
Eintrittspreise: regulär 8 Euro, ermäßigt 6,50 Euro
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Goethe-Schiller-Denkmal
Das Goethe-Schiller-Denkmal steht auf dem Theaterplatz Weimars vor dem Deutschen Nationaltheater.

Goethe-Schiller-Denkmal

Enthüllt wurde das bronzene Doppelstandbild am 4. September 1857. Das notwendige Erz für die Statuen wurde vom bayerischen König gestiftet und stammte aus dem Material erbeuteter türkischer Kanonen.

Das Denkmal stellt die beiden Schriftsteller und Freunde Goethe und Schiller nebeneinander stehend da. Die beiden sind gleich groß dargestellt, obwohl Schiller fast 20 cm größer war als Goethe, damit soll ihre literarische Ebenbürtigkeit dargestellt werden.

Kopien des Denkmals stehen u.a. in San Francisco, Milwaukee und Cleveland.

3. Marktplatz Weimar

Der Marktplatz von Weimar ist ein guter Startpunkt für eine Stadtführung. In seinem näheren Umfeld befinden sich viele Weimar Sehenswürdigkeiten, wie z.B. Goethes Wohnhaus, Schillers Wohnhaus, das Weimarer Stadtschloss und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek.

Weimar Marktplatz

Der Marktplatz ist das Herzstück Weimars. Hier findet nicht nur der Wochenmarkt statt, auch der älteste Brunnen Weimars, der Neptunbrunnen, steht hier. Außerdem ist der Platz für seine vielen historischen Gebäude bekannt.

Weimar Rathaus

Das Rathaus von Weimar wurde 1841 auf der Westseite des Platzes errichtet.

Es ist schon der 3. Rathaus-Bau an dieser Stelle, die vorherigen zwei sind abgebrannt.

Das Rathaus ist ein dreigeschossiger Bau im neugotischen Stil mit repräsentativen Balkon und Glockenturm.

Die Hof-Apotheke wurde im 15. Jahrhundert für den damaligen Bürgermeister Weimars, errichtet. 1567 zog mit Lorenz Kreich der erste Apotheker in das vormalige Bürgermeisterhaus.

Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude weitgehend zerstört und seine Reste wurden, mit der gesamten Nordseite des Marktplatzes, später komplett abgerissen.

1993 wurde die Apotheke an ihrem ursprünglichen Standort wiederaufgebaut und originalgetreu restauriert.

Das Stadthaus ist ein grün-weißer Renaissance-Bau des 15. Jahrhunderts. Seit 1432 befindet es sich im Besitz der Stadt, die es von 1526 bis 1547 als Rats- und Handelshaus nutzte.

Bei dem Bombenangriff 1945 wurde es komplett zerstört und abgetragen. Zwischen 1968-1971 wurde das Gebäude äußerlich fast vollständig rekonstruiert und im Inneren modern gestaltet.

Stadthaus Cranach-Haus

Direkt neben dem Stadthaus steht das Cranachhaus, ein denkmalgeschützter Renaissance-Bau aus dem Jahr 1549. Im 16. Jahrhundert lebten dort die Maler Lucas Cranach der Ältere und sein Sohn Lucas Cranach der Jüngere.

Das Gebäude ist mit Säulen, Muscheln und Rudbogen-Ornamenten reich verziert. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde es in den 90ern originalgetreu wieder aufgebaut.

Das Hotel Elephant, 1696 als Wirtshaus gegründet, wurde 1937 wegen angeblicher Baufälligkeit abgerissen. Das neu gebaute Hotel galt als eines der modernsten seiner Zeit, da es einen Autolift zum Parkhaus besaß. Auch heutzutage zählt es zu den Luxushotel.

Der Zwiebelmarkt
Jeweils am 2. Oktoberwochenende findet auf dem Marktplatz Weimars Thüringens größtes Volksfest mit jährlich etwa 300.000 Besuchern statt: der Zwiebelmarkt.

Zwiebelmarkt

Die Tradition des Marktes reicht bis 1653 zurück. Im Laufe der Jahrhunderte hat er sich zu einer überregionalen Attraktion entwickelt. Seit 1872 hat der Zwiebelmarkt sogar eine eigene Marktordnung.

