Der Traum von der Weltreise begleitet viele Menschen. Oft ist es aber mangelnde Zeit oder zu wenig Geld, was diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung macht. Wenn Ihr jedoch zu lange wartet, Euren Wunsch einer Reise um die Welt Realität werden zu lassen, könnte es eines Tages zu spät sein.

Es gibt viele Gelegenheiten, eine Weltreise umzusetzen:

Vor oder nach dem Studium, in den Semesterferien oder im Rahmen eines Sabbaticals beispielsweise. Einige Menschen kündigen sogar mutig ihren Job und suchen sich nach der Rückkehr eine neue Stelle. Andere nutzen beispielsweise die Elternzeit, um mit Kind und Kegel um die Welt zu reisen. Reicht das Geld nicht aus, kommen Modelle wie Work & Travel infrage oder das Budget kann mit Hilfe von Kleinkrediten aufgestockt werden.

Wenn eine Weltreise Euer Traum ist, gibt es also keine Ausreden – oder? Was ist mit dem Hund? Kann dieser auf eine Weltreise mitkommen und wenn ja, wie?

Hund auf Reisen Mitnehmen oder nicht?

Ein Hund ist für die meisten Besitzer ein vollwertiges Familienmitglied. Ohne ihn auf eine längere Reise über mehrere Wochen oder gar Monate aufzubrechen, kommt für viele Menschen daher überhaupt nicht in Frage. Eine gute Idee wäre das auch in den seltensten Fällen, denn der unerklärliche Verlust der Bezugsperson kann im Hund eine tiefe Trauer auslösen. Plötzlich verändert sich seine gesamte Lebenssituation, die Umgebung und die sozialen Bindungen. Das bedeutet in erster Linie Stress und einige sensible Tiere werden dadurch sogar krank.

Urlaub mit Hund

Den Hund nicht auf eine Weltreise mitzunehmen, ist daher nur empfehlenswert, wenn dieser solange in vertrauter Umgebung mit Personen bleiben kann, die er kennt und bei denen er sich bekanntlich wohlfühlt – Eure Eltern beispielsweise, die das Tier öfter betreuen, wenn ihr mal über ein Wochenende oder für zwei Wochen im Urlaub seid. Dennoch wünschen sich viele Hundehalter, ihren Vierbeiner mit auf Reisen nehmen zu können. So muss der Hund keine Trennung durchleben, der Besitzer hat ihn jederzeit im Blick – denn das Tier Dritten zur Betreuung zu geben, braucht stets auch eine Menge Vertrauen – und Tier sowie Mensch können diese besondere Erfahrung teilen. Das stärkt die Bindung. Dennoch sollten sich verantwortungsvolle Hundehalter die Frage stellen, ob sie ihrem Freund mit der kalten Schnauze dadurch wirklich einen Gefallen tun?

Eine Weltreise ist für Hunde nicht ungefährlich

Auch das Reisen bedeutet für einen Hund nämlich Stress und auch darauf können sensible Tiere mit einer Krankheit reagieren. Überhaupt gibt es im Ausland zahlreiche Hundekrankheiten, die in Deutschland nicht existieren und welche schlimmstenfalls tödlich für das Tier enden können. Dazu gehört beispielsweise Leishmaniose oder der Herzwurm. Hundehaltern sollte also bewusst sein, dass sie mit der Reise in andere Klimazonen ihr Tier auch gewissen Gefahren aussetzen. An eine Weltreise mit dem Hund solltet Ihr deshalb nur denken, wenn er rundum gesund ist. Für Welpen, sehr alte, kranke oder tragende Hunde sind Reisen hingegen zu strapaziös und es wäre von den Hundebesitzern egoistisch sowie unverantwortlich, den Vierbeiner in diesen Fällen mit auf eine Weltreise zu nehmen.

