Du planst eine Städtereise nach Berlin und möchtest weitere Highlights neben dem Fernsehturm, dem Brandenburger Tor und der Museumsinsel entdecken? Sightseeing in Berlin stellt sich vor die Qual der Wahl: Neben historischen Sehenswürdigkeiten in Berlin und moderner Kunst warten hier außerdem Attraktionen wie die Berliner Unterwelt, in der du faszinierende Bunker und Tunnel unter der Hauptstadt entdeckst.

Die Berliner Unterwelten e.V. hat sich ganz der faszinierenden Unterstadt von Berlin gewidmet. Bei deinem Städtetrip in Berlin solltest du auf jeden Fall eine der beliebten Touren und Führungen in der Unterwelt von Berlin planen. Passende multimediale Ausstellungen zu den unterschiedlichen Themengebieten zeigen den Besuchern seltene Exponate und faszinierende Stücke vergangener Tage. Mit einer Spezialausrüstung erkundest du Berliner Bunker, den AEG-Versuchstunnel, U-Bahn-Schächte, Mauerdurchbrüche und viele weitere Sehenswürdigkeiten, die dir im schönen Berlin sonst verborgen bleiben.

Bild: berliner-unterwelten.de

Berliner Unterwelten – Die unterschiedlichen Touren

Bei der Berliner Unterwelten e.V. kannst du aus mehreren Angeboten die für dich passende Tour buchen. Wähle selbst, ob du an einer öffentlichen Führung teilnehmen möchtest, eine Sonderführung nutzen willst oder gleich mit einer ganzen Gruppe in die Tiefe ziehst. Bei einer Berlin Underground Tour erlebst du die Hauptstadt von einer ganz neuen Perspektive. Vor allem die Geschichtsliebhaber kommen bei einer Tour durch die Unterwelten Berlins auf ihre Kosten. Hier werden spannende Themen wie der Kalte Krieg, die Zeiten des Ersten und Zweiten Weltkrieges oder auch die Teilung Deutschlands thematisiert. Bei der “Dunkle Welten” begibst du dich die dunkle Unterwelt der Spreemetropole. Unter dem hochfrequentierten U-Bahnhof Gesundbrunnen, an dem täglich unzähligen Menschen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ihre Wege gehen, wartet Geschichte in ihrer faszinierenden und gleichzeitig erschreckenden Form. Unzählige Berliner Bunker, in denen die Menschen während des Zweiten Weltkrieges Schutz suchten, wurden hier erbaut. Wurde im Krieg ein Bombenalarm ausgerufen, tauchten Einwohner und Touristen der Hauptstadt in die unterirdischen Schutzräume. Dort verharrten sie oft mehrere Stunden, Tage und Nächte. Eingezwängt in schmalen dunklen Räumen war den Bedrohten oft klar, dass der Bunker die einzige die Möglichkeit war, die Bombardierung zu überleben. Eine Bunkerführung gibt dir einen Einblick in die Geschichte und Gefühle einer Generation, die regelmäßig um ihr Leben bangte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges beschlossen die Alliierten, die Luftschutzanlagen bestehen zu lassen und nicht wie die restlichen Überbleibsel der NS-Zeit zu zerstören. Eine Sprengung hätte weitreichende Folgen für das U-Bahnnetz und die Gebäude der Stadt gehabt. Heute besuchst du in den ehemaligen Bunkern spannende Museen wie das Berlin Story Bunker, die die Geschichte der Schutzräume und den Bombenkrieg thematisiert. Sehr spannend ist hier auch der Besuch der Berliner Rohrpost oder die Ausstellung zum Brauereikeller.

 

 

Berliner Unterwelt Tour 3 – U-Bahn, Bunker, Kalter Krieg

Auch die Tour “U-Bahn, Bunker, Kalter Krieg” beschäftigt sich mit der dramatischen Geschichte der deutschen Hauptstadt. Bei der Berliner Unterwelt Tour wird der atomare Konflikt während des Kalten Krieg thematisiert. Auch hier wurden Bunkeranlagen zum Schutz der Bewohner errichtet. Während die Mauer gebaut wurde investierte die ehemalige Bundesregierung in den Schutz der Zivilisten. Eine Tour durch die Bunkeranlagen Berlin entführt Besucher in eine Zeit der Angst – als Deutschland im Ungewissen war, ob es einen Atomkrieg geben wird. Bei der Bunkerführung in Berlin wird unter anderem die Zivilschutzanlage Blochplatz gezeigt. Im U-Bahnhof Pankstraße wird die Funktion eines modernen Atomschutzbunkers erläutert. Im Ernstfall hätten in der Mehrzweckanlage über 3.000 Menschen für mehrere Wochen Schutz gefunden. Hier befindet sich sogar ein unterirdisches Wasserwerk, ein Notstromaggregat und riesige Stahlbetontore, die den Bunker hermetisch abgeriegelt hatten.

