Immer wieder machen Flugzeugabstürze Schlagzeilen in den Nachrichten. Bei vielen wird dadurch der Anschein geweckt, Reisen mit dem Flugzeug sei unsicher und sogar gefährlich. Aber ist dem wirklich so?

 


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Die Sache mit der Wahrnehmung

Ein Blick in die Liste der Flugzeugabstürze der vergangenen Jahre, scheint die Vermutung zu bestätigen, Fliegen sei mit einem relativ hohen Risiko verbunden. 2014 etwa stürzten gleich zwei Maschinen des Typen Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines ab – während das Schicksal von Flug MH370 bislang immer noch unklar ist, wissen wir, dass MH17 von einer Rakete abgeschossen wurde.

Im März 2015 wurde ein Airbus A320 der Germanwings vom Kopiloten absichtlich in einen Berg geflogen. Und 2016 erinnern wir uns an den Absturz eines A320 der Egypt Air im Mittelmeer sowie den Absturz eines Avro RJ85 mit Mitgliedern der brasilianischen Fußballmannschaft Chapecoense an Bord. Auch 2017 kam es bereits zu einem tragischen Unfall: Bei der Landung auf einem kirgisischen Flughafen verunglückte eine Frachtmaschine des Typen Boeing 747 und krachte in eine Wohngegend am Ende der Landebahn.

Flying in the sky

Bei all diesen Unglücken kamen hunderte Menschen ums Leben, dennoch gilt das Flugzeug als sicherstes Verkehrsmittel der Welt. Man muss sich nur einmal die Statistiken anschauen. 2015 beispielsweise gab es weltweit 37,6 Millionen Flüge. Von diesen waren laut Boeing 28 in Unfälle verwickelt. Die beiden größten Unfälle in diesem Jahr waren der eben erwähnte Absturz der Germanwings-Maschine sowie der Anschlag auf einen russischen Ferienflieger, der anschließend über Ägypten abstürzte. Weitere 14 Abstürze hatten einen teilweise tödlichen Ausgang für Passagiere, bei den restlichen 12 trug nur das Flugzeug Schäden davon.

Das bedeutet also, dass nur einer von über 1,3 Millionen Flügen in einen Unfall verwickelt war – und nur einer von 2,3 Millionen Flügen hatte tödliche Folgen. Führt man sich diese Zahlen mal vor Augen, wird relativ schnell klar, dass Fliegen echt sicher ist. 2014 berichtete der Guardian, dass Autofahren etwa 100 Mal tödlicher als Fliegen ist, Motorradfahren sogar 3000 Mal tödlicher. Rein statistisch gesehen kann man also seelenruhig das Flugzeug betreten und den Flug genießen.

Tipps gegen Flugangst

  • In der Mitte des Flugzeuges sitzen: Hier schwankt die Maschine nicht so stark.
  • Am Gang sitzen: So fühlt man sich nicht so eingesperrt und kann sich zur Not bewegen.
  • Essen und Trinken nicht vergessen: Ein leerer Magen verstärkt nur das flaue Gefühl bei Flugangst.
  • Beruhigungstabletten: Besonders während Start und Landung können Tabletten bei der Beruhigung helfen.
  • Den Piloten vertrauen: Auch sie möchten heil und sicher am Zielort ankommen. Außerdem geht es ohne wohl schlecht.

Absturz bedeutet nicht gleich Tod

Wenn sich während eines Fluges doch mal der Kapitän meldet und die Nachricht überbringt, dass alles für eine Notlandung vorbereitet werden soll, musst du nicht mit deinem Leben abschließen. Laut der amerikanischen Behörde FAA (Federal Aviation Administration) liegt die Chance, einen Absturz zu überleben, bei ganzen 90 Prozent.