Rücksprache mit dem Tierarzt ist ein Muss

Ist der Hund fit und gesund, müsst ihr dennoch vorab einen Tierarzt aufsuchen. Schildert ihm Eure Pläne und informiert Euch über mögliche Krankheiten sowie Gesundheitsrisiken für das Tier in den Zielländern. Eventuell sind Medikamente oder zusätzliche Impfungen notwendig – ebenso wie die Reiseimpfungen für einen Menschen – um das Tier vor gewissen Erregern oder Parasiten zu schützen. Erst, wenn der Tierarzt das „Go“ gibt, könnt ihr eine entsprechende Weltreise mit Hund planen.

Einreisebestimmungen in den Zielländern beachten

Solche Impfungen können zudem notwendig sein, damit der Hund überhaupt in gewisse Zielländer einreisen darf. Ihr müsst deshalb unbedingt auch die entsprechenden Dokumente wie den EU-Heimtierausweis mitführen. Je nach Land, gelten unterschiedliche Einreisebestimmungen für Hunde. So ist in vielen Ländern beispielsweise ein Mikrochip vorgeschrieben. Ebenso ist der Nachweis einer Tollwutimpfung in vielen Fällen verpflichtend sowie ein Mindestalter von zwölf Wochen. Wer beispielsweise nach Großbritannien will, darf nicht mehr als fünf Hunde und keine Tiere der Rassen Dogo Argentino, Pitbull Terrier, Japanese Toga oder Fila Brazilier mitnehmen.

Besimmungen für Hunde

Noch komplizierter wird es, wenn Ihr Europa verlassen wollt. So ist bei der Einreise in einige Länder, vor allem auf Inseln wie Hawaii, eine Quarantäne für die Tiere vorgeschrieben, die nicht selten mehrere Tage bis Wochen andauert. Das wollt Ihr Eurem geliebten Vierbeiner gewiss nicht antun. Manchmal gibt es Möglichkeiten, die Quarantäne vor Ort zu umgehen, wenn entsprechende Bescheinigungen vom Tierarzt vorliegen – auch diesbezüglich ist also eine frühzeitige Absprache notwendig. Zuletzt kann es auch Probleme bei der Rückreise nach Europa geben, je nachdem, in welchen Ländern ihr wart. Kommt Ihr aus Nicht-EU-Staaten mit Seuchenstatus, beispielsweise der Türkei, Marokko oder Thailand, wird der Hund erst einem Bluttest unterzogen, bevor er wieder nach Europa einreisen darf. Ihr seht: Die Weltreise mit Hund ist alles andere als einfach und bedarf einer Menge Organisationsaufwand sowie Planung vorab. Eine sorgfältige Auswahl der Zielländer kann hierbei viele Probleme und eine Menge Stress für den Hund sowie dessen Halter präventiv vermeiden.

Hund sollte an das Reisen gewöhnt werden

Möchtet Ihr Euren Hund dennoch mitnehmen, habt das „Go“ vom Tierarzt und Euch über die Einreisebestimmungen in den Zielländern informiert, sollte das Tier aber zuerst noch an das Reisen gewöhnt werden. Kennt der Hund bislang nur seine gewohnte Umgebung, bedeutet es für ihn eine Menge Stress, diese plötzlich zu verlassen. Reist Ihr beispielsweise mit dem Wohnmobil, sollte der Hund dieses bereits kennen, sich darin wohlfühlen und mehrere kurze Reisen mit Euch problemlos unternommen haben. Möchtet Ihr fliegen, sollte das Tier frühzeitig an die Transportbox gewöhnt werden. Versucht also, den Stress für den Vierbeiner so gering wie möglich zu halten. Merkt Ihr hingegen, dass der Hund an seine Grenzen kommt oder sogar ernsthaft erkrankt, brecht Eure Reise rechtzeitig ab! Wer mit Haustieren auf Weltreise geht, muss also stets flexibel planen und das Tier an erste Stelle setzen. Schlussendlich kennt Ihr Euren Hund am besten und könnt daher auch realistisch sowie gewissenhaft einschätzen, ob eine Weltreise mit Euren kaltschnäuzigen Freund möglich ist oder eher nicht.

 

Julian Senft

Das Schreiben und Reisen gehören schon lange Zeit zu meinen Hobbys. Beim Reisemagazin von voucherwonderland kann ich beides bestens vereinen.

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