An circa 600 Ständen wird alles rund um die Zwiebel angeboten, kulinarisches Highlight ist der Zwiebelkuchen mit Federweißer, beliebtes Souvenir sind die kunstvoll geflochtenen Zwiebelzöpfe aus Zwiebeln und Trockenblumen.

4. Stadtschloss Weimar

In der Stadtmitte von Weimar am nördlichen Ende des Ilmparkes liegt die nächste Weimar Sehenswürdigkeit: das Stadtschloss, die ehemalige Residenz der Herzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach.

Weimar Stadtschloss

Ab dem 10. Jahrhundert ist an der Stelle eine Wasserburg nachweisbar. Von 1535 bis 1604 wurde die Burg zum Renaissance-Schloss umgebaut.

1618 ist die Hälfte des Schlosses abgebrannt, der Wiederaufbau begann 1619, wurde wegen Kriegsbeginn aber immer weiter verschoben. Als einziges Gebäude wurde die Kapelle fertig gestellt.

Erst 1651 wurde der Bau unter Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar weitergeführt. Er übernahm die Bauruine und ließ sie nach französischem Vorbild zu einem offenen dreiflügeligen Ensemble bauen.

Aufgrund von Geldmangel wurde der Bau immer wieder unterbrochen, als der Herzog 1662 stirbt, wird der Bau komplett eingestellt.

Das nächste Bauprojekt war 1728 ein barocker Aufsatz für den mittelalterlichen Rundtum, der auch heute noch vorhanden ist. Auch das Glockengeläut von 1712 ist noch im Original erhalten.

Weimar Glockenturm

Ein verheerender Brand im Jahr 1774 zerstörte das barocke Schloss sowie die Schlosskapelle komplett. Nur der Turm und der Torbau blieben verschont.

Ab 1789 gab es eine Schlossbaukomission zum Wiederaufbau des Schlosses. Unter der Leitung von Goethe wurde das Schloss schließlich als offene Dreiflügelanlage im klassizistischen Stil aufgebaut.

Ab 1835 wurde es von Großherzogin Maria Palowna zum Museum umgewandelt. Heutzutage beherbergt der Großteil des Schlosses das Schlossmuseum mit einer umfassenden Ausstellung mit dem Schwerpunkt Malerei zwischen 1500 und 1900.

Im Sommer 2018 begann der erste Bauabschnitt der Gesamtinstandsetzung des Stadtschlosses, der voraussichtlich Ende 2021 beendet wird.


Adresse: Burgplatz 4, 99423 Weimar
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5. Park an der Ilm

Der 48 Hektar große Park an der Ilm ist der größte und bekannteste Park in Weimar und ist nicht nur selbst eine Weimar Sehenswürdigkeit, sondern beherbergt auch noch eine.

Herzog Carl August und Johann Wolfgang Goethe verwirklichten hier ihre gartenkünstlerischen Ideen.

1776 begann die Planung den Park im englischen Stil umzugestalten. Ab 1778 wurde die Gestaltung des westlichen Ilmhangs mit Gehölzkulissen, Spazierwegen und Parkarchitekturen umgesetzt.

Römisches Haus

1797 wurde das Römische Haus, das Gartenhaus des Herzogs, fertiggestellt. Nach dem Tod des Herzogs fanden die Bauarbeiten 1828 ihren Abschluss.

Brücke Weimar

Der Park weist sowohl empfindsame, als auch klassische und nachklassisch-romantische Züge auf.

Wichtige Merkmale der Anlage sind die zahlreichen Sichtachsen, die markante Punkte wie Goethes Gartenhaus und das Römische Haus, sowie die Umgebung des Parks, miteinander verbinden, sowie die Rundbrücken.

In den folgenden Jahrzehnten wurde der Park zwar gepflegt, aber da das Umfeld bebaut und der Gehölzbestand nicht ausreichend reguliert wurde, war das ursprüngliche Erscheinungsbild gefährdet.

1970 wurde der Ilmpark von der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur (NFG) übernommen und umfangreiche Wiederherstellungs-, Erhaltungs- und Pflegearbeiten an den Gehölzen, Wegen und Architekturen umgesetzt.

Eine Weimar Sehenswürdigkeit im Ilm-Park ist Goethes Gartenhaus, ein Geschenk des Herzogs an Goethe. Das Gartenhaus war 1776 Goethes erster eigener Wohnsitz in Weimar.

