Für viele Mallorca-Touristen ist die Schinkenstraße das absolute Highlight eines wohlverdienten Sommerurlaubs. So ein Eimer Sangria am Ballermann (war zeitweise verboten, ist aber wieder erlaubt) oder ein feuchtfröhlicher Abend im Bierkönig: der Wettkampf um den Titel des Tagesvollsten solle beginnen.

Bei all der Promille, die das Hirn der Party-Touris oft schon am frühen Mittag in seiner Funktion beeinträchtigen, vergessen viele, dass Mallorca eine richtig schöne Insel ist – mit wunderschönen Ecken und historischen Sehenswürdigkeiten, bei denen es sich lohnen würde, fahrtüchtig zu bleiben – denn einen Mietwagen braucht man gelegentlich schon, um vom mallorquinischen Urlaubsort der Wahl zu den teils entlegenen Ecken zu gelangen.

Unsere Liste der besten Mallorca Sehenswürdigkeiten zeigt dir die schönsten Ausflugsziele auf der Insel.

1. Alcudia

Kein Geheimtipp, aber trotzdem schön: die historische Kleinstadt Alcúdia.

Seinen Ursprung hat die mallorquinische Gemeinde in der sogenannten „Ciutat Romana de Pollentia“; dabei handelt es sich um eine sehr gut erhaltene römische Ausgrabung zwischen Stadtzentrum und dem Hafen Port d`Alcúdia.

Tipp: An der Ausgrabungsstätte kannst Du u.a. das antike römische Theater besichtigen. Nachdem die Bewohner aufgrund von vermehrten Piratenangriffen die Siedlung verließen, um weiter im geschützten Landesinneren einen neuen Ort zu gründen (das heutige Pollença) waren es die Araber, die an der ursprünglichen Stelle wieder eine Stadt errichteten – Alcúdia.

Über Alcudia
Der Name Alcúdia stammt vom arabischen Begriff „Al-Qudya“ (z.Dt. „der Hügel“) und bezieht sich auf die Lage des Stadtkerns auf einem Hügel zwischen zwei Buchten (der Bucht von Pollença und der Bucht von Alcúdia). Getrennt werden beide Buchten durch eine flache Bergkette.

Highlights

Neben der Ausgrabungsstätte mit dem römischen Theater ist auch der innere Bereich der Stadtmauer noch gut erhalten, manche Teile sind sogar begehbar. Der Ausblick auf die Umgebung ist von hier aus gigantisch.

Zudem kannst Du in Alcudia durch die alten Stadttore spazieren:

die Porta de Sant Sebastià und die Porta de Xara. Im historischen Kern Alcúdias, der durch seine enge Gassen mediterrane Romantik versprüht, wirst Du bei einem Spaziergang liebevoll sanierten Häuser und das Renaissance-Rathaus „Casa Consistorial“ an der Plaça Espanya entdecken.

Lage

2. Valldemossa

Valldemossa, ein kleiner (nicht mehr so) verschlafener Ort in den Bergen im Westen der Baleareninsel: die einstigen Könige Mallorcas errichteten hier eine Sommerresidenz, die Kartäuser von Tarragona gründeten eine Klostergemeinschaft und die Inselheilige Santa Catalina Tomàs erblickte hier das Licht der Welt. Kein Wunder also, wieso Valldemosa zu den beliebtesten Ausflugszielen auf Mallorca gehört.

Aber da gibt es noch einen Grund für die bereits lang anhaltende Popularität des Ortes:

Im Winter 1838/39 verbrachte die französische Schriftstellerin George Sand hier einen Winterurlaub – gemeinsam mit dem Komponisten Chopin, ihrem Liebhaber. Allerdings schien ihr der Urlaub hier nicht so gefallen zu haben, weshalb sie bei ihrer Rückkehr nach Frankreich einen vernichtenden Reisebericht über den Ort, nein – eigentlich die ganze Insel, schrieb.

Zwar hat diesen “Bericht”, in dem von Chopin nur als “der Patient” oder “der andere” erwähnt wird (Chopin litt an Tuberkulose) erschienen als “Winter auf Mallorca”, kaum jemand gelesen, doch bekannt wurde der Ort trotzdem.

