Majestätisch erhebt sich die jahrhundertealte Prager Burg über der Stadt. Unterhalb erstreckt sich ein Meer aus Dächern, Türmen und engen, verwinkelten Gassen. Viele verschiedene architektonische Stilrichtungen prägen die Straßenzüge. Kafka sagte Prag sei „wie ein Mütterchen mit Krallen, das keinen loslässt“. In der Tat strahlt die Stadt eine besondere Anziehung aus. Sie hat so viel Interessantes und Sehenswertes zu bieten, dass es sich lohnt wieder in die „goldene Stadt“ zurückzukehren, um Neues zu entdecken. Im Folgenden kann, aufgrund der hohen Anzahl an Sehenswertem, leider nur ein kleiner Ausschnitt der wichtigsten Sehenswürdigkeiten und kulturellen Einrichtungen erwähnt werden.

Prag Sehenswürdigkeiten

Karlsbrücke

Karlsbrücke Prag
Bild:Flickr.com/skoeber

Die Karlsbrücke, aus dem Jahr 1357, ist eines der Wahrzeichen Prags. Von hier aus hast du einen wundervollen Blick auf die Burg. Bis zum Jahr 1836 stellte sie den einzigen Übergang über die Moldau dar. Sie verbindet über 16 Brückenbogen die Altstadt mit der Kleinseite, mit 520 Metern Länge und 10 Metern Breite. Die erste Plastik wurde erst im Jahr 1683 am Brückensims aufgestellt und stellt den heiligen Johannes von Nepomuk dar. Wenn du am Relief des Brückenheiligen reibst, soll dich großes Glück erwarten. Derjenige, der in der Mitte der Brücke das goldene Kreuz berührt, sagt man, wird nach Prag zurückkehren.

Hradschin

Der Hradschin ist der größte zusammenhängende Burgkomplex der Welt, mit dessen Bau bereits Ende des 9. Jahrhunderts begonnen wurde. Er dient noch heute als Amtssitz des Staatsoberhauptes. Das Eingangstor wird von den „Kämpfenden Giganten“, ein Werk des Bildhauers Ignac Platzer, geziert. Nach einem Brand im Jahr 1541 wurde das heutige Palais erbaut. Im zweiten Burghof steht ein beeindruckender Sandstein – Barock Brunnen mit Plastiken. Der Hof ist durch das Matthias Tor, ein barockes Tor mit einem doppelköpfigen Adler, zu erreichen. Auf dem Burggelände befindet sich der Sankt Veits Dom, in dem sich auch die Grabstätte des heilige Johannes von Nepomuk befindet, ebenso die der Kaiser, u.a. Rudolf II und Karl IV.

Goldene Gassen

In den engen Gassen schmiegen sich kleine Häuschen an die Burgmauer, die einst als Unterkunft der Burgwachen dienten und bis in die 50er Jahre noch bewohnt waren. Der Legende nach sollen hier Alchemisten im Dienste des Kaisers Rudolf II tätig gewesen sein, der von der Idee Gold zu machen besessen war. Der Name entstand wohl aufgrund der Goldschmiede, die sich hier später niederließen. Das bekannteste unter den kleinen bunten Häusern ist jenes mit der Nummer 22, hier wohnte 1917 Franz Kafka. Das Haus gehörte seiner Schwester Otla. Heute ist die Goldene Gasse eine der beliebtesten Touristenattraktionen Prags.

Nerudagasse

Die Nerudagasse zählt, mit den spätbarocken Bürgerhäusern zu den schönsten Gassen Prags. Die Straße wurde nach dem tschechischen Schriftsteller Jan Neruda benannt. Sie war einst die steile Hauptzugangsstraße hinauf zum Hradschin. Hier findest du sehenswerte Hauszeichen über den Eingangstüren, z.B. gekreuzte Geigen an Haus Nr 12 und weitere an Nr 16 und 18. Das Hauszeichen des barocken Bürgerpalais (Nr 49) ist ein kunstvoller weißer Schwan. Im Palais Bretfeld (Nr 33) logierten einst Wolfgang Amadeus Mozart und Giacomo Casanova.

Museen in Prag

Zu einer Prager Städtereise gehört auch ein Besuch in den zahlreichen Museen.
Prag zählt zu den kulturellen Zentren Europas. In der goldenen Stadt wurde die erste mitteleuropäische Universität, die Karlsuniversität, im Jahr 1348 gegründet. Noch heute ist die tschechische Hauptstadt von einem breit gefächertem kulturellen Angebot und zahlreichen Musen geprägt.

Das Museum der Hauptstadt Prag

Allein die Außenfassade des Neurenaissancebaus ist sehenswert. Hier erfährst du alles über die wechselvolle wirtschaftliche, baugeschichtliche und kulturelle Geschichte Prags, von vorgeschichtlichen Zeiten bis ins 17. Jahrhundert. Im Treppenhaus hängt die Monatsscheibe , die, von Manés, für die astronomische Uhr am Altstädter Rathaus geschaffen wurde. Auf den inneren Bildern der Scheibe sind die Tierkreiszeichen dargestellt, die äußeren Bilder symbolisieren den Jahreslauf anhand von ländlichen Szenen. Schon allein das 20 Quadratmeter große Papiermodell der Stadt Prag des Lithographen Antonín Langweil lohnt einen Besuch des Museums.

Jüdisches Museum

Dieses Museum beinhaltet alle historisch bedeutenden Monumente des ehemaligen jüdischen Ghettos, insgesamt fünf Gebäude und den jüdischen Friedhof. Zu den Gebäuden zählen auch die Altneusynagoge und die Hohe Synagoge, die eine Textilsammlung mit beeindruckenden Stickereien beherbergt. Der Alte Jüdische Friedhof entstand Anfang des 15. Jahrhunderts und bietet Platz für etwa 12000 Grabsteine. An manchen Grabstätten liegen, wegen Platzmangel, bis zu neun Grabschichten übereinander. Hier sind bekannte Persönlichkeiten der Stadt bestattet, wie David Gans (Historiker und Astronom) und Heudele Bassevi, die Frau des Waldstein – Finanzmannes, der als erster Prager Jude in den Adelsstand erhoben wurde. Neben dem Eingang zum Friedhof befindet sich die Pinkassynagoge, die Zeichnungen von Kindern ausstellt, die im Ghetto Theresienstadt gefangen waren. Der Bau stammt aus dem 11. Oder 12. Jahrhunderts und ist deshalb eine der ältesten und architektonisch wertvollsten Synagogen Prags.

Sammlung Moderner Kunst

Sie ist ein interessantes Museum für Liebhaber der Kunst des 19., 20., und 21. Jahrhunderts. Neben tschechischer Kunst wird hier auch eine beeindruckende Sammlung französischer Kunst ausgestellt. Sehenswert sind auch die Werke des Surrealismus und des sozialistischen Realismus der Stalin Ära. Zusätzlich gibt es wechselnde Ausstellungen aufstrebender tschechischer Künstler.

Josefine Baumann

Seit August 2016 schreibe ich für das Reisemagazin von voucherwonderland. In meinen Beiträgen nehme ich euch gerne mit an die schönsten Orte Europas – von manchen hast du vorher vielleicht noch gar nichts gehört ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Name *