Der venezianische Karneval ist eine der prominentesten Varianten des christlichen Festes. Mystisch und magisch lassen die bunten Karnevalsmasken und Gewänder die Lagunenstadt zur Fastenzeit erstrahlen.

Damit lockt der Karneval in Venedig jedes Jahr zahlreiche Besucher von überall her in die Stadt; ob Kurzurlauber oder Einheimischer – mehr noch als sonst, zieht die norditalienische Stadt jeden Einzelnen tief in ihren Bann.

Im Jahr 2019 findet der Karneval in Venedig von Samstag, den 16.02.2019 bis zum Dienstag, den 05.03.2019 statt.

 

Lange Geschichte des Karneval in Venedig


Mit seinen Masken, Tierkämpfen und Feuerwerken zählt der venezianische Karneval zu den berühmtesten der Welt. Seine Ursprünge gehen weit bis in das 12. Jahrhundert zurück. Seine größte Pracht erreichte der Karneval in Venedig zu den Lebzeiten Giacomo Casanovas. Den venezianischen Schriftsteller und Abenteurer des 18. Jahrhunderts kennt man heute vor allem durch die Schilderungen seiner zahlreichen Liebschaften, die ihn zu einer oft zitierten Figur in künstlerischen Werken machten. Und auch beim damaligen venezianischen Karneval ging es recht „locker“ zu.

Anders ausgedrückt: Die Sittlichkeit war zu dieser Zeit nicht stark ausgeprägt.

Als 1797 die Republik Venedig (auch „Markusrepublik“ genannt) durch Napoléon Bonaparte ihre Selbständigkeit verlor und Österreich angegliedert wurde, endete die Blütezeit des venezianischen Karnevals. Aufwendige Prozessionen und Festumzüge gab es zu dieser Zeit kaum noch. Der Grund: Mit Verlust der Selbstständigkeit ging es wirtschaftlich bergab. Zudem soll es zwischen 1797 und 1815 ein Verbot der berühmten und charakteristischen Karnevalsmasken gegeben haben.

Wiederbelebung des venezianischen Karnevals im Jahre 1976


Im Jahre 1976 erfuhr der Karneval eine Renaissance: Filmemacher Federico Fellini, Theaterregisseur Maurizio Scaparro, Maskenmacher Guerrino Lovato sowie weitere italienische Künstler schlossen sich zusammen und erweckten mit dem Film „Casanova“ den ursprünglichen Karneval in Venedig wieder zum Leben. Der “Streifen” war ein großer Erfolg bei der Biennale 1979. Hiervon angefixt, nahmen sich auch die venezianischen Hoteliers der Karnevalstradition an und machten diese zu einer internationalen Tourismusattraktion. Traditionelle Veranstaltungen wie die Theaterform der so genannten „Commedia dell’arte“, auf die im Übrigen auch die venezianischen Karnevalsmasken zurückgehen, wurden wieder aufgegriffen

Die Masken beim Karneval in Venedig

Die weltberühmten venezianischen Masken nennt man auch „Bauta“. Bereits Goethe erwähnte die traditionell in schwarz oder weiß getragene Maske in seinen Schriften. Getragen wurden die Masken im alten Venedig nicht nur zu Karneval, sondern in Kombination mit einem schwarzen Umhang aus Samt oder Seide und einem Dreispitz auch zu anderen festlichen Anlässen. Farbenfrohere und kunstvoller verzierte Varianten der Bauta-Masken entwickelten sich erst im Laufe der Zeit.

Der Karneval in Venedig damals und heute

Zur Hochzeiten des venezianischen Karnevals war der Donnerstag vor Aschermittwoch nicht nur der eigentliche Beginn der Fastnacht – an diesem Tag feierte man auch den Sieg der Republik über das verfeindete Aquileia. Traditionell wurden an diesem Tage zahlreiche Feuerwerke auf der Piazzetta abgebrannt. Die Jugendlichen Venezianer tanzten den Arabischen Moriskentanz und junge Männer, die von überall her in die Stadt strömten, bauten sich zu menschlichen Pyramiden auf.

Auf dem Markusplatz fand jedes Jahr das Marionettentheater unter dem Campanile statt, bei dem immer neue Stücke mit den traditionellen Masken inszeniert wurden. Es gab Lotterien, Zähne wurden gezogen, Astrologen weissagten die Zukunft und Quacksalber verkauften alle möglichen Heilmittel. In den Ecken des berühmten Platzes traten Akrobaten und Seiltänzer auf. Kurz gesagt: Während der Karnevalszeit herrschte in Venedig der Ausnahmezustand und das bunte Treiben kannte keine Grenzen.

Den absoluten Höhepunkt erreichte das Karnevalsfest in Venedig im Jahre 1548, als erstmals der sogenannten Engelsflug aufgeführt wurde: Ein Akrobat kletterte dabei über ein in der Bucht vor dem Markusplatz an einem Floß verankertes doppeltes Seil bis zur Spitze des Campanile – von dort aus warf er zahllose Blumen in die Menge, bevor er dann zur Tribüne vor dem Dogenpalast hinunter balancierte.

Am Faschingsdienstag, dem letzten Tag des Karnevals in Venedig, fand das Treiben seinen Höhepunkt. Tausende maskierter Menschen liefen Fackeln tragend durch die hell beleuchteten Straßen. Als krönender Abschluss wurde zwischen den beiden Säulen am Südrand der Piazetta vor dem Markusplatz eine riesige Figur mit Pantalones Maske verbrannt. Dabei rief die Menge: „Es ist vorbei, es ist vorbei, der Karneval ist vorbei“ , während die Fastenglocke von San Francesco della Vigna langsam die Fastenzeit einläutete.

Heutzutage beginnt der Karneval in Venedig offiziell 10 Tage vor Aschermittwoch. Sonntags ab 10:30 werden die Feierlichkeiten mit dem historischen Engelsflug eröffnet. Dabei schwebt die an einem Seil gesicherte ”Königin des Karnevals” mit Engelsflügeln von dem 99 Meter hohen Glockenturm des Markusdoms auf den Markusplatz herab. Inoffiziell beginnen die Festivitäten schon eine Woche vorher. In der ganzen Stadt sind zahlreiche Bühnen aufgebaut, auf denen Artisten und andere Künstler ihre Fähigkeiten darbieten. Besucher und Einheimische flanieren derweil mit den traditionellen Masken und Kostümen verkleidet durch die Gassen und über die Plätze. Die meisten Besucher kommen am Wochenende vor Aschermittwoch.

 

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Josefine Baumann

Seit August 2016 schreibe ich für das Reisemagazin von voucherwonderland. In meinen Beiträgen nehme ich euch gerne mit an die schönsten Orte Europas – von manchen hast du vorher vielleicht noch gar nichts gehört ;)

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