Das vermutlich im 16. Jahrhundert entstandene Weinberghaus, war in einem sehr vernachlässigten Zustand als er es bezog. Deswegen ließ Goethe zahlreiche Reparaturen und Umbauten an dem Haus vornehmen. Bis 1782 war das Gartenhaus sein hauptsächlicher Wohn- und Arbeitsort, hier schrieb er u.a. die Ballade „Erlkönig“.

Goethes Gartenhaus

1886 wurde das Haus als Memorialstätte eröffnet, seit der Restaurierung 1995 ist das Hausinnere in Goethes gewählten Farben wiederhergestellt.

Bei dem Rundgang durch das Haus siehst Du das Speisezimmer und die Küche im Erdgeschoss und die vier Räume in der oberen Etage: Goethes Arbeits-, Wohn- und Schlafbereich.

Die Möbel sind teilweise noch das ursprüngliche Inventar, wie z.B. das Stehpult mit Sitzbock.

Auch um die Neugestaltung des verwilderten Hausgartens kümmerte sich Goethe. Er ließ den Hang terrassieren und neue Wege anlegen. Die Dreiteilung des Gartens in einen schattigen Hangbereich, die Obstwiese und den Nutzgarten ist auch heute noch zu erkennen.

1777 ließ Goethe ein besonderes Monument aufstellen: „Stein des guten Glücks“, eines der ersten nicht-figürlichen Denkmäler in Deutschland.

Stein des Glücks

Geplant und gestaltet hat Goethe es zusammen mit seinem ehemaligen Lehrer Adam Friedrich Oeser.

Die Skulptur steht für das Unberechenbare des Schicksals: Der Kubus ist ein Symbol der Beständigkeit, während die Kugel das Unbeständige symbolisiert.


Eintrittspreise: regulär 6,50 Euro, ermäßigt 5 Euro
Öffnungszeiten: montags geschlossen, Winter Di-So 10-16 Uhr, Sommer Di-So 10-18 Uhr
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6. Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Die nächste Weimar Sehenswürdigkeit ist die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. 1691 als Herzogliche Bibliothek gegründet, wurde die Bibliothek 1991 nach Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach benannt.

Weimar Bibliothek

Herzog Wilhelm Ernst wollte 1691 seine 1400 Bücher der Öffentlichkeit zugänglich machen und gründete deswegen die Bibliothek. Innerhalb von 30 Jahren stieg ihr Bestand auf 11.000 Exemplare.

Goethe leitete die Bibliothek 35 Jahre lang, von 1797 bis zu seinem Tod 1832. In dieser Zeit wuchs der Buchbestand auf 80.000 Bände.

Die öffentlich zugängliche Archiv- und Forschungsbibliothek für Literatur- und Kulturgeschichte hat mittlerweile über 1 Mio. Medien über Ausleihe und Benutzung zur Verfügung.

Außerdem enthält sie die geschlossen aufgestellten Bibliotheken Liszts, Nietzsches, Haars (Cranach-Presse) und der Familie von Arnim, umfangreiche Sammlungen aus der Reformationszeit, von Stammbüchern, Almanachen, Bibeln, Landkarten und Globen sowie die Faust-Sammlung und die Shakespeare-Bibliothek.

Im September 2004 kam es zu einem verheerenden Brand. Das Bibliotheksgebäude und das Grüne Schloss mit dem Rokokosaal wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Es wurden 35 Kunstwerke, 50.000 Bücher einschließlich vieler Musikalien restlos zerstört, sowie weitere 62.000 Bände zum Teil schwer beschädigt.

Weimar Bücher

Circa 28.000 Bücher konnten gerettet werden, darunter die Lutherbibel von 1534.

Von 2004 bis 2018 wurden alle 56.000 ruß- und rauchgeschädigten Bücher mit Schadstoffbelastungen gereinigt, dekontaminiert und konservatorisch versorgt. 27 Werkstätten in ganz Europa waren an der Restaurierung der Einbände beteiligt.

2007 wurde die Weimar Sehenswürdigkeit nach der Restaurierung wiedereröffnet.

Seit 2014 kannst Du in der Ausstellung „Restaurieren nach dem Brand – Die Rettung der Bücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek“ genaueres zu dem Brand und der Restauration erfahren.

Der beeindruckende Rokokosaal gehört zum historischen Bibliotheksgebäude, er ist dreigeschossig und bildet die innere Mitte des Gebäudes.