Aber wie kommt das? Nun, ein Grund ist wohl, dass Flugzeuge bei Problemen nicht einfach aus dem Himmel fallen. Selbst wenn alle Triebwerke ausfallen sollten, gleitet ein Flugzeug einfach weiter. Zudem sind Piloten heutzutage auf alle möglichen Zwischenfälle vorbereitet und wissen sich entsprechend zu verhalten. In Simulatoren trainieren sie mehrmals im Jahr, was zu tun ist, wenn mal nicht alles nach Plan läuft.

Ein Beispiel für einen solchen Zwischenfall ist Flug 16 der polnischen Airline LOT. Auf dem Weg von New York nach Warschau bemerkten die Piloten kurz vor der Landung, dass das Fahrwerk nicht herunterkommen will. Nachdem die Maschine mit 231 Menschen an Bord eine Stunde lang über dem Flughafen kreiste, entschied sich der Pilot für eine Landung – ohne Fahrwerk. Durch sein Können gelang die Bruchlandung und jeder an Bord überlebte.

Pilots at work

Selbstverständlich kann man auch seine Überlebenschancen bei einem Absturz im Vorhinein erhöhen. Erhöhte Chancen hat man etwa, wenn man in unmittelbarer Nähe eines Ausgangs sitzt. Bildet sich beispielsweise Rauch an Bord kann man das Flugzeug umgehend verlassen und ist der Gefahr einer Ohnmacht durch Raucheinatmung nicht so stark ausgesetzt – genau das ist in der Vergangenheit nämlich bereits oft passiert.

Sitzt man etwas weiter vom nächsten Ausgang entfernt, hilft es, die Anzahl der Sitzreihen bis zum nächsten Ausgang zu zählen sowie die Sicherheitsanweisungen genauestens zu verfolgen. Zudem haben zahlreiche Studien ergeben, dass die Überlebenschancen im hinteren Teil des Flugzeuges deutlich höher sind als Vorne. Einen weiteren entscheidenden Unterschied zwischen Leben und Tod kann zudem die sogenannte Brace-Position machen. Hierbei bringt man das Becken soweit wie möglich nach hinten und Füße und Kopf möglichst weit nach vorne. Dadurch wird verhindert, dass man während einer Bruchlandung im Flugzeug herumgeschleudert wird oder innere Verletzungen davon trägt.

Und um noch einmal vor Augen zu führen, wie sicher Fliegen heutzutage ist: Man müsste knapp 29.000 Jahre am Stück fliegen, um einen Absturz mitzuerleben, wie das MIT herausgefunden hat.

Warum haben Flugzeuge keine Fallschirme für die Passagiere?

Viele von uns haben sich sicherlich schon einmal gefragt, warum es an Flugzeugen keine Fallschirme für die Passagiere gibt. Das hat gleich mehrere Gründe.

  1. Zu hoher Luftdruck: Normale Passagierflugzeuge haben eine durchschnittliche Flughöhe 10.000 m. Selbst wenn es ein Flugzeug geben würde, bei dem das Dach wie bei einem Cabrio technisch geöffnet werden könnte, wäre es schlichtweg praktisch nicht möglich. Der Luftdruck in dieser enormen Höhe verhindert, dass das Dach „abgeworfen“ werden könnte.

Deswegen gehen auch die Flugzeugtüren in dieser Höhe nicht auf. Wäre es also eine Möglichkeit, abzuwarten, bis das Flugzeug nahe genug am Boden wäre, um die Türen zu öffnen, sodass die Passagiere anschließend nach und nach von Bord springen könnten? Leider nein, denn das führt uns zur nächsten Ursache, warum Flugzeuge keine Fallschirme haben.

  1. Organisatorische Hürden: Zwischen 160 und 600 Passagiere können in den gängigsten Mittel- und Langstreckenflugzeugen Platz nehmen. Die Fluggeschwindigkeit beträgt zwischen 800 km/h und 920 km/h. Würde die Flugzeugtür bei dieser enormen Geschwindigkeit geöffnet werden, wäre kein reguliertes Abspringen möglich. Zusätzlich würde eine riesige Panik an Bord ausbrechen, die höchstwahrscheinlich zu Verletzungen durch Gerangel an Bord führen würde. Selbst, wenn das nicht passieren sollte, wäre die Maschine wahrscheinlich auch schon abgestürzt, bis alle abgesprungen wären. Fallschirme würden sich verheddern und im schlimmsten Fall endet der beherzte Sprung aus dem Flugzeug auch in der Turbine.