Tour F – Geschichtsspeicher Fichtebunker

Absolut sehenswert ist auch die Tour “Geschichtsspeicher Fichtebunker”. Der Fichtebunker nimmt dich mit auf eine Zeitreise durch die Stadtgeschichte von Berlin. Bis zur Zeit des Nationalsozialismus wurde das Gasometer genutzt, um die Straßen von Berlin zu beleuchten. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Berliner Bunker zu einem Mutter-Kind-Bunker aus sechs Etagen. Kurze Zeit nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Bunker von der Roten Armee besetzt. Später wurde der Schutzraum für Flüchtlinge und Obdachlose als Auffanglager genutzt. In den 50er Jahren wurde der unterirdische Bunker sogar als Altenheim verwendet. In den 60ern kam es hier zu einem Mord, seitdem wurde der Fichtebunker zur Unterbringung von Lebensmittelreserven für Westberlin genutzt. Menschen mussten keinen Schutz mehr in der Tiefe suchen. Der originalgetreue Berliner Bunker wird heute dazu genutzt, den Besuchern die Schicksale von Kriegsgeflüchteten und Obdachlosen näherzubringen. Zur Vermittlung der tragischen Geschichten werden Zeitzeugenberichte und diverse Ausstellungsstücke gezeigt.

Eingang zur Tour Dunkle Welten

Bild: escpeapalumni; Lizenz: CC BY 2.0)

Berliner Unterwelt Tour O – Operationsbunker Teichstraße

Wer sich in die Tiefe unserer Hauptstadt wagt, sollte eine Tour im Operationsbunker Teichstraße planen. Diese Berlin Tour ist definitiv nichts für schwache Nerven. Im Stadtteil Berlin-Reinickendorf wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eines der modernsten Krankenhäuser in Berlin errichtet. Hier sollten Einwohner der umliegenden Stadtbezirke sanitär versorgt werden. Auch die sanitären Einrichtungen Berlins mussten während des Zweiten Weltkrieges Schutz in Bunkern bereitstellen. Während die Stadt durch Luftangriffe zerstört wurde, wurden Operationsbunker knifflige Notoperationen gemeistert. Viele der Operationsbunker wurde nach Ende des Krieges abgerissen oder umgebaut. Der Operationsbunker Teichstraße entführt Besucher in eine faszinierende und doch grausame Geschichte während des Zweiten Weltkrieges. Bei der Tour in der Berliner Unterwelt entdecken Gäste das Gelände und den Bunker des Krankenhauses.

Tour M – Mauerdurchbrüche

Zu den absolut sehenswerten Touren in der Berliner Unterwelt gehört auch die Tour “Mauerdurchbrüche”. Mit der Teilung Deutschlands in den 60er Jahren gab es immer wieder Fluchtversuche, bei denen Ostberliner die Kanalisationsanlage und unterirdische Tunnel nutzen, um die tödlichen Sperranlagen an der Grenze zu umgehen. Unzählige Bewohner der DDR sehnten sich nach der Freiheit: Eines der ersten Projekte, die tödliche Grenze unterirdisch zu durchqueren, startete bereits im Oktober 1961. Viele der Versuche scheiterten vergebens. Über 70 begonnene Fluchttunnel befinden sich noch heute unter den Straßen Berlins. Nur 19 Versuche brachten den Erfolg: Freiheit. Somit konnten über 300 Bürger der DDR nach West-Berlin fliehen. Nicht selten wusste die Stasi von den Fluchtversuchen der Menschen und konnte den Weg in die Freiheit verhindern. Bei einer Tour werden den Besuchern spannende Geschichten zu den Fluchtversuchen über Tunnel, Geisterbahnhöfe und die Kanalisation erzählt. Gezeigt werden Ausstellungsräumen auch Überbleibsel und Hilfsmittel bei der Flucht. Thematisiert werden auch die spektakulären Fluchtprojekte Tunnel 29 und Tunnel 57.