Er beinhaltet die Werkstatt für Buchrestaurierung und -konservierung, die Abteilung Sondersammlungen und die Direktion.

Wichtig: Da die Besucherzahl aus konservatorischen Gründen limitiert ist, empfehlen wir Dir, Dir Deine Eintrittskarten am besten im Vorverkauf zu holen.


Adresse: Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Platz der Demokratie 1, 99423 Weimar
Öffnungszeiten: montags geschlossen, Rokokosaal Di – So: 9:30 – 14:30 Uhr
Eintrittspreise: Regulär 7,50 Euro, ermäßigt 6 Euro
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7. Stadtkirche St. Peter und Paul & Herderhaus

Die nächste Weimar Sehenswürdigkeit ist die Stadtkirche St. Peter und Paul, das bedeutendste Kirchengebäude Weimars.

Das heutige Bauwerk geht auf eine dreischiffige Hallenkirche im spätgotischen Stil zurück, die zwischen 1498 und 1500 errichtet wurde. Die Fundamente des Westturms gehören zu den ältesten Bauteilen der Stadt.

Herderkirche

Diese Weimar Sehenswürdigkeit hat viele berühmte Persönlichkeiten in ihren heiligen Hallen gehabt:

  • Der Flügelaltar wurde 1554/55 von Lucas Cranach dem Älteren gemalt.
  • Martin Luther hat in der Kirche mehrmals gepredigt.
  • Johann Sebastian Bach hat hier oft musiziert.
  • Und Johann Gottfried Herder war von 1776 bis zu seinem Tode 1803 als Generalsuperintendent in der Stadtkirche tätigt, daher auch die umgangssprachliche Bezeichnung der Kirche als Herderkirche. Herder wurde auch auf dem dazugehörigen Friedhof begraben.

1945 wurde die Kirche stark zerstört, am 14. Juni 1953 konnte sie wieder eingeweiht werden. Das jetzige Aussehen des Innenraums entstand während der Bauarbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg.

Das Wohnhaus nördlich hinter der Stadtkirche war Herders Wohnhaus. In dem im Barockstil gestalteten Haus wohnte er ab 1776 27 Jahre mit seiner Familie.

Herder Garten

Der sich hinter dem Haus erstreckende Garten mit Brunnen, Obstbäumen, Blumen etc. lag Herder besonders am Herzen. Auf Grundlage seiner Briefe und mit Hilfe eines alten Stadtplans konnte der Garten 1994 rekonstruiert werden.

Der Garten kann besichtigt werden, das Haus allerdings nicht.


Adresse Kirche: Herderplatz 8, 99423 Weimar
Öffnungszeiten: Winter: Mo – Sa: 10-12 & 14-16 Uhr, So und Feiertag: 11-12 & 14-16 Uhr, Sommer: Mo – Fr: 10-18 Uhr, Sa: 10-12 & 14-18 Uhr, So und Feiertag: 11-12 Uhr & 14-16 Uhr
Zur Website der Kirche

Adresse Garten: Herderplatz 8, 99423 Weimar


8. Jakobskirche

Die nächste Weimar Sehenswürdigkeit ist Teil eines der berühmtesten Pilgerwege der Welt: die Jakobskirche ist eine Station des Jakobsweges nach Santiago de Compostela.

Jakobskirche

Die erste Kirche stand 1168 an der Stelle, wegen Baufälligkeit wurde sie 1712 abgetragen. 1713 ließ Herzog Wilheln Ernst an dieser Stelle eine einschiffige Barockkirche errichten.

In der Sakristei der Kirche wurden Johann Wolfgang von Goethe und Christiane Vulpius getraut.

Eine wunderschöne Aussicht über Weimar hast Du, wenn Du auf den Kirchturm  hochsteigst.

Der zur Kirche gehörende Jakobsfriedhof ist der älteste noch existierende Friedhof Weimars, von 1530 bis 1818 war er der einzige Friedhof der Stadt.

Weimar Friedhof

1818 wurde aufgrund von Platzmangel der „Neue Friedhof vor dem Frauentore“ angelegt. Ab 1840 gab es auf dem Jakobsfriedhof keine Beerdigungen mehr, 1927 wurde er zu einer gärtnerischen Anlage umgewandelt.