Warum hat ein Flugzeug keinen eigenen Fallschirm?

Einige Ultraleichtflugzeuge (mit einer Kapazität von 5 Menschen) besitzen einen Fallschirm, der durch Pyrotechnik über das Flugzeug geschossen wird und ein Gleiten auf den Boden ermöglicht. Das funktioniert allerdings nur aufgrund des geringen Gewichts und der niedrigen Geschwindigkeit. Passagierflugzeuge sind selbst bei einem drohenden Absturz zu schnell und zu schwer für einen solchen Fallschirm.

Auch der Fallschirm für ein großes Flugzeug wäre selbst so schwer, dass das Flugzeug ihn nicht transportieren könnte, ohne selbst Schaden nehmen zu können. Die Fallschirmseile würden ebenfalls in die Turbinen gesaugt. Der Trick mit der Pyrotechnik, um den Fallschirm schnell über das Flugzeug zu befördern, funktioniert in Anbetracht der Explosionsgefahr durch das Kerosin an Bord leider auch nicht.

Sicherlich wird in den nächsten Jahrzehnten weiter auf diesem Gebiet geforscht, aber das kostet, wie du schon erkannt hast, Unmengen an Geld. Die meisten Passagiere wollen allerdings so billig wie möglich fliegen.

 

Julian Senft

Das Schreiben und Reisen gehören schon lange Zeit zu meinen Hobbys. Beim Reisemagazin von voucherwonderland kann ich beides bestens vereinen.

11 Kommentare zu “Wie sicher ist Fliegen?

    1. Es freut uns, wenn wir dir helfen konnten! Dann lass dich doch gleich bei uns auf der Seite inspirieren und suche dir für deine nächste (Flug)reise aus unseren vielen Angeboten das passende Hotel aus 🙂

  1. Ich persönlich finde es unverantwortlich, dass es in Kauf genommen wird, dass Flugzeuge abstürzen und dabei alle Menschen sterben. Natürlich ist das Flugzeug statistisch gesehen das sicherste Transportmittel der Welt, aber nichtsdestotrotz kommen Abstürze auch vor. Und anders als beim Auto oder Motorrad ist beim richtigen Absturz einer Maschine mit dem sicheren Tot zu rechnen. Dies ist beim Auto oder Motorrad nicht der Fall. Meiner Meinung nach muss es die Möglichkeit geben, dass Flugzeug in einer absoluten Notlage verlassen zu können. Bspw. per Schleudersitzt wie bei Kampfjets oder dass das gesamte Flugzeug mit einer Art Fallschirm ausgestattet wird und im Notfall sanft zu Boden gebracht werden kann. Welche Lösung auch immer, aber es sollte zumindest die Möglichkeit geben das Flugzeug zu verlassen und zumindest eine Chance zu bekommen. Einfach nur zu sagen, dass Flugzeuge statistisch sicher sind und man deswegen ruhig mal ein paar wenige Abstürze mit hunderten von Toten in Kauf nehmen muss, finde ich nicht richtig. Sicherlich würde das Fliegen durch zusätzliche Sicherheits Features teurer werden, aber mal im Ernst. Meiner Meinung nach muss Fliegen nicht so billig sein wie es teilweise ist. Und wenn dadurch Abstürze mit hunderten von Toten verhindert werden können, dann wäre es mir einen höheren Preis definitiv Wert.

    1. Hallo Rene,

      wir verstehen deine Gedanken und Aussagen vollkommen. Deswegen haben wir unseren Beitrag erweitert, um die Fragen zu beantworten, warum Flugzeuge keine Fallschirme für die Passagiere oder die Maschine an sich haben. Danke für deine Anregung. Die Fragen haben sich sicherlich auch schon andere Leser gestellt.