Und wie das mit bekannten Orten so ist:

Man fährt hin und will sich selbst ein Bild machen. Da der Ort scheinbar doch nicht so unerträglich war, sondern Frau Sand (eigentlicher Name: Amantine Aurore Dupin de Francueil) schlichtweg den falschen Ort für einen Winter-Wellnessurlaub gewählt hatte, entwickelte sich Valldemossa zu einem beliebten Ausflugsziel.

Übrigens: Hier gibt es tatsächlich ein Frédéric Chopin & George Sand Museum.

Adresse: Corredor Cartoixa, Cel. 4, 07170 Valldemossa

3. Serra de Tramuntana

Bizarres Gebirgspanorama, abenteuerliche Serpentinenstraßen, duftende Pinien – und zwischen den Hügeln: das azurblaue Mittelmeer. Das Gebirgspanorama der Serra de Tramuntana im Nordwesten Mallorcas eignet sich perfekt für ausgedehnte Wanderungen.

Die Serra de Tramuntana bezeichnet einen Gebirgszug im Nordwesten der Insel Mallorca. Der gleiche Name steht zudem für eine der sechs Landschaftsregionen der Insel, die zwar nach der Gebirgskette benannt ist, aber noch etwas weiter über die eigentliche Fläche des Gebirgszuges hinausragt.

Unser Tipp
Der Fernwanderweg „Ruta de Pedra en Sec“ (Route der Trockensteinmauern) verläuft zu Teilen auf mauergestützten Saumpfaden und führt Dich durch einen Teil Mallorcas, der dank seiner unberührten Natur und ursprünglichen Dörfer aufzuzeigen weiß, wie es einst auf der Insel ausgesehen haben muss. Bei einer Wanderung gelangst Du vorbei an Valdemossa (siehe oben) und weiteren kleinen Städtchen wie Deyá, Sóller, Biniaraix und Port de Pollença.

4. Puig Major

In die mächtige Gebirgskette der Serra de Tramuntana eingebettet liegt der Puig Major (auch “Puig Major de Son Torrella), der mit 1.445 Metern Höhe höchste Berg der Insel.

Unser Tipp: Eine Wanderung ins Gebiet des Puig Major

Die Wanderung zum Puig Major könntest Du in der kleinen Gemeinde Escorca, östlich des Berggipfels beginnen. Zwar leben hier nur knapp 300 Menschen,doch Wanderern stehen die zwei Berghütten „Refugi des Tossals Verds“ und „Refugi de Son Amer“ zum Übernachten zur Verfügung. Zwar ist der Wanderweg zum Puig Major gut ausgeschildert und auch für unerfahrene Alpinisten überwindbar, eine gute Kondition solltest Du dennoch mitbringen: die Höhenunterschiede sind teilweise enorm.

Komplett erklimmen kann man den Puig Major leider nicht:

Der Gipfel des Berges ist militärisches Sperrgebiet; die Tour endet in Sóller.

Auf dem Weg wirst Du zahlreiche Sehenswürdigkeiten entdecken – so zum Beispiel das Santuari de Lluc im Teilort Lluc.

5. Santuari de Lluc

Der vollständige Name des Kloster Lluc lautet “Santuari de Santa Maria de Lluc” (kastilisch Santuario de Santa María de Lluch). Der Wallfahrtsort im Gebirge der Serra de Tramuntana, gilt als spirituelles Zentrum der Insel und gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen auf Mallorca. Zwar lässt sich die Geschichte des Klosters bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen, doch die erhaltenen Gebäude sind fast alle weitaus jüngeren Ursprungs. Das Hauptgebäude des Klosters besteht aus mehreren Flügeln und beherbergt ein Internat, ein Museum, eine Art Herberge, die Gemeindeverwaltung des Ortes Escora sowie eine Wallfahrtskirche.

6. Porto Colom

Bei einem Ausflug nach Porto Colom (eigentlich “Portocolom”) erwartet Dich ebenfalls das ursprüngliche Mallorca – ohne dabei auf moderne Annehmlichkeiten verzichten zu müssen. Die kleine Stadt an der südöstlichen Küste der Insel, die sich zum beliebten Ferienort gemausert hat, wurde erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt und diente als Hafen, von dem aus vor allem Wein auf das spanische Festland verschifft wurde. Seinen Namen erhielt Porto Colom von den Mallorquinern, die glauben, dass Christopher Columbus hier geboren wurde. Belegen lässt sich die Behauptung allerdings nicht; viel wahrscheinlicher ist es, dass der Entdecker und Seefahrer in Genua geboren wurde.

Unser Tipp: Baden kann man hier hervorragend am Strand der Cala sa Nau. Die kleine Bucht liegt im östlichen Teil des Gemeindegebietes von Felanitx zwischen Cala d’Or und Portocolom.

Porto Colom

7. Coves del Drac

Bleiben wir mal an der Ostküste: Nicht weit entfernt von Portocolom liegt das Gemeindegebiet von Manacor, wo Du die Coves del Drac bestaunen kannst. Hierbei handelt es sich um ein Tropfsteinhöhlensystem, das zu den touristischen Highlights auf Mallorca zählt. Eine Legende besagt, dass Piraten und Templer ihre Schätze einem Drachen schutzbefohlen haben. Auch der Name der Tropfsteinhöhle rührt daher: Coves del Drac heißt ins Deutsche übersetzt “Drachenhöhle”.

Der Eintritt in die Coves del Drac kostet Erwachsene (ab 13 Jahren) 15 Euro. Kinder zwischen 3 bis 12 Jahren kommen für 8 Euro rein. Klingt erstmal nicht günstig für den Besuch einer Höhle, doch dieser lohnt sich allemal. Bei allen Besuchen sind ein Live-Konzert und eine Bootsfahrt über das unterirdische Gewässer inbegriffen.

Öffnungszeiten

Vom 1. November bis 12. März:

10:45 Uhr, 12:00 Uhr, 14:00 Uhr und 15:30 Uhr

Vom 13. März bis 31.Oktober:

10:00 Uhr, 11:00 Uhr, 12:00 Uhr, 14:00 Uhr, 15:00 Uhr, 16:00 Uhr und 17:00 Uhr.

Adresse:

Ctra. de les Coves, s/n, 07680 Porto Cristo

Mehr Info:

http://www.cuevasdeldrach.com/de

Ein Beitrag geteilt von Eric (@h3ff1) am

8. Cap de Formentor

Das Cap de Formentor ist der nördlichste Punkt Mallorcas und gleichzeitig das östliche Ende der mallorquinischen Halbinsel Formentor, einer spektakulär geformten Landzunge. Schon die Anfahrt zum Cap lässt Mallorca-Entdeckern dem Atem stocken; so schön sind die steil ins Meer ragenden Felsen, welche die einzige rund 13,5 km lange Straße, die von Port de Pollença aus in zahlreichen Serpentinen bis zum Cap mit seinem Leuchtturm führt, säumen.

Ein Halt lohnt sich zum Beispiel an der Cala Formentor. Die 850 m lange Bucht lädt zum Baden und Verweilen ein. Kiefern spenden im Hintergrund des feinsandigen Strandes schatten und die Sicht auf die Berge vermittelt ein Gefühl der Ruhe und Abgeschiedenheit – und das, obwohl in den Sommermonaten sehr viele Touristen den Weg in die Bucht finden.

Am östlichsten Ende und nördlichsten Punkt der Insel angekommen erwartete Dich der Leuchtturm am Cap Formentor und natürlich ein schier atemberaubender Ausblick aufs Mittelmeer.


Wissenswert: Die Mallorquiner nennen diesen Ort “Treffpunkt der (vier) Winde”. Schon die Ureinwohner kannten die “vier großen Brüder” Tramuntana, Ponent, Migjorn und Llevant und ihre „Cousins“ Gregal, Mestral, Llebetx und Xaloc. Die Winde sind häufig Namensgeber der verschiedenen Landschaften und Gebirge Mallorcas. Beispiel: Sierra Tramuntana und Sierra de Llevant.


9. Kathedrale von Palma

Sie ist das herausragende Wahrzeichen Mallorcas: die Kathedrale von Palma (Kathedrale La Seu). Das mächtige Bauwerk gilt als eines der Prunkstücke gotischer Architektur. Der Grundstein wurde 1230 durch den damalige König Jaume I. gelegt, doch erst vier Jahrhunderte später wurde der Bau fertiggestellt. Im Jahre 1904 nahm man sich erneut der Optik des Gotteshauses an: Der bedeutende spanische Architekt Antoni Gaudi verlieh der Kathedrale auf Initiative des Bischofs Campins eine modernere Optik im Stil des katalanischen Modernisme. Bereits das Äußere Erscheinungsbild der Kathedrale von Palma ist enorm. Übertroffen wird es nur noch von dem dreischiffigen, 109 Meter langen und 39 Meter breiten Innenraum.

Tipp: Besuchen kannst Du die Kathedrale von Montags bis Samstags, an den Sonntagen finden hier Gottesdienste statt.

Öffnungszeiten

Juni bis September: 10 – 18.15 Uhr, Sa 10 – 14.15 Uhr

April, Mai und Oktober Mo – Fr 10 – 17.15 Uhr

November – März Mo – Fr 10 – 15.15 Uhr, Sa 10 – 14.15 Uhr.

Lage

Die Kathedrale von Palma thront direkt über dem Parc de Mar und dem Hafen. Am Vormittag strahlt die Sonne durch die 1236 einzelnen farbigen Glasstücke der größten gotischen Fensterrosette der Welt das schlanke von 14 Säulen getragene Mittelschiff des Baus.

Adresse: Plaza Almoina, s/n, 07001 Palma

Kathedrale von Palma

10. Castell de Bellver

Nicht nur die Kathedrale, auch das Castell de Bellver, eine gotische Festung, thront über der Hauptstadt Mallorcas und scheint von hier aus über über den Hafen zu wachen. Seinem Namen (z.Dt. Burg der schönen Aussicht) macht es alle Ehre. Auch vom Hafen aus ist die kreisrunde Burg, die in dieser form in ganz Europa einmalig ist, eine Augenweide.

Geschichte des Castell de Bellver im Zeitraffer

1300: Grundsteinlegung des Baus
1309: Fertigstellung der Festung – fortan Nutzung als Schutzburg und Residenz von Jakob II. (Jaume II.)
1349:: Nutzung als Gefängnis für die Witwe und Kinder Jakobs III, nachdem dieser die Schlacht um Llucmajor verloren hatte
19 Jhr.: Nutzung als Standort für Münzprägungen
1931 Umwandlung des Gebäudes in ein Museum

Anreise & Parken

Die Anreise zum Castell de Bellver gestaltet sich sowohl mit dem Bus, dem Taxi, als auch mit dem Mietwagen unproblematisch. Von Palma aus fährt der Bus 50 (Touristenbus) direkt zur Burg. Für PKWs befinden sich vor dem Castell de Bellver außerdem genügend Parkplätze.

Öffnungszeiten

April bis September: Di – Sa von 10:00 bis 19:00 Uhr, So von 10:00 bis 15:00 Uhr

Oktober bis März: Di – Sa von 10:00 bis 18:00 Uhr, So von 10:00 bis 15:00 Uhr

Eintritt

regulär 4 Euro, ermäßigt 2 Euro

Tipp: An Sonntagen ist der Eintritt frei!

 

Ein Beitrag geteilt von Bex (@_rkrath) am

Mallorca Sehenswürdigkeiten Karte

 


Sichere Dir jetzt einen Hotelgutschein für Mallorca

Mallorca Kurzurlaub Angebote >>


Das könnte dich auch interessieren:

Josefine Baumann

Seit August 2016 schreibe ich für das Reisemagazin von voucherwonderland. In meinen Beiträgen nehme ich euch gerne mit an die schönsten Orte Europas – von manchen hast du vorher vielleicht noch gar nichts gehört ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Name *