Berliner Unterwelten

Bild: escpeapalumni; Lizenz: CC BY 2.0)

Tour A – Der AEG Versuchstunnel

Bei einer Tour der Berliner Unterwelten hast du auch die Möglichkeit einen der ersten U-Bahn-Tunnel in Deutschland zu entdecken. Die Allgemeine Elektrizität-Gesellschaft, kurz AEG, errichtete Ende des 19. Jahrhunderts eine riesige Fabrikanlage in der Nähe des Humboldthains. Ein Teil des Fabrikgeländes, der das Gebäude mit der Ackerstraße verbinden sollte, war ein 295 Meter langer Tunnel. Wir fuhren bereits 1897 elektrische Züge, mit denen Arbeitsmaterialien und Personen von einem Standort zum nächsten gebracht werden sollten. In London nutzte man bereits unterirdische Bahnsysteme, die die Bevölkerung zum Verkehr nutzen konnten und auch in Deutschland waren neue Verkehrsmittel gefragt: Im Tunnel wurden also die ersten U-Bahnen in Deutschland getestet. Bei einer Führung bekommen die Besucher einen Einblick in die historische Entwicklung des gesamten Geländes und auch in die Entwicklung des ersten U-Bahntunnels der AEG.

Bild: Berliner-unterwelten.de

Tour K – Kindl Areal

Bei deiner Städtereise nach Berlin ist auch das Kindl-Areal. Die Brauereien waren die ersten Unternehmen, die den Untergrund von Städten nutzen. Im Untergrund gab es für die Brauereien wunderbare Möglichkeiten große Maschinen und Fässer zu lagern, ohne große Lagerräume für die Herstellung des untergärigen Bieres anmieten zu müssen. Bei einer Tour können die Besucher die Lagerkeller und die Räume der unterirdischen Berliner Kindl-Brauerei entdecken. Dabei wird auch die Geschichte der Bierproduktion in Berlin thematisiert. Während einige der Gärkeller von Berliner Brauereien entfernt wurden oder heute zum Lagern genutzt werden, können Gäste in der Berliner Kindl-Brauerei in Neukölln noch einen Untergrund in seiner früheren Nutzung entdecken.

Berliner Kindl Areal

Bild: BerlIn IckLIebeDIr; Lizenz: CC BY 2.0)

Ausstellungen zum Mythos Germania und des Berliner Wasserwerks

Bei deiner Städtereisen nach Berlin kannst du in den Berliner Unterwelten nicht nur tragische Geschichte zum Zweiten Weltkrieg und dem Bau der Mauer erleben. Ein sehenswertes Highlight unter den Berliner Tours ist die Dauerausstellung zur Planung von Albert Speers Germania. Der Mythos Germania war eine Utopie der NS-Zeit, die sich sogar zum konkreten Bauvorhaben entwickelte. Monumentale Gebäude sollten weltweit die Macht des NS-Systems demonstrieren. Der Architekt Albert Speer plante einige der riesigen Bauten in der deutschen Hauptstadt, bei der unzählige Menschen vertrieben werden sollten oder durch Sklavenarbeit am Projekt teilhaben mussten. Das geplante Projekt des Architekten bei also nicht nur eine Machtdemonstration, sondern auch ein Verbrechen an der Menschheit. Eine dauerhafte und temporäre Ausstellung der Berliner Unterwelten klärt auf über die geplante Welthauptstadt Germania. Gezeigt werden in der multimedialen Ausstellung unter anderem die Bauvorhaben mit ihren ideologischen und sozialen Hintergründen.

Eine weitere Dauerausstellung in der Unterwelt von Berlin, die du nicht verpassen darfst, ist das Museum im alten Wasserwerk. Das faszinierende Museum befindet sich in Friedrichshagen, am Ufer des Müggelsees. Thematisiert wird in der Ausstellung die Geschichte und Entwicklung der Wasserversorgung und Schmutzwasserbeseitigung in der Großstadt. Die Berliner Unterwelten entwöhnen Besucher auf spannende und tragische Zeitreisen. Bei der Auswahl faszinierender Führungen durch unterschiedliche Tunnelsysteme oder unterirdische Bunker, fällt die Wahl eine Tour wirklich schwer!


Adresse: Brunnenstraße 105, 13355 Berlin
Website: http://berliner-unterwelten.de/

Büro-Telefon: (030) 499 105-17
Info-Telefon: (030) 499 105-18
Telefax: (030) 499 105-19

E-Mail: buero(at)berliner-unterwelten.de

Öffnungszeiten:

Freitag 10:00–16:00
Samstag 09:00–16:00
Sonntag 09:00–16:00
Montag 10:00–16:00
Dienstag 10:00–16:00
Mittwoch 10:00–16:00
Donnerstag 10:00–16:00

 

Karte Berliner Unterwelten

 

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Josefine Baumann

Seit August 2016 schreibe ich für das Reisemagazin von voucherwonderland. In meinen Beiträgen nehme ich euch gerne mit an die schönsten Orte Europas – von manchen hast du vorher vielleicht noch gar nichts gehört ;)

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