      1. Hallo Martina,

        vielen Dank für Deine Reaktion und euren Beitrag. So habe ich wenigstens mal eine Vernünftige Erklärung warum die Variante mit dem Fallschirm nicht funktioniert, sowohl für die Passagiere als auch für das Flugzeug selbst. Naja, ich hoffe dennoch, dass irgendwelche schlauen Köpfe weiter an einer Lösung tüfteln die das Fliegen noch sicherer macht bzw. es vielleicht ermöglicht wird, dass nicht immer direkt alle sterben wenn ein Flugzeug mal abstürzt. Jedenfalls sollten höhere Kosten nicht der Grund für fehlende Sicherheit sein.

  2. Hallo zusammen,

    ich leide unter Flugangst. Bisherige Maßnahmen waren:

    Simulator Flug mit Lufthansasimulator im Trainingscenter München (derselbe in dem die echten Piloten üben),
    technisches Wissen angeeignet (warum fliegen Flugzeuge), ich kenne alle Geräusche die ein Flieger macht, weiß das Turbulenzen nicht gefährlich sind,
    kenne viele Fachartikel (auch diesen hier), bin in vielen Flugzeug – Foren und bin eigentlich total fasziniert vom Fliegen. Trotzdem mache ich mir jedes Mal ins Hemd, wenn ich fliegen muss. Das ganze hat natürlich Boeing mit dieser verkorksten 737-Max (Stichwort MCAS) für mich wieder deutlich schlimmer gemacht.

    Das Vertrauen ist soweit wieder geschrumpft, weil der Kostendruck in der Fliegerei momentan zu hoch ist. Wie man an der MAX sehen kann. Lieber nochmals an der 737 NG rumbasteln, als einen komplett neuen Flieger entwerfen. Fahrwerk zu niedrig, ok na dann die großen Triebwerke weiter vorne anbringen…huch der Pilot kann ja nun „überziehen“ da Triebwerke in der Position zu viel Power, dann schnell ein MCAS reinbauen, müssen wir ja nicht jedem sagen… wird schon irgendwie gehen…., Warnlampe MCAS machen wir nur gegen Aufpreis!!! zack über 300 Menschen tot.

    Was ich damit sagen will ist das auch hier Kosten und Gewinn wichtiger ist wie die Flugsicherheit. Oder Ryanair die immer grad soviel Kerosin dabei hat, das es grad so ausreicht für den Flug. Wenn das Flugzeug mal länger über den Flughafen kreisen muss, wird es sehr schnell sehr eng. (Quelle Artikel aus dem Internet) einfach mal nachlesen.

    So, langer Text geworden…. wer hat den eine Idee wie ich und andere Flugangstgeplagte mehr Vertrauen in die Fluggesellschaften bekommen bzw. die Flugangst weg. ( ja,ich kenne diese Flugangstseminare, also bitte andere Tipps).
    Danke und viele Grüße Stephan

    1. Hallo Stephan,

      vielen Dank für deinen fundierten Kommentar. Du hast ja schon allerhand auf dich genommen, um dich deiner Flugangst zu stellen. Die Dinge, die du bezüglich der „Gewinnoptimierung“ ansprichst, werfen weite Schatten.

      Zum Glück können wir im Team selbst relativ angstfrei in den Flieger steigen und hoffen, dass es Tipps anderer Leser gibt, die produktiv für dich sind. Wir fanden deinen Hinweis mit dem Flugsimulator in München übrigens außerordentlich spannend.

      Auch Nicht-Piloten können sich hierbei einmal in das Cockpit eines Flugzeugs setzen und am eigenen Leib erfahren, welche Prozesse beim Steuern eines Flugzeugs ablaufen. Dabei übt man das Fliegen aber ironischerweise nur im Airbus und nicht in einer Boeing.

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