Im Jahr 2011 zählte die portugiesische Hauptstadt nur 545.245 Einwohner, dennoch ist es die größte Stadt Portugals und hier befindet sich auch der Regierungssitz. Die Stadt blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, Römer, Mauren und Spanier beeinflussten ihre Entwicklung. Vor allem das Erdbeben im Jahr 1755 brachte einen großen Einschnitt, denn es zerstörte einen großen Teil der historischen Stadt und ihrer Pracht, die die Kolonien ihr einbrachten.

Sehenswürdigkeiten in Lissabon

Torre de Belém (Avenida Brasília 1400–038)

Der Turm befindet sich in der Hafeneinfahrt und wurde 1521 erbaut, als Portugal eine führende Seemacht war. Vorher patrouillierten Schiffe, um die Hafeneinfahrt zu beschützen, bis König Manuel I den Auftrag gab den 35 Meter hohen Torre de Belém zu erbauen. Der Turm, im spätgotischen Stil, wurde ursprünglich auf einer kleinen Insel erbaut, ist aber heute, wegen des gestiegenen Wasserstandes, nur noch über eine Brücke erreichbar. Ab 1850, als Portugal von den Spaniern besetzt wurde, diente er als Gefängnis und Zollstation. Seit 1910 ist er ein nationales portugiesisches Denkmal.

Mosteiro dos Jerónimos (Praca do Imperio 1400-206)

Zusammen mit dem Torre de Belém wurde das Hieronymus Kloster aus dem Jahr 1544 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Die Kalksteinfassade des Klosters ist reich verziert. Vor dem Gebäude erstreckt sich ein großer Park mit Beeten und Springbrunnen. Ebenso wie der Turm wurde das Kloster im manuelistischen Stil, unter König Manuel I, erbaut. Der Bau wurde von den reichen Einnahmen aus dem Überseehandel finanziert. In der klostereigenen Kirche Santa Maria befinden sich die Sakrophage von Vasco da Gama, Fernando Pessoa, Luis de Camoes und einiger portugiesischer Könige.

Castelo de Sao Jorge

Von der Burg aus, die nach dem König Joao benannt wurde, hast du eine tolle Aussicht über die Stadt und den Fluss Tejo. Einst diente sie der Verteidigung der Stadt, nach dem Auszug der Könige geriet sie jedoch in Vergessenheit. Seit 1910 zählt sie zu den portugiesischen nationalen Denkmälern. Schon der Aufstieg durch die schöne Altstadt ist ein Erlebnis.

Igreja de Sao Roque (Largo Trinidade Coelho 1200-470)

Der erste Schein trügt, denn die unscheinbare Fassade lässt kaum vermuten welche Pracht sich im Inneren verbirgt. Die Kirche zählt zu den wertvollsten Europas. Insbesondere die Kapelle Sao Joao Baptista ist reichlich mit Gold, Marmor, Jade, Elfenbein und Alabaster geschmückt. Sie wurde in Rom von Künstlern gebaut. Nachdem sie vom Papst geweiht wurde, wurde sie abgebaut, per Schiff nach Lissabon gebracht und dort wieder aufgebaut. Auch die weiteren drei Kapellen und das Deckengemälde zeugen von hoher Kunstfertigkeit.

Praca do Comércio

Praça do Comércio (Platz des Handels)
Bild:Flickr.com/
Jorbasa Fotografie

Eine Seite des Platzes ist zum Fluss Tejo offen, die anderen Seiten schmücken prächtige Bauten, wie etwa der Triumphbogen. Ursprünglich stand auf dem Platz das Schloss der Könige, das jedoch bei dem großen Erdbeben 1755 zerstört wurde. Aufgrund seiner Lage, neben dem Hafen und den Reedereien, war der Platz ein wichtiger Knotenpunkt des Handels und der Beziehungen zwischen Portugal und seinen Kolonien. In der Mitte befindet sich das Reiterstandbild des Königs Jose I.

Rossio – Praca de Dom Pedro IV (Rossio 1100-2029

Seit dem Mittelalter ist dieser Platz das Zentrum der Innenstadt. Das Wellenmuster des Bodens, stellt einen Bezug zum Meer her und wurde von Sträflingen gepflastert.

Museen in Lissabon

Museu National do Azulejo (Rue Madre de Deus, 4)

Wer die Künste Portugals und deren Schönheit kennenlernen möchte, der sollte dieses Museum, unbedingt besuchen. Thema sind nicht etwa Gemälde oder Plastiken, sondern glasierte und bunt bemalte Keramikfliesen, die auch überall in Lissabon zu finden sind. Beeindruckend ist die Darstellung Lissabons vor dem großen Erdbeben 1755, in Form eines Wandfreskos. Es ist ein herausragendes Zeugnis der Kunstfertigkeit. Die Kunst der Kachelmalerei wurde ursprünglich von den Mauren nach Portugal gebracht. Die individuell gestalteten Kacheln überzeugen mit ihren außergewöhnlichen Farben und kreativen Motiven.

Museu National de Arte Antigua (Nationalmuseum für antike Kunst)

In der Rua das Janelas Verdes befindet sich das Nationalmuseum für antike Kunst. Hier werden unterschiedliche Kunstschätze ausgestellt. Die Gemäldesammlung bedeutender europäischer Künstler, wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach und Hans Holbein ist beeindruckend. Weitere ausgestellte Kunstwerke sind Der Flügelaltar von Nuno Gocalves und die „Versuchung des heiligen Antonius“ von Hieronymus Bosch. Ebenfalls sehr sehenswert sind die kostbaren Gold- und Silberarbeiten, ein Zeugnis des Reichtums der Kolonialzeit.

Museen rund um die Schiffahrt

Die Fregatte Dom Fernando II e Gloria ist ein zum Museum umfunktioniertes Segelschiff, das eine Dienstzeit von 30 Jahren hinter sich hat. Es ist 80 Meter lang und bietet Platz für bis zu 600 Personen. Als es im Jahr 1878 ausgemustert wurde, hatte es 100.000 Seemeilen als Schulschiff zurückgelegt. Im Jahr 1963 wurde es schließlich durch ein Feuer fast völlig zerstört, bis es anlässlich der Expo 1998 renoviert wurde. Heute kannst du es in Almada bestaunen. Wenn du an der Seefahrt und an Portugals geschichtlich bedeutender Rolle in der Schifffahrt interessiert bist, solltest du das Museu de Marinha, an der Praca do Imperio besuchen. In dem Marinemuseum sind Schiffsmodelle, alte Seekarten, Lagebücher, Navigationsgeräte und alles was mit der Zeit der Entdeckerfahrten zu tun hat, ausgestellt.

Julian Senft

Das Schreiben und Reisen gehören schon lange Zeit zu meinen Hobbys. Beim Reisemagazin von voucherwonderland kann ich beides bestens vereinen.

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