Auf dem Jakobsfriedhof liegen u.a. Lucas Cranach der Ältere und Christiane von Goethe. Auch Schiller war auf dem Jakobsfriedhof begraben, bis er 1827 in die Fürstengruft überführt wurde.


Adresse: Am Jakobskirchhof 4, 99423 Weimar
Öffnungszeiten: April bis Oktober: Mo bis Sa 10-16 Uhr, So ab 11 Uhr,  November bis März täglich 11- 14 Uhr


9. Historischer Friedhof mit Fürstengruft und Russisch-Orthodoxer Grabkapelle

Die nächsten zwei Weimar Sehenswürdigkeiten finden sich ebenfalls auf einem Friedhof: die Fürstengruft und die Russisch-Orthodoxe Grabkapelle.

Die Fürstengruft wurde von 1823-1828 erbaut und beherbergt die Überreste der Fürstenfamilie Sachsen-Weimar-Eisenach. Als das untere Gewölbe im Sommer 1824 weitgehend fertiggestellt war, wurden die 27, bis dahin im Stadtschloss eingelagerten, Särge der Weimarer Fürstenfamilie in die Gruft überführt.

Fürstengruft

Auch die Särge von Goethe und Schiller liegen in der Fürstenkruft. Schiller wurde 1827 vom Jakosfriedhof überführt. Als Goethe 1832 starb, wurde er neben seinem Freund und Konkurrenten beigesetzt.

Forschungen ergaben im Jahr 2008, dass die vermeintlichen Gebeine Schillers in Wahrheit von anderen Personen stammen. Deshalb ist der Sarg heute leer.

Auch Carl Friedrich wurde 1853 in der Fürstengruft bestattet. Dies führt uns nun zur Russisch-Orthodoxen-Grabkapelle und den Verbindungsgang zwischen den beiden Ruhestätten.

Die Grabkapelle für die russische Großfürstin Maria Pawlowna wurde von 1860-1862 errichtet. Sie liegt direkt hinter der Fürstengruft und ist mit ihr unterirdisch verbunden.

Grabkapelle

Da Maria Pawlowna der russischen Zarenfamilie angehörte, wurde verlangt, dass sie in russischer Erde begraben wird. Als Regentin von Sachsen-Weimar-Eisenach musste sie allerdings in Weimar beerdigt werden.

Die Lösung des Problems war es, mehrere Wagenladungen russische Erde aus der Gegend um St. Petersburg nach Weimar zu bringen, daraus einen Hügel aufzuschütten und darauf die Kapelle zu bauen.

Maria Pawlowna wurde in der unterirdischen Verbindung zwischen der Fürstengruft und der Grabkapelle beerdigt, damit sie sowohl in russischer Erde liegt, als auch neben ihrem Mann, was ihr Wunsch war.

Heutzutage wird die Kapelle immer noch von der russisch-orthodoxen Gemeinde Weimars benutzt.


Adresse: Historischer Friedhof am Poseckschen Garten, 99423 Weimar
Öffnungszeiten: dienstags geschlossen, 10-18 Uhr, Winter 10-16 Uhr
Eintrittspreise: regulär 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro


10. Schloss Belvedere

Die nächste Weimar Sehenswürdigkeit liegt etwas südlich von Weimar in einem 43 Hektar großen, weitläufigen Park mit Orangerie, Lust- und Irrgarten: das Schloss Belvedere.

Schloss Belvedere

Die barocke Sommerresidenz der Familie Sachsen-Weimar und Eisenach wurde zwischen 1724 und 1748 im Auftrag von Herzog Ernst August I. von Sachsen-Weimar gebaut. Als Vorbild diente das Schloss Belvedere in Wien.

Das Schloss wurde mit Pavillons, Uhren- und Kavaliershäusern sowie dem großen Landschaftspark ausgebaut. Dieser war zuerst ein Barockgarten mit regelmäßiger Anordnung.

Da sich Herzogin Anna Amalia aber nach mehr Weite sehnte, entstand ab 1758 ein Landschaftspark nachklassizistischer-romantischer Prägung.

Belvedere Garten

Die Struktur wurde aufgebrochen, dafür sind zahlreiche Schmuckplätze und Parkarchitekturen wie Fontänen, Skulpturen und eine künstlichen Ruine hinzugekommen.

Carl August betrieb in Belvedere gemeinsam mit Goethe pflanzenkundliche Studien. Bis 1820 entstand ein Botanischer Garten mit circa 7900 in- und ausländischen Pflanzenarten.

Ein besonderer Teil des Parks ist der Russische Garten westlich des Schlosses. Hier ließ Erbherzog Carl Friedrich für seine Frau Maria Pawlowna eine beinahe exakte Kopie ihres Gartens in Sankt Petersburg bauen.

Nach Abdankung des letzten Großherzogs gelangte die Weimar Sehenswürdigkeit in den Besitz des Freistaats Thüringen und ist seit 1923 Teil der Staatlichen Kunstsammlungen zu Weimar.


Adresse: Weimar-Belvedere, 99425 Weimar
Öffnungszeiten: montags geschlossen, Di-So 11-17 Uhr
Eintrittspreise: regulär 6,50 Euro, ermäßigt 5 Euro
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11. Bauhaus-Museum

Nach viel Literatur und Kirchen entführt Dich die nächste Weimar Sehenswürdigkeit in die Welt der Kunst: Das Bauhaus-Museum wurde 1995 als Provisorium in der ehemaligen Wagenremise am Theaterplatz eingerichtet. 2019 konnte, zum 100-jährigen Jubiläum der Bauhaus-Gründung, der Neubau eröffnet werden.

Bauhaus-Stuhl

Dafür wurde 2011 ein internationaler Architekturwettbewerb ausgeschrieben, bei dem sich 2189 Architekten beworben haben. Gewonnen hat die Architektin Heike Hanada in Kooperation mit Benedict Tono.

Das Ergebnis ist ein minimalistischer, geradliniger Neubau mit klarer Geometrie und einem großzügig gestalteten Vorplatz.

Auf 5 Ebenen werden insgesamt 13.000 Objekte und Dokumente, inklusive der Sammlung Ludwig zur Designgeschichte und der weltweit älteste Bauhaus-Bestand präsentiert.

Ausstellungsstücke sind u.a. der Lattenstuhl von Marcel Breuer, die Teekanne von Marianne Brandt und Keramiken von Theodor Bogler.

Nachts wird die Weimar Sehenswürdigkeit von umlaufenden Lichtbändern erleuchtet.


Adresse: Bauhaus-Museum, Stéphane-Hessel-Platz 1, 99423 Weimar
Öffnungszeiten: Mo: 9:00 – 14:30 Uhr, Di – So: 9:00 – 18:00 Uhr
Eintrittspreise: regulär 11 Euro, ermäßigt 7 Euro
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12. Gedenkstätte Buchenwald

Die Gedenkstätte Buchenwald zählt ebenfalls zu den Weimar Sehenswürdigkeiten.

Gedenkstätte Buchenwald

Das Konzentrationslager Buchenwald war eines der größten Konzentrationslager in Deutschland. Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager betrieben, über 250 000 Menschen aus fast 50 Nationen waren dort inhaftiert.

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde es von 1945-1950 als Internierungslager von der sowjetischen Geheimpolizei genutzt. Anfang der 50er Jahre wurde die Anlage weitestgehend demontiert

1958 wurde es als Nationale Mahn- und Gedenkstätte eingeweiht. Allerdings wurde sich dabei hauptsächlich auf die kommunistischen Widerstandskämpfer konzentriert.

Deswegen gab es ab 1990 eine Neukonzeption der Gedenkstätte. 4 große Dauerausstellungen geben Dir Einblicke in die Geschichte Buchenwalds: die Zeit als KZ und als Sowjetisches Speziallager 2, eine Kunstausstellung, die Kunstwerke ab 1937 zeigt und eine Ausstellung zur Geschichte der Gedenkstätte.

Die Außenanlagen, u.a. das Häftlingslager, der SS-Bereich, die Mahnmalsanlage und die Gräberfelder des sowjetischen Speziallagers Nr. 2, können täglich bis Einbruch der Dunkelheit besichtigt werden.


Adresse: Buchenwald 2 99427 Weimar-Nordstadt
Eintrittspreise: kostenlos
Öffnungszeiten Museen: montags geschlossen, April – Oktober, Di bis So & Feiertag 09-18.20 Uhr, November – März, Di bis So & Feiertag 09-16.20 Uhr
Weitere Informationen findest Du auf der Website


Weimar Sehenswürdigkeiten